French Open: Nadal souverän - Murray mit Rückenproblemen
Aktualisiert

French OpenNadal souverän - Murray mit Rückenproblemen

Rafael Nadal gibt sich an den French Open weiterhin keine Blösse. Andy Murray lag gegen den Jarkko Nieminen 1:6, 2:4 zurück, ehe er den Match noch drehte.

Problemlos überstand Titelverteidiger Rafael Nadal die 2. Runde gegen den Usbeken Denis Istomin (ATP 43). Der Mallorquiner gab bei seinem 151. Sieg auf Grand-Slam-Niveau, dem 47. beim French Open, nur vier Games ab. Nach 110 Minuten stand der 6:2, 6:2, 6:0-Erfolg fest. Bei seinem ersten Auftritt hatte er lediglich fünf Games abgegeben.

«Man kann immer besser spielen», meinte Nadal nach seiner Demonstration. «Aber ich bin zufrieden mit meiner Form. Ich werde von Tag zu Tag besser.» Schlechte Neuigkeiten für seinen nächsten Gegner, den Argentinier Eduardo Schwank (ATP 192), der über die Qualifikation den Weg bis in die Runde der letzten 32 fand.

Murray mit Rückenproblemen

Andy Murray stand dem Ausscheiden ganz nahe. Der Schotte war in der Anfangsphase seiner Zweitrundenpartie von schlimmen Rückenschmerzen geplagt. Am Ende setzte er sich gegen den Finnen Jarkko Nieminen 1:6, 6:4, 6:1, 6:2 durch.

Eine gute Stunde lang schien Murrays Out nur eine Frage der Zeit. Im ersten Satz gegen den Weltranglisten-48. musste sich der letztjährige Halbfinalist wegen eines Hexenschusses dreimal am Rücken behandeln lassen. Dreimal gab er im ersten Satz auch seinen Aufschlag ab und lag 1:6, 2:4 zurück. «Es war ein sehr schwieriger und schmerzhafter Start. Man hatte mir nach dem ersten Satz empfohlen aufzugeben», erklärte Murray, der seit Ende des letzten Jahres immer wieder unter Rückenbeschwerden leidet.

Streit zwischen Granollers und Sousa

Verschiedentlich habe er ans Aufgeben gedacht, gestand Murray. Weil der Physiotherapeut und die Ärzte ihm versichert hatten, dass die Verletzung durchs Spielen nicht schlimmer wird, biss er sich durch. Wie es nun aber weitergeht, vermochte Murray nicht zu sagen: «Ich habe keine Ahnung, was in zwei Tagen sein wird.» Das physische Problem kommt für den Briten zu einem sehr ungünstigen Moment mit vielen grossen Anlässen, die anstehen. Wimbledon und die Olympischen Spiele seien aber nicht in Gefahr, versicherte Murray. Lässt es der Rücken zu, spielt der dreifache Grand-Slam-Finalist am Samstag gegen den Kolumbianer Santiago Giraldo (ATP 50), der sich überraschend locker gegen den australischen Hoffnungsträger Bernard Tomic (ATP 29) durchsetzte.

Clément sagte Adieu

Seinen letzten Einzelauftritt in Roland Garros hatte am Donnerstag der demnächst zurücktretende Arnaud Clément. Der 34-jährige Franzose und älteste Spieler im Männertableau verlor auf dem Court 1 gegen den jungen Belgier David Goffin. Nachdem die Partie am Vortag wegen Regens hatte abgebrochen werden müssen, dauerte sie nur noch ein Game.

«Es ist fantastisch, was ich in den letzten Jahren erleben durfte», schwelgte Clément nach der Ehrung auf dem Platz in Erinnerung. Der kleine Südfranzose avancierte in seiner Heimat dank seinem grossen Kämpferherz zum Publikumsliebling. Clément zeichnet sich durch starke Laufarbeit und einer tadellosen Arbeitseinstellung aus. Diese führte ihn zu fünf Einzeltiteln auf der Tour und 2001 - unter anderem nach einem Sieg gegen Roger Federer - bis in den Final des Australian Opens, den er gegen Andre Agassi verlor. Im gleichen Jahr gewann er mit dem französischen Team den Davis Cup.

In Roland Garros, auf dem für sein Konterspiel wenig vorteilhaften Sand, war Clément nie sonderlich erfolgreich, hält aber nichtsdestotrotz einen Rekord, der gut zu ihm passt: 2004 bestritt und verlor er gegen Landsmann Fabrice Santoro den bisher längsten Match auf dem Sand von Roland Garros (6 Stunden 33 Minuten).

Marathonmatch von Isner und Mathieu

Der zweitlängste Match in der Geschichte von Roland Garros fand am Donnerstag statt. Marathon-Spezialist John Isner (ATP 11), der 2010 in Wimbledon die Rekordzeit von elf Stunden und fünf Minuten gegen Nicolas Mahut auf dem Platz gestanden hatte, verlor gegen den Franzosen Paul-Henri Mathieu (ATP 261) nach 5 Stunden und 41 Minuten 7:6 (7:2), 4:6, 4:6, 6:3, 16:18. Seit das Tiebreak 1971 eingeführt wurde, gab es noch nie eine Partie mit mehr gespielten Games (76).

Mathieu hatte im letzten Februar nach über einjähriger verletzungsbedingter Absenz sein Comeback gegeben. Er war er aber im richtigen Moment topfit. Im fünften Satz war er der aktivere Spieler, hatte schon bei 11:10 drei Matchbälle und nochmals zwei bei 15:14, bevor er Isner den Service zum 18:16 abnahm. Der fünfte Satz dauerte alleine über zweieinhalb Stunden. Isner wird sich davon erholen. Beim Rekordmatch in Wimbledon hatte der fünfte Satz über acht Stunden gedauert und mit 70:68 geendet. Allerdings ging die Partie damals über drei Tage und der Sieger hiess Isner.

Titelverteidigerin souverän

Bei den Frauen qualifizierten sich die beiden Finalistinnen des Vorjahres auf unterschiedliche Art und Weise für die 3. Runde. Die Titelverteidigerin Li Na (WTA 7), die 2011 als erste Asiatin einen Grand-Slam-Titel gewonnen hatte, setzte sich gegen die Französin Stéphanie Foretz Gacon sicher und schnell 6:0, 6:2 durch. Foretz Gacon gewann zwar die ersten zwei Punkte der Partie, verlor dann aber die ersten zehn Games. Francesca Schiavone (WTA 12), die 2010 in Paris erste italienische Grand-Slam-Siegerin geworden war, steigerte sich nach verlorenem Startsatz zum 2:6, 6:3, 6:1 gegen die Bulgarin Tswetana Pironkowa (WTA 41).

Paris. French Open (18'718'000 Euro/Sand). Männer. 2. Runde:

Rafael Nadal (Sp/2) s. Denis Istomin (Usb) 6:2, 6:2, 6:0.

Andy Murray (Gb/4) s. Jarkko Nieminen (Fi) 1:6, 6:4, 6:1, 6:2.

Jo-Wilfried Tsonga (Fr/5) s. Cedrik-Marcel Stebe (De) 6:2, 4:6, 6:2, 6:1.

David Ferrer (Sp/6) s. Benoit Paire (Fr) 6:3, 6:3, 6:2.

Janko Tipsarevic (Ser/8) s. Jérémy Chardy (Fr) 7:6 (7:4), 6:1, 7:5.

Pal-Henri Mathieu (Fr) s. John Isner (USA/10) 6:7 (2:7), 6:4, 6:4, 3:6, 18:16.

Nicolas Almagro (Sp/12) s. Marcos Baghdatis (Zyp) 6:4, 6:3, 7:5.

Juan Monaco (Arg/13) s. Lukas Rosol (Tsch) 7:6 (7:4), 6:0, 7:6 (7:5).

Richard Gasquet (Fr/17) s. Grigor Dimitrov (Bul) 5:7, 7:5, 6:2, 6:3.

Milos Raonic (Ka/19) s. Jesse Levine (USA) 6:4, 7:5, 6:2.

Leonardo Mayer (Arg) s. Philipp Kohlschreiber (De/24) 7:6 (7:5), 7:6 (7:4), 7:5.

Santiago Giraldo (Kol) s. Bernard Tomic (Au/25) 6:4, 6:1, 6:3.

Michail Juschni (Russ/27) s. Robin Haase (Ho) 6:3, 7:6 (7:5), 6:4.

Fabio Fognini (It) s. Viktor Troicki (Ser/28) 6:2, 3:6, 4:6, 6:3, 8:6.

Julien Benneteau (Fr/29) s. Dimitri Tursunow (Russ) 6:4, 6:4, 6:4.

Eduardo Schwank (Arg) s. Florian Mayer (De/32) 2:6, 6:3, 6:4, 7:6 (7:4).

David Goffin (Be) s. Arnaud Clément (Fr) 3:6, 7:6 (7:2), 0:6, 6:2, 6:1.

Tommy Haas (De) s. Sergej Stachowski (Ukr) 6:2, 6:3, 6:2.

Frauen. 2. Runde:

Petra Kvitova (Tsch/4) s. Urszula Radwanska (Pol) 6:1, 6:3.

Li Na (China/7) s. Stéphanie Foretz Gacon (Fr) 6:0, 6:2.

Caroline Wozniacki (Dä/9) s. Jarmila Gajdosova (Au) 6:1, 6:4.

Angelique Kerber (De/10) s. Olga Goworzowa (WRuss) 6:3, 6:2.

Francesca Schiavone (It/14) s. Tswetana Pironkowa (Bul) 2:6, 6:3, 6:1.

Klara Zakopalova (Tsch) s. Maria Kirilenko (Russ/16) 6:4, 3:6, 6:3.

Varvara Lepchenko (USA) s. Jelena Jankovic (Ser/19) 7:6 (7:4), 4:6, 6:4.

Anastasia Pawljutschenkowa (Russ/22) s. Melinda Czink (Un) 6:4, 3:6, 3:6.

Kaia Kanepi (Est/23) s. Irina-Camelia Begu (Rum) 6:4, 6:1.

Julia Görges (De/25) s. Heather Watson (Gb) 6:4, 6:3.

Peng Shuai (China/28) s. Lourdes Dominguez Lino (Sp) 6:4, 6:3.

Nina Bratschikowa (Russ) s. Claire Feuerstein (Fr) 3:6, 6:3, 7:5.

Carla Suarez Navarro (Sp) s. Sesil Karatantschewa (Kas) 4:6, 6:4, 6:1.

Arantxa Rus (Ho) s. Virginie Razzano (Fr) 6:3, 7:6 (7:3).

Christina McHale (USA) s. Lauren Davis (USA) 6:1, 6:3.

Jaroslawa Schwedowa (Kas) s. Sofia Arvidsson (Sd) 6:1, 6:0. (si)

Deine Meinung