Wunderschläger 2.0: Nadal will mit Chip im Racket Federer schlagen
Aktualisiert

Wunderschläger 2.0Nadal will mit Chip im Racket Federer schlagen

Rafael Nadal möchte beim French Open seinen siebten Titel holen. Damit der Sandplatzkönig in Paris erneut triumphiert, hat sein Ausrüster einen intelligenten Schläger entwickelt.

von
Philipp Reich

Rafael Nadal hat im Kampf um den French-Open-Titel 2012 einen vielleicht entscheidenden Vorteil auf die Konkurrenz um Roger Federer oder Novak Djokovic. Der spanische Sandkönig ist von seinem Ausrüster Babolat just auf das grösste Sandplatzturnier des Jahres mit einer neuen technologischen Wunderwaffe ausgestattet worden.

Das Arbeitsgerät des 10-fachen Grand-Slam-Siegers enthält seit neuestem einen Chip im Schlägergriff. Ein Sensor zeichnet Daten über die Spielweise von Nadal auf und überträgt diese auf einen Computer oder ein Smartphone. Der 25-jährige Spanier kann so checken, wo er den Ball trifft und wie stark der Spin bei seinen Schlägen sein wird. Ausser dem integrierten Sensor ist das neue Racket mit einem herkömmlichen Schläger vollkommen identisch, so dass das Spielgefühl des auf Veränderungen empfindlichen Spaniers nicht gestört wird.

«Der interaktive Tennisschläger ist ein wunderbares Werkzeug», freut sich Nadal über die technische Innovation seines Ausrüsters. «Die Tatsache, über diese neue Technologie zu verfügen, um die Daten meiner Matches zu analysieren, markiert eine neue Art und Weise, mein Spiel zu verstehen.» So will sich der Spanier noch einmal verbessern und sich den vielleicht entscheidenden Vorteil gegenüber der Konkurrenz verschaffen. Neben Nadal können übrigens auch Jo-Wildried Tsonga, Li Na oder Kim Clijsters auf die neue Wunderwaffe zurückgreifen.

Ammanns Erfolg dank technologischem Vorteil

Dass technische Innovation Vorteile bringt, hat zuletzt der Schweizer Skispringer Simon Ammann bewiesen. Der Toggenburger wurde auch dank seinem neuen Bindungssystem in Vancouver 2010 zum zweiten Mal Doppel-Olympiasieger. Ammann benutzte damals statt einer herkömmlichen Bindung als Einziger ein System mit einem leicht gekrümmten Bindungszapfen. Zwar bauten die Österreicher Ammanns Wunderwaffe in kürzester Zeit nach, doch die Umstellung bereitete den ÖSV-Adlern um Gregor Schlierenzauer und Thomas Morgenstern grosse Probleme. Schliesslich versuchten es die Österreicher mit einem Protest, der aber abgeschmettert wurde.

Einen ähnlichen Weg wie Simon Ammann wollen in diesem Sommer die Schweizer Mountainbiker gehen. Die Tüftler entwickelten eigens für Olympia-Strecke in London angefertigte Bikes. Die möglichen «Gold»-Velos sind nicht mit den üblichen 26- oder 29-Zoll-Rädern ausgestattet, sondern liegen mit 27,5 Zoll genau in der Mitte. Das und weitere, individuelle Anpassungen sollen ihnen den entscheidenden Vorteil bringen.

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