Aktualisiert 01.06.2010 15:56

SchaffhausenNachhaltigkeitsbericht liegt vor

Zum ersten Mal hat der Kanton Schaffhausen einen Nachhaltigkeitsbericht erstellt.

Im Vergleich mit zehn anderen Kantonen belegt Schaffhausen den zweiten Platz. Nur Basel Stadt hat noch besser abgeschnitten.

Eine Spitzenposition belegt Schaffhausen etwa in der Kategorie «intakte Naturräume». Dies sei ein wichtiger Standortvorteil, erklärte Regierungsrat Reto Dubach am Dienstag vor den Medien. Um diesen zu erhalten, brauche es eine aktive Siedlungspolitik mit einer Verdichtung nach innen und einer zurückhaltenden Einzonungspraxis.

Handlungsbedarf sieht die Schaffhauser Regierung etwa beim Bodenverbrauch. Mit 431,3 Quadratmetern überbaute Fläche pro Kopf liegt er im Kanton über dem schweizweiten Durchschnitt von 374,3 Quadratemetern.

Auch beim so genannten «Modal Split», also dem Anteil von motorisiertem, öffentlichem sowie Fuss- und Veloverkehr müsse sich Schaffhausen verbessern. Um den relativ hohen Autoverkehr zu reduzieren, brauche es ein Agglomerationsprogramm Verkehr. Eine Vorlage dazu soll bis zum Sommer erstellt werden.

«Versuch, Nachhaltigkeit zu messen»

Trotz des insgesamt guten Abschneidens hält sich die Euphorie bei der Schaffhauser Regierung in Grenzen. Der Bericht sei «ein Versuch, Nachhaltigkeit zu messen,» sagte Staatsschreiber Stefan Bilger. Zweifel an der Aussagekraft äusserte Regierungsrat Erhard Meister.

Erhoben wurden die Daten nach den Richtlinien des «Cercle Indicateurs», einer nationalen Plattform zur Erhebung statistischer Daten, an der 15 Kantone und 17 Städte beteiligt sind. Gemessen wurden anhand von 27 festgelegten Indikatoren die drei Dimensionen Umwelt, Wirtschaft und Gesellschaft. Allerdings sind einige Indikatoren umstritten.

So dient die Anzahl Verurteilungen wegen Gewaltdelikten als Indikator für die Sicherheit. Viele Verurteilungen könnten jedoch auch Anzeichen für eine hohe Aufklärungsquote und effiziente Strafjustiz bedeuten, heisst es im Bericht.

Das Bundesamt für Statistik überprüft daher gemeinsam mit den regionalen Statistikämter, ob einzelne Indikatoren revidiert werden sollen. Die Daten zur Nachhaltigkeit sollen alle zwei Jahre ermittelt und der nächste Bericht im Jahr 2012 erstellt werden. Anschliessend ist ein Erscheinen alle vier Jahre geplant. (sda)

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