Esther Hildebrand: «Nachfahrin eines Ausgeschafften» ist höchste Zürcherin
Aktualisiert

Esther Hildebrand«Nachfahrin eines Ausgeschafften» ist höchste Zürcherin

Der Zürcher Kantonsrat hat die grüne Esther Hildebrand mit 151 Stimmen zur Präsidentin fürs Amtsjahr 2009/2010 gewählt.

1. Vizepräsident wurde mit 130 Stimmen Gerhard Fischer (EVP), 2. Vizepräsident Jürg Trachsel (SVP) mit 117 Stimmen.

Mit Hildebrand ist erstmals eine Vertreterin der Stadt Illnau- Effrektion und zum zweitenmal eine Grüne «höchste Zürcherin». Die neue Kantonsratspräsidentin gehört dem Kantonsparlament seit 2003 an. Beruflich ist sie beim Schweizeischen Roten Kreuz Kanton Zürich als Koordinatorin engagiert.

Die Wiederwahl der übrigen Mitglieder der Geschäftsleitung des Kantonsrates war unbestritten.

Nachfahrin eines «Ausgeschafften»

Die neue Zürcher Kantonsratspräsidentin Esther Hildebrand (Grüne, Illnau-Effretikon) bezeichnete sich am Montag in ihrer Antrittsrede als «Nachfahrin eines Ausgeschafften».

Ihr Urgrossvater sei Ende des vorletzten Jahrhunderts als Handwerksbursche aus Mitteldeutschland nach Schaffhausen eingewandert. Weil er als Ausländer politisch aktiv gewesen sei und sich für soziale Gerechtigkeit eingesetzt habe, sei er dann mehrfach ausgewiesen und an die Grenze gestellt worden, dann aber immer wieder über die grüne Grenze zurückgekehrt. 1914 sei er dann in seiner neuen Heimat eingebürgert worden.

In jeder Generation kämen Menschen aus anderen Kantonen und Ländern mit dem festen Willen, im Kanton Zürich eine neue Heimat zu finden. Die Politiker und Politikerinnen müssten dafür gute Rahmenbedingungen schaffen. «Alle, die hier sind, sollen sich aktiv in die Gesellschaft einbringen können», sagte Hildebrand.

(sda)

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