Aktualisiert

Fifa-SkandalNächste WM ohne Deutschland?

Den Fifa-Kongress werden die Uefa-Verbände nicht boykottieren. Aber vielleicht die nächste Weltmeisterschaft.

von
ofi/isa
Noch ist er Präsident: Joseph Blatter vor dem Fifa-Kongres in Zürich

Noch ist er Präsident: Joseph Blatter vor dem Fifa-Kongres in Zürich

Uefa-Präsident Michel Platini soll angedeutet haben, mit den Uefa-Verbänden einen Boykott der Fußball-Weltmeisterschaft 2018 in Russland besprechen zu wollen. Es werde "demokratische Entscheidungen" geben, berichtet "Bild.de".

Das Drohszenario äußerte Platini am Vorabend des Fifa-Kongresses. Fifa-Präsident Blatter will wiedergewählt werden, während gegen mehrere Mitglieder der Fifa-Spitze wegen Korruptionsverdacht ermittelt wird.

Uefa will Blatter loswerden

Die Uefa will bei der Fifa-Wahl Ali bin al-Hussein unterstützen. Platini machte bei einer Sitzung am Donnerstag Stimmung für den Blatter-Konkurrenten vor den europäischen Verbänden. "Es gibt noch einige, die nicht ganz überzeugt sind, aber die ganz grosse Mehrheit Europas wird für den Wechsel stimmen."

Der Franzose forderte auch alle anderen Länder auf, sich Europa anzuschliessen und ihre Stimme dem Herausforderer zu gegeben. "Ich weiss nicht, wie viele Stimmen Bin al-Hussein bekommen wird, aber nach den Vorkommnissen der letzten Tage kann ich mir vorstellen, dass es viele sein werden. Ich kann mir vorstellen, dass Blatter am Freitag abgewählt wird. Genug ist genug."

Uefa könnte Verschiebung der Wahl beantragen

Eine andere mögliche Strategie hinter der Kongress-Teilnahme der Uefa sieht Guido Tognoni, ehemaliger Fifa-Medienchef, darin, dass die Uefa am Kongress eine Abstimmung über die Wahl-Verschiebung verlangen werde. "Es ist gut möglich, dass die anderen Verbände signalisiert haben, dass sie einer Verschiebung zustimmen würden", vermutet Tognoni.

Damit müsste ein ausserordentlicher Kongress einberufen werden, um die Wahl neu anzusetzen. Gemäss dem Ex-Fifa-Mitarbeiter wäre das aber alles andere als in Blatters Sinn: "Blatter braucht die Wahl jetzt."

Dennoch bedauert Tognoni den Entscheid der Uefa-Mitglieder: "Es wäre ein klareres Zeichen gewesen, wenn sie die Wahl boykottiert hätten." Aber er könne letztlich natürlich auch nur über die Strategie der Europäer spekulieren. Ohne Risiko sei so eine Abstimmung am Kongress auch nicht. Vor vier Jahren hätten die Engländer die Wahl verschieben wollen und seien fast ausgebuht worden, erinnert sich der 64-Jährige.

Deine Meinung

Fehler gefunden?Jetzt melden.