St. Gallen: Nackte flitzen durch das Casino
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St. GallenNackte flitzen durch das Casino

Zwei junge Männer sind am Samstagabend nackt durch das Swiss Casino St. Gallen gerannt. Danach haben sie sich für die Aktion entschuldigt.

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Das Swiss Casinos St. Gallen...

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Swiss Casinos St. Gallen
... hat am Samstagabend aussergewöhnlichen Besuch.

... hat am Samstagabend aussergewöhnlichen Besuch.

Swiss Casinos St. Gallen
Plötzlich zogen nämlich zwei junge Herren blank.

Plötzlich zogen nämlich zwei junge Herren blank.

zvg

«Plötzlich rannten die beiden jungen Herren quer durch das Casino und zwar so, wie Gott sie schuf», berichtet ein Augenzeuge, der am Samstag im Swiss Casinos in St. Gallen war.

Laut Richard Frehner, Gaming Manager des Casinos, war die Blankzieh-Aktion vermutlich Teil einer Wette. «Die beiden jungen Männer waren mit zwei anderen Kollegen am Samstagabend bei uns und hatten einen feucht-fröhlichen Abend», so Frehner. Kurz vor dem Strip, hätten sie am Roulettetisch sogar noch Geld gewonnen. «Dann kamen sie offenbar auf die Schnapsidee mit dem Ausziehen.» Zwei von ihnen hätten sich auf der Herrentoilette ausgezogen und kamen dann im Adamskostüm hervor. Die anderen zwei hätten ihre Kleider getragen. «So rannten sie quer durch das Casino und hinaus», sagt Frehner. Später seien sie zurückgekehrt und hätten sich für die Aktion entschuldigt. «Es sei eben ein glatter Abend gewesen, ganz nach dem Motto 'Dem Alltag entfliehen'.»

Hausverbot als Konsequenz

Das alles lief laut Frehner sehr schnell. Für ihn ist klar: «So etwas wird bei uns nicht toleriert.» Die Herren haben deshalb bis auf Weiteres Hausverbot. «Aggressiv waren sie aber nicht und sie haben auch keine anderen Gäste belästigt», betont Frehner. Zudem seien sie vorher auch nicht negativ aufgefallen.

Ähnliche Vorfälle mit Nackten im Casino sind Frehner nicht bekannt. Allerdings gab es durchaus schon unangenehme Gäste, etwa solche, die zu viel getrunken hatten, worauf das Reinigungspersonal aufgeboten werden musste.

Am Wochenende als Sittenpolizei unterwegs

Bei der Polizei ging keine Meldung über die Flitzer ein. Mit Nackten habe die Polizei aber durchaus schon zu tun gehabt. «Meist sind es verwirrte Menschen, die dann nackt herumrennen. Im Sommer gibt es auch Meldungen wegen Nacktwanderern», so Florian Schneider, Mediensprecher der Kantonspolizei St. Gallen. An einen Fall kann er sich auch erinnern, als bei einer Party in Gossau im Juni 2011 ein Jugendlicher nackt ums Haus gerannt ist. «Nachbarn verständigten die Polizei. Diese rückte aus und bat ihn, sich wieder anzuziehen.»

Am Wochenende komme es auch häufiger vor, dass die Polizei als Sittenpolizei für Ruhe und Ordnung sorgen müsse. «Jugendliche kommen oft auf Schnapsideen, die sie selbst wohl lustig finden, andere aber weniger. Meist geht das mit ziemlich viel Lärm einher», so Schneider. In diesen Fällen werde die Polizei gerufen, um einzugreifen. Strafrechtliche Konsequenzen habe das für die Jugendlichen meist nicht.

Solche Einsätze wegen Unfug kennt auch Matthias Graf, Mediensprecher der Kantonspolizei Thurgau. «Es kommt schon vor, dass sich besorgte Bürger bei uns melden und wenn dann eine Polizeipatrouille ausrückt, stellt sich heraus, dass keine böswillige Absicht oder Straftat vorliegt.»

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