Aktualisiert 30.06.2014 18:13

Sex-StudieNackt schlafen macht Paare glücklicher

Glücklich dank Nacktschlafen: Laut einer Studie ist die Intimität zwischen Partnern grösser, wenn sie im Bett keine Kleider tragen. Schweizer Experten sind sich uneinig.

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Paare, die nackt unter die Decke schlüpfen, führen laut einer Studie von Cotton USA eine glücklichere Beziehung als jene, die im Pyjama schlafen.

Paare, die nackt unter die Decke schlüpfen, führen laut einer Studie von Cotton USA eine glücklichere Beziehung als jene, die im Pyjama schlafen.

Das Geheimnis einer glücklichen Ehe? Schlafen Sie nackt. Menschen, die im Adams- beziehungsweise Evakostüm ins Bett schlüpfen, sind laut einer Studie glücklicher in ihrer Partnerschaft als jene, die ein Pyjama tragen.

Die Organisation Cotton USA hat für die Studie rund 1000 Menschen befragt. 57 Prozent der Nackt-Schlafenden gaben an, eine glückliche Beziehung zu führen. Dasselbe sagten 48 Prozent der Pyjama-Träger, 43 Prozent der Nachthemd-Anhänger und 38 Prozent jener, die im Strampler unter die Bettdecke kriechen.

Stephen McKensie (33) aus Portsmouth, England, sagt, er schlafe schon seit sechs Jahren nackt und es sei einfach viel bequemer als mit Pyjama oder Boxershorts. «Meine Frau tut dasselbe und wir waren nie glücklicher.» Es helfe, sich zu entspannen, wenn man im Bett sei.

Viele Faktoren beeinflussten den Erfolg einer Beziehung, sagt Stephanie Thiers-Ratchliffe von Cotton USA zu «Daily Mail». «Aber ein Aspekt, der oft übersehen wird, ist die Atmosphäre im Schlafzimmer.» Die Bettwäsche könne sich extrem angenehm auf der Haut anfühlen, was die Offenheit und Intimität von Paaren fördere. «Und das erhöht schliesslich auch das Glücksgefühl in der Beziehung.»

Glückshormone und wache Sinne

Paar- und Sexualtherapeutin Rita Schnider kann sich das gut vorstellen: «Das Gefühl von nackter Haut macht zufrieden und kurbelt die Produktion von Glückshormonen an.» Liege man ohne Kleider im Bett, spüre, fühle und empfinde man alles viel stärker, was durchaus erregend sein könne. «Der Körper reagiert viel schneller auf jede Berührung, alle Sinne sind wach», sagt Schnider.

Natürlich seien die Vorlieben unterschiedlich und diese Studie treffe nicht auf jedermann zu. Grundsätzlich sei sie aber der Meinung, dass sich nackt schlafen sehr positiv auf eine Beziehung auswirken könne. «Nackt in ein kühles Bettlaken eingewickelt - Haut an Haut - das löst ein wohliges Gefühl aus.»

«Nacktsein wird zu etwas Normalem»

Maggie Tapert, Sexologin und Autorin, ist skeptischer: «Kleider können durchaus eine Art Grenze darstellen, aber daran ist nichts Schlechtes: Ein Pyjama kann dir Schutz und einen eigenen Raum geben. Den brauchst du auch, wenn du keinen Sex, sondern schlafen willst.» Nur weil man jede Nacht nackt ins Bett steige, bedeute das nicht, dass man mehr Sex oder eine glücklichere Beziehung habe. Im Gegenteil, das Nacktsein verliere so an Attraktivität, weil es zu etwas Normalem werde.

«Sex wird dann aufregend, wenn etwas Unerwartetes geschieht», so Tapert. Deswegen empfehle sie, nur hin und wieder das Pyjama wegzulassen, das sorge für einen Überraschungseffekt und bringe Spannung in die Beziehung.

Ursache und Wirkung vertauscht?

Sex-und Paartherapeut Klaus Heer sagt: «Diese Studie bringt mich zum Schmunzeln.» Textilfreies Schlafen habe nichts mit Glücklichsein zu tun, sondern sei schlicht von Gewohnheiten und der Temperatur im Schlafzimmer abhängig. Dass es wegen dem fehlenden Pyjama eher zu Sex kommt, glaubt er nicht. «Höchstens, wenn sie verliebt sind, später hängt diese Chance von ganz anderem ab.»

Seiner Meinung nach werden hier Ursache und Wirkung vertauscht: «Wenn zwei Leute glücklich sind miteinander, werden sie wahrscheinlich eher frei und freudig nackt miteinander ins Bett steigen.» Aber umgekehrt: «Wer keine Freude hat aneinander, dem nützt Nacktheit gar nichts.»

Bruno Wermuth, «Doktor Sex» von 20 Minuten, hat noch eine andere Theorie: «Wer nackt schläft, ist unkonventionell - und deshalb glücklicher.»

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