Aktualisiert 13.06.2017 15:07

Gesunde ErnährungNachhaltiges Essen für Berner Kita-Kinder

Die Berner Kita-Kinder sollen nur noch Gesundes und Regionales essen. Zucker, Fett und Salz werden wenn möglich aus den Speisen verbannt.

von
stm
In Berner Kitas sollen künftig regionale, saisonale und faire Produkte aufgetischt werden.

In Berner Kitas sollen künftig regionale, saisonale und faire Produkte aufgetischt werden.

Keystone/Georg Wendt

Die Stadtberner Kitas sollen künftig für die Kleinen nur noch Mahlzeiten aus regionalen, saisonalen und fairen Produkten zubereiten. Die Stadt will damit auf Nachhaltigkeit setzen. Auch soll bei der Zubereitung der Speisen Zucker, Fett und Salz «zurückhaltend eingesetzt» werden. So wollen es neue Standards, die die städtischen Betreuungseinrichtungen zusammen mit dem Schul- und dem Jugendamt erarbeitet haben.

In der familienergänzenden Kinderbetreuung der Stadt Bern werden täglich durchschnittlich 2500 Mahlzeiten aufgetischt. Allein schon aufgrund dieser grossen Zahl seien gemeinsame Richtlinien sinnvoll und nötig, schreibt der Gemeinderat in einer Mitteilung.

Stadt will auf Nachhaltigkeit setzen

Die Richtlinien sollen regelmässig diskutiert und wenn nötig angepasst werden. Schon heute würden Kindertagesstätten, Tagesschulen und andere Einrichtungen auf eine gesunde und ausgewogene Ernährung achten und Rücksicht auf religiöse Essgewohnheiten oder Allergien nehmen. Auch Verhaltensregeln im Zusammenhang mit Essen oder Gedanken zur Herkunft der Nahrungsmittel würden vermittelt. Wichtig ist der Stadt aber auch, dass die Kinder Lust am Essen in der Gemeinschaft erleben.

«Drei bis vier Mal pro Woche wird es vegetarische Gerichte geben», sagt Irene Hänsenberger, Leiterin des Schulamts der Stadt Bern. So würden vermehrt Hülsenfrüchte, Eierspeisen oder Käse aufgetischt. Man werde jedoch nicht komplett auf Fleisch verzichten. «Für eine ausgewogene Ernährung gehört auch Fleisch in den Menüplan», sagt Hänsenberger. Dieses werde man ein bis zwei Mal wöchentlich auftischen.

Kinder müssen sich an die Umstellung gewöhnen

«Man muss die Kinder behutsam an die veränderte Kost heranführen», sagt Robert Sempach, Ernährungspsychologe und Projektleiter Gesundheit beim Migros-Kulturprozent. So sei es sinnvoll, dass man ihnen anfangs kleine Portionen serviere. Auch sei es wichtig, ihnen eine Alternative anzubieten, die sie gerne haben. Sempach: «Man sollte den Kindern das Essen nicht aufzwingen.»

Essen aus Zürich stiess auf Kritik

Ende 2014 hatte die Stadt Bern für Aufsehen gesorgt, als sie beschloss, elf Kitas während eines Pilotprojekts mit vorgekochten Mahlzeiten eines Zürcher Caterers zu versorgen. Kritisiert wurde die Stadt vor allem dafür, dass sie Essen von Zürich nach Bern transportieren liess.

Im März 2016 entschied die Stadt schliesslich, dass Mahlzeiten wenn möglich in den Betrieben selber, in Schul- und Quartierküchen hergestellt werden. Mit der Zürcher Cateringfirma läuft jedoch noch der Vertrag bis Ende 2019. «Klar ist, dass dabei die Regionalität der Produkte zu Bern nicht gegeben ist», sagt Hänsenberger.

Man unternehme deshalb schon jetzt Schritte, das Catering mit einer Quartierküche selbst zu übernehmen und die Betriebe intern zu beliefern. Hänsenberger: «Nach Beendigung des Vertrages mit Zürich werden wir den Auftrag neu ausschreiben müssen oder das Catering komplett selber übernehmen.»

(stm/sda)

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