Aktualisiert 07.02.2020 07:02

Basels erstes Nacktrestaurant

Nackte Haut, Schnitzel und Kartoffelsalat

Ende Februar soll Basels erste Nacktbeiz ihre Türen öffnen. Vorbild ist ein Pariser Nudisten-Lokal – das seine Tore bereits wieder geschlossen hat.

von
mhu
1 / 6
Ende Februar soll es in der Kleinbasler Rebgasse das erste Nacktrestaurant geben.

Ende Februar soll es in der Kleinbasler Rebgasse das erste Nacktrestaurant geben.

O Naturel Paris
Dort wo früher die Gay-Bar «Elle et Lui» war, soll sie ihre Türen öffnen.

Dort wo früher die Gay-Bar «Elle et Lui» war, soll sie ihre Türen öffnen.

Gaybasel
Auf den ersten Blick scheint sich das Lokal nicht von den anderen Beizen der Stadt zu unterscheiden.

Auf den ersten Blick scheint sich das Lokal nicht von den anderen Beizen der Stadt zu unterscheiden.

Google Maps

Wo 1974 Basels erste Gaybar «Elle et Lui» eröffnet wurde, an der Rebgasse 39, soll Ende Februar das erste Nackt-Restaurant der Schweiz seine Türen öffnen. Nachdem ein Brand im August 2019 dem Betrieb ein zwischenzeitliches Ende setzte, startet er nun mit einem neuen Pächter.

Auf den ersten Blick scheint sich der Betrieb nicht gross von anderen Beizen zu unterscheiden: Es gibt Tische, eine Bar, zwei Menüs pro Tag und ortsübliche Preise, schreibt die «bz Basel».

Bei der Garderobe hören die Gemeinsamkeiten dann allerdings auf: Hier sollen Gäste ihre ganze Kleidung abgeben. Und nicht nur sie, auch das Serviepersonal und die DJs sollen nackt sein. «Jeder ist willkommen. Du gibst deine Kleidung ab und dann kannst du nackt essen und trinken», erklärt der neue Pächter Diego seine Geschäftsidee gegenüber der Regionalzeitung. Einen nackten Koch gibt es allerdings nicht, das Essen werde per Catering geliefert. Auf dem Menuplan stehen Wienerschnitzel und Kartoffelsalat.

Pächter des Lokals ist Bordellbesitzer

Diego, wie der Pächter genannt werden will, ist in Basel kein Unbekannter. Seit Jahren ist er im hiesigen Rotlichtmilieu tätig. Beispielsweise als Betreiber der sogenannten Kontaktbar Captain Hook oder im Erotik Salon Edelweiss, einem Bordell. Das neue Nacktlokal, «Edelweiss Basel – Nudisten Lounge» mit vollem Namen, sei aber weder eine Kontaktbar noch ein Bordell, betont er gegenüber 20 Minuten.

Vielmehr solle das Lokal «normale Leute» anlocken. «Wie wenn man an einen Nudsitenstrand geht, soll es auch in meiner Beiz kein Problem sein, wenn man nackt essen geht. Man soll hier seinen Nudismus ausleben dürfen», so der Pächter.

«Überall im Lokal sind Hygienespender verteilt»

Doch wie sieht es mit der Hygiene der Nacktbar aus? «Grundsätzlich ist der Markt frei», erklärt Maurus Ebneter, Präsident des Wirteverbands. «Ein grösseres Problem als die Hygiene wird wahrscheinlich die Arbeitssicherheit sein, denn Kleidung hat eine Schutzfunktion. In unserem Gewerbe kommt es relativ oft zu Bagatellunfällen, wie zum Beispiel Vebrennungen durch heisse Suppen oder Verletzungen durch Glas.»

Laut Diego sei für die Hygiene im Lokal gesorgt, überall seien Hygienspender in den Räumlichkeiten verteilt, zudem würden den Gästen Handtücher gegeben, die sie vor dem zu Tischgehen auf die Stühle legen müssten.

Gleiches Konzept scheiterte in Paris

Inspirieren lassen hat sich Diego vom Pariser Nudistenrestaurant O'Naturel, das ein ähnliches Konzept verfolgte, jedoch bereits wieder dicht gemacht hat. Die Scham war offensichtlich grösser als der Umsatz. Dennoch ist sich der Milieu-Gastronom sicher: «Die Basler sind sicher weniger engstirnig als die Pariser.» Falls jemand in seinem Restaurant dann doch Anfangsscheu habe und sich nicht wohlfühle, dürfe er die Unterwäsche auch anbehalten.

Ob das Nudisten-Lokal bereits Ende Monat eröffnen kann, ist jedoch fraglich. Bis jetzt wurde beim Gastgewerbeinspektorat noch keine Betriebsbewilligung beantragt, wie dieses auf Anfrage von 20 Minuten mitteilte. Er werde dies noch in dieser Woche machen, sagte Diego.

Fehler gefunden?Jetzt melden.