French Open: Nadal auch gegen Andujar gefordert
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French OpenNadal auch gegen Andujar gefordert

Zwei Tage nach dem Fünfsatz-Erfolg gegen John Isner musste Rafael Nadal am French Open auch bei seinem zweiten Auftritt alles geben.

von
fbu

Der Weltranglisten-Erste wurde von Landsmann Pablo Andujar (ATP 48) massiv gefordert und kam nur mit viel Réussite um (mindestens) einen Satzverlust herum. Nadal siegte nach 3:18 Stunden 7:5, 6:3, 7:6 (7:4), wobei er im letzten Satz einen 1:5, 0:40-Rückstand wettmachte und insgesamt acht Satzbälle abwehrte. Der letzte Durchgang dauerte allein 92 Minuten und auch Andujar zeigte, wie man Nadal derzeit beikommen kann.

Mit sehr aggressiven Grundschlägen setzte er den Favoriten oft unter Druck und massierte vor allem dessen Vorhand. Wenn er seine vielen Chancen - er verwertete nur 5 von 16 Breakbällen, Nadal 7 von 11 - besser genutzt hätte, hätte der Abend für den fünffachen Champion noch viel unangenehmer werden können.

Eine gute Nachricht erhielt der bisher noch nicht restlos überzeugende Nadal kurz nach Ende seiner Partie. Sein möglicher nächster Widersacher, Nikolai Dawydenko (Russ/28), verabschiedete sich nach fünf Sätzen gegen den kroatischen Qualifier Antonio Veic (ATP 227), der Nadal kaum gefährden kann.

Am Freitag steht im Bois de Boulogne ein Tag an, auf den sich alle Fans freuen. Auf dem Centre Court kommt es zum Drittrunden-Duell zwischen Stanislas Wawrinka und Jo-Wilfried Tsonga, direkt anschliessend fordert Juan Martin del Potro den Saison-Dominator Novak Djokovic. Angesichts dieser Affiche wird Roger Federer gegen Janko Tipsarevic auf den Court Suzanne Lenglen «verbannt», ebenso wie die Weltranglisten-Erste Caroline Wozniacki (gegen Daniela Hantuchova).

Federer und Wawrinka live auf SF zwei

SF zwei überträgt freitags vom French Open in Paris ab 12.55 Uhr live zunächst das Drittrundenspiel von Roger Federer gegen den Serben Janko Tipsarevic und im Anschluss dasjenige von Stanislas Wawrinka gegen den Franzosen Jo-Wilfried Tsonga.

Murray gewinnt in drei Sätzen

Andy Murray besiegte seinen italienischen Gegner Simone Bolelli mit 7:6(7:3), 6:4, 7:5. Der erste Satz war hart umkämpft. Die Partie dauerte 168 Minuten. In der nächsten Runde trifft der Brite auf den Sieger der Partie zwischen Arnaud Clement und Michael Berrer.

Auch Robin Söderling gab sich keine Blösse und besiegte seinen spanischen Gegner Albert Ramos in drei Sätzen mit 6:3, 6:4, 6:4. Jetzt trifft er entweder auf Marcos Baghdatis oder Leonardo Mayer. Ebenfalls durchgesetzt hat sich der Kroate Ivan Ljubicic. Er siegte im Duell gegen den Amerikaner Sam Querrey in drei Sätzen und trifft jetzt auf Fernando Verdasco.

Melzers fatales Nachlassen

In die Serie der «Achterbahn-Spiele» fügte sich unfreiwillig auch Jürgen Melzer ein. Österreichs Sportler des Jahres führte gegen den tschechischen Qualifier Lukas Rosol (ATP 111) mit 2:1 Sätzen und 4:1, ehe er plötzlich nur noch ein Schatten seiner selbst war und nach zwei vergebenen Matchbällen noch mehr abbaute. Im fünften Satz stemmte er sich dann beim Stande von 1:4 nochmals gegen die Niederlage, schaffte aber die Kurskorrektur nicht mehr. Der Vorjahres-Halbfinalist dürfte damit seinen Platz in den Top ten zumindest temporär verlieren.

Clijsters draussen, Scharapowa weiter

Die Anhänger von Frauentennis und Spannung kamen am fünften Turniertag des French Open auf ihre Rechnung.

Kim Clijsters schied nach klarer Führung aus, Maria Scharapowa schaffte ein unwahrscheinliches Comeback.

Am späteren Nachmittag schien das Turnier einen Stern zu verlieren, dafür stand ein anderer kurz vor der Geburt. Maria Scharapowa lag gegen die Französin Caroline Garcia (WTA 188) mit 3:6, 1:4 im Rückstand. Niemand wäre zu diesem Zeitpunkt auf die Idee gekommen, dass da die frisch gekürte Rom-Championne gegen die jüngste im Tableau verbliebene Spielerin (17 Jahre, 7 Monate) im Einsatz stand, welche noch nie zuvor gegen ein Mitgleid aus den Top 50 gespielt hatte.

Scharapowa kam mit dem starken Wind nicht zurecht und hatte eine gewaltige Streuung, Garcia trat hingegen so unbeschwert auf, wie sie dies vorher angekündigt hatte. Bis zu jenem Zeitpunkt wenigstens, dann erhielt der französische Begriff «montagne russe»" eine andere, für Garcia bittere Dimension: Die «Achterbahnfahrt» bekam ihr schlecht, die massiv grössere Erfahrung von Scharapowa setzte sich durch, sie gewann die letzten elf Games und zog so den Kopf aus der Schlinge.

Die andere Wende hatte sich bereits am frühen Nachmittag ereignet. Nachdem die als Nummer 2 gesetzte Kim Clijsters gegen Arantxa Rus (WTA 114) 6:3, 5:2 geführt und dann zwei Matchbälle vergeben hatte, brach bei der Belgierin das Spiel völlig auseinander. Die Australian-Open-Siegerin, welche die gesamte Sandsaison aufgrund verschiedener Verletzungen verpasst hatte, reihte Fehler an Fehler, am Schluss notierten die Statistiker 65 unerzwungene Fehler. «Ich versuche zu verstehen, was passiert ist. Plötzlich ging einfach nichts mehr», erklärte Clijsters, die seit 2006 erstmals wieder in Paris spielte.

Die Fehlerorgie ihrer Gegnerin beim 3:6, 7:5, 6:1 soll die Leistung von Rus indes nicht schmälern. Die grossgewachsene und dünne Holländerin war einst die weltbeste Juniorin und konnte ihr Potenzial vornehmlich wegen Blessuren nicht abrufen. Viele Experten bescheinigen ihr grosse Möglichkeiten, zumal sie aus einem gesunden Umfeld kommt, sprich, ihre Eltern keinerlei Druck ausüben.

Roland Garros. French Open. Grand-Slam-Turnier (21,757 Mio Franken/Sand). 2. Runde. Männer:

Rafael Nadal (Sp/1) s. Pablo Andujar (Sp) 7:5, 6:3, 7:6 (7:4). Andy Murray (Gb/4) s. Simone Bolelli (It) 7:6 (7:3), 6:4, 7:5. Robin Söderling (Sd/5) s. Albert Ramos (Sp) 6:3, 6:4, 6:4. Mardy Fish (USA/10) s. Robin Haase (Ho) 7:6 (7:1), 6:2, 6:1. Viktor Troicki (Ser/15) s. Tobias Kamke (De) 6:2, 6:2, 7:6 (7:4). Fernando Verdasco (Sp/16) s. Xavier Malisse (Be) 4:6, 6:3, 7:6 (7:5), 6:1. Alejandro Falla (Kol) s. Florian Mayer (De/20) 4:6, 7:6 (7:4), 6:1, 6:2. Ivan Ljubicic (Kro) s. Sam Querrey (USA/24) 7:6 (7:2), 6:4, 6:4. Leonardo Mayer (Arg) s. Marcos Baghdatis (Zyp/27) 7:5, 6:4, 7:6 (8:6). Antonio Veic (Kro) s. Nikolai Dawydenko (Russ/28) 3:6, 6:2, 7:5, 3:6, 6:1. Lukasz Kubot (Pol) s. Carlos Berlocq (Arg) 6:3, 7:6 (7:4), 6:3.

Frauen:

Arantxa Rus (Ho) s. Kim Clijsters (Be/2) 3:6, 7:5, 6:1. Li Na (China/6) s. Silvia Soler-Espinosa (Sp) 6:4, 7:5. Maria Scharapowa (Russ/7) s. Caroline Garcia (Fr) 3:6, 6:4, 6:0. Petra Kvitova (Tsch/9) s. Zheng Jie (China) 6:4, 6:1. Agnieszka Radwanska (Pol/12) s. Sania Mirza (Ind) 6:2, 6:4. Andrea Petkovic (De/15) s. Lucie Hradecka (Tsch) 7:6 (7:2), 6:2. Kaia Kanepi (Est/16) s. Heather Watson (Gb) 6:1, 6:3. Yanina Wickmayer (Be/21) s. Ayumi Morita (Jap) 6:4, 7:5. Maria Kirilenko (Russ/25) s. Chanelle Scheepers (SA) 6:1, 6:4. Sorana Cirstea (Rum) s. Alexandra Dulgheru (Rum/27) 6:2, 7:5. Roberta Vinci (It/30) s. Iryna Bremond (Fr) 6:3, 6:4. Vania King (USA) s. Elena Baltacha (Gb) 4:6, 6:1, 6:4. Chan Yung-Jan (Taiwan) s. Jill Craybas (USA) 6:1, 6:4. Jekaterina Makarowa (Russ) s. Johanna Larsson (Sd) 6:3, 7:6 (7:5). (fbu/si)

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