Aktualisiert 14.06.2004 12:21

Nagelbombe war ferngezündet

Die bei dem Anschlag in Köln verwendete Bombe ist ferngezündet worden. Bei der Explosion am Mittwoch vergangener Woche waren 22 Personen verletzt worden, vier davon schwer.

Das hat nach Angaben von Staatsanwaltschaft und Polizei die Untersuchung der am Tatort gefundenen Bruchstücke durch Experten des Landeskriminalamtes ergeben. Die Bombe bestand demnach aus einer Gasflasche, die mit Schwarzpulver und Nägeln gefüllt war. Der Sprengsatz sei höchstwahrscheinlich auf dem Gepäckträger eines Fahrrades angebracht gewesen, nach dessen Besitzer die Polizei seit Freitag öffentlich fahndet.

Bei der Explosion am Mittwoch vergangener Woche waren 22 Personen verletzt worden, vier davon schwer. Die Opfer waren fast ausschliesslich Türken oder türkischstämmige Deutsche. Die 20-köpfige Mordkommission ermittle weiterhin in alle Richtungen, sagte ein Polizeisprecher am Montag. Weder ein politischer noch ein allgemeinkrimineller Hintergrund für die Tat könnten bisher ausgeschlossen werden.

Zur Fahndung nach dem etwa 30-jährigen und möglicherweise blonden Radfahrer seien etwa 30 Hinweise aus der Bevölkerung eingegangen, ohne dass bereits eine heisse Spur dabei gewesen sei, erklärte die Polizei. Der Mann soll nach Angaben von Zeugen wenige Minuten vor der Explosion ein Fahrrad vor einem Friseursalon abgestellt haben, auf dem sich möglicherweise die Bombe befunden hat. Der etwa 1,80 Meter grosse Mann trug laut Polizei eine dunkle Baseballkappe, unter der blonde Haare zu erkennen waren, und einen Rucksack. Die Staatsanwaltschaft Köln hat eine Belohnung bis 20.000 Euro für Hinweise ausgesetzt, die zur Ergreifung des Täters oder der Täter führen.

Die Polizei verteilte am Samstag Fahndungsplakate in deutscher und türkischer Sprache, weil in dem betroffenen Viertel überwiegend Türken leben. Bei dem Fahrrad handelt es sich um ein von Aldi verkauftes silbernes Citybike der Marke Cyco. (dapd)

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