Aktualisiert 13.01.2014 08:42

Juso-KampagneNackt gegen Abtreibungs-Vorlage

«Kein Sexdiktat vom Staat»: Nur mit Plakaten bedeckt, posieren Juso-Mitglieder gegen die Abtreibungsinitiative. Die Initianten bezeichnen die Kampagne als irreführend.

von
Christoph Bernet

«Mein Körper. Meine Entscheidung.» Bloss von einem Blatt Papier verdeckt, zeigt eine nackte Jungsozialistin, was sie von der Volksinitiative «Abtreibungsfinanzierung ist Privatsache» hält. «Deine Moral hat hier nichts zu suchen!» steht auf einem Plakat, das bei einem anderen Juso-Mitglied die heiklen Stellen bedeckt.

Hinter der Kampagne steht laut Juso-Vizepräsidentin Ursula Näf der Gedanke, dass jeder Mensch selber über seinen Körper bestimmen darf. «Mit den Bildern wollen wir für den Schlussspurt vor der Abstimmung am 9. Februar mobilisieren.» Das Ziel der Juso sei, dass möglichst viele Leute ein eigenes «Nacktfoto» mit ihren Gedanken zur Initiative einschicken würden. Diese werden dann auf der Kampagnenwebsite veröffentlicht.

«Wir stellen Fristenregelung nicht in Frage»

Die Initianten planten einen Angriff auf das Recht der Frauen auf körperliche Selbstbestimmung, sagt Näf: «Die Initiative greift die Fristenregelung frontal an und stellt somit die Abtreibungsfreiheit in Frage.» Den Initianten gehe es nur vordergründig um die Finanzierung.

Dies bestreitet SVP-Ständerat Peter Föhn. Es gehe nicht um die Frage «Abtreibungen Ja oder Nein»: «Wir stellen die Fristenregelung, die das Volk gutgeheissen hat, nicht in Frage.» Die Juso-Kampagne sei irreführend.

Die Aussage «Mein Körper, meine Entscheidung» könne er auch unterschreiben, sagt Föhn: «Wir wollen nur, dass diese geforderte Selbstbestimmung über den eigenen Körper zu Ende gedacht und die dazugehörige Eigenverantwortung, das heisst mit der Finanzierung, übernommen wird.» Wer über seinen Körper bestimmen wolle, könne konsequenterweise nicht verlangen, dass die Finanzierung einer Abtreibung an die öffentliche Hand abgeschoben wird.

«Recht auf Abtreibung geritzt»

«Die Kostenübernahme von Schwangerschaftsabbrüchen durch die Krankenkasse ist ein zentraler Teil der heutigen Regelung», hält Ursula Näf entgegen. Falle sie weg, seien die Frauen auf sich allein gestellt, wie sie mit einer ungewollten Schwangerschaft fertig werden müssten. «Damit wird das Recht auf Abtreibungen geritzt», sagt Näf. Müssten Abtreibungen selber bezahlt werden, würden vor allem junge Frauen mit unerwarteten Ausgaben von bis zu 3000 Franken konfrontiert: «Das können sich viele gar nicht leisten.»

20 Minuten sucht Frauen, die abgetrieben haben. Inwiefern hat die Finanzierung durch die Krankenkasse Ihren Entscheid beeinflusst? Schreiben Sie an feedback@20minuten.ch

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