Nachrichtendienst: Mehrere Dutzend russische Spione schnüffeln in Genf

NachrichtendienstMehrere Dutzend russische Spione schnüffeln in Genf

Am Montag präsentierte der NDB seinen neuen Jahresbericht. Die Medienkonferenz im Ticker.

von
Newsdesk

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Montag, 27.06.2022

Sind Rockerbanden auch auf dem Radar des NDB?

Dussey verneint die Frage einer anwesenden Journalistin. Da keine politische Motivation hinter den Handlungen solcher Gruppierungen stehe, fallen diese nicht in den Zuständigkeitsbereich des NDB.

Lagebericht zu Spionage

In seinem Lagebericht betont der NDB die zunehmende Spionage, die auf verschiedenen Ebenen stattfindet. «Spionage ist ein dauerhaft präsentes Phänomen – entsprechende Tätigkeiten sind heute bereits auf einem hohen Niveau und nehmen weiter zu», so der Bericht.

Gerade Genf sei ein Hotspot: «Das internationale Genf bleibt ein Brennpunkt der Spionage. Verschiedene europäische Staaten haben jüngst russische Nachrichtendienstoffiziere ausgewiesen, was die russischen Dienste dazu bewegen könnte, ihre Kräfte in Staaten wie der Schweiz einzusetzen, die keine Ausweisungen vorgenommen haben.»

«Besonders hoch ist die Präsenz russischer Nachrichtendienstoffiziere. Der NDB schätzt, dass an den russischen diplomatischen und konsularischen Vertretungen in Genf mehrere Dutzend Offiziere tätig sind.»

Terrorgefahr

«Die Terrorgefahr in der Schweiz hat weiter zugenommen», so Dussey. Der Islamische Staat stelle noch immer eine Gefahr dar, ebenso Al Kaida.

Sicherheit sei wieder ein kostbares Gut. «Die Leistung und die Legitimität bestimmen, wie gut wir als Nachrichtendienst unseren Job erledigen», sagt Dussey.

Sicherheitslage immer komplexer

Die Sicherheitslage werde immer komplexer, betont Dussey. Deshalb könne man sich auch nicht nur auf den Krieg in der Ukraine konzentrieren.

Dussey stellt den NDB-Sicherheitsradar vor und untermauert die komplexe Sicherheitssituation mit einer Grafik, die die Vielzahl an NDB-Themen präsentiert.

Das NDB konzentriert sich auf eine Vielzahl an Themen.

Das NDB konzentriert sich auf eine Vielzahl an Themen.

NDB

China

«Dass sich China von Russland abwendet, bleibt unwahrscheinlich», so Dussey. Die Aussicht auf günstige Rohstoffe sei zu wichtig. Die USA bleiben weiterhin der grösste Kontrahent Chinas.

China präsentiere sich nach aussen als ein reiner Beobachter des Krieges in der Ukraine, sei jedoch nach innen klar prorussisch.

Cyber-Spionage

«Die Sicherheitslage in der Schweiz hat sich durch den Ukraine-Krieg bisher nicht verschlechtert», so Dussey. Die Bedrohung durch Cyber-Attacken habe jedoch zugenommen.

Der Kampf gegen Spionage ist eine der Hauptaufgaben des NDB. «Die Spionage nimmt insgesamt nach wie vor zu», sagt Dussey.

Ukraine-Konflikt antizipiert

Dussey fasst die wichtigsten sicherheitspolitischen Entwicklungen der letzten Monate – vor allem den russischen Krieg gegen die Ukraine – zusammen. «Der NDB hat die Entwicklung korrekt antizipiert», so Dussey. Breits nach den Olympischen Spielen habe man die Bedrohung eines solchen Angriffs betont.

Sicherheitslage ist volatil

Christian Dussey begrüsst die Anwesenden und stellt sogleich fest, dass die internationale Sicherheitslage auf der Welt volatil sei.

Medienkonferenz um 10 Uhr

Der Direktor des Nachrichtendienstes des Bundes, Christian Dussey, präsentiert am Montag ab zehn Uhr den aktuellen Lagebericht zur Sicherheitssituation in der Schweiz. Im Bericht teilen die Experten des NDB ihre aktuellen Einschätzungen zum Weltgeschehen mit. Üblicherweise behandelt der Jahresbericht die Gefahren für die Schweiz sowie Kommentare zur geopolitischen Lage.

Die Medienkonferenz wird live gestreamt.

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