Nachtarbeit für Lehrlinge: Jugendliche protestieren
Aktualisiert

Nachtarbeit für Lehrlinge: Jugendliche protestieren

Heute debattiert der Ständerat darüber, ob Lehrlinge über 18 Jahren auch nachts und sonntags arbeiten dürfen. Jugendliche protestierten die ganze Nacht dagegen.

«Über die Hälfte der 200 000 Lehrlinge wären von der geplanten Lockerung des Arbeitsgesetzes betroffen», sagte Unia-Jugendsekretär Jean Christophe Schwaab.

Bereits heute würden Ausnahmeregelungen für das Gastgewerbe und die Bäckereien gewährt. Schwaab: «Eine neue Regelung ist unnötig.»

Zudem sei Nachtarbeit gesundheitsschädigend – vor allem für Jugendliche. Lehrlinge und Jugendgewerkschafter arbeiteten die ganze Nacht vor dem Bundeshaus, um gegen die neue Regelung zu protestieren.

Heute dürfen Jugendliche bis Ende des 19. Lebensjahrs und Lehrlinge bis Ende des 20. Lebensjahrs weder nach 23 Uhr noch sonntags arbeiten.

(csr)

Sollen Lehrlinge auch nachts und sonntags arbeiten?

Philipp (17), Lehrling, Zürich

Ich bin voll dagegen, selbst wenn ich mehr verdienen würde. Der Sonntag ist für die Freizeit da. Ich will doch nicht arbeiten, wenn meine Kollegen frei haben! Am Wochenende will ich Partys feiern.

Fabienne (19), Lehrling, Zollikofen

Ich bin strikte gegen Sonntagsarbeit für Lehrlinge. Der Aufwand als KV-Stift ist schon so gross genug. In vielen Betrieben muss man schon am Samstag arbeiten, da ist der Sonntag noch der einzige freie Tag.

Roger (17), Gym-nasiast, Adligenswil

Das finde ich nicht gut. Lehrlinge sollten normale Arbeitszeiten haben und weder nachts noch sonntags arbeiten. Der Druck ist zu gross, die Erholungszeit zu klein. Diese Regelung nützt nur den Arbeitgebern.

Anna (17), Gymnasiastin, Zürich

Die Lehre ist schon hart genug. Ich habe das Gefühl, die müssen sogar mehr arbeiten als Gymi-Schüler. Zudem besteht die Gefahr, dass Lehrlinge unter Druck gesetzt und zur Sonntags- und Nachtarbeit gezwungen werden.

Domenico (15), Gymnasiast, Basel

Nein. Lehrlinge sind ja noch jung. Deshalb ist es wichtig, dass sie viel Zeit für sich selbst und auch für ihre Familie haben. Abends und am Sonntag ist die einzige Zeit, in der auch arbeitende Familienmitglieder frei haben.

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