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Schädliche StoffeNagellack bringt Hormone durcheinander

Gerade erst hat Manor einen Nackellack wegen der Überschreitung von Grenzwerten zurückgerufen. Jetzt zeigt sich: Viele Lacke enthalten schädliche Stoffe.

von
fee

Farbe auf den Nägeln sollen Hände und Finger schöner machen. Doch sie haben Nebenwirkungen. So enthalten viele Nagellacke sogenannte endokrine Disruptoren (EDC) – Chemikalien, die in den Körper eindringen, den Hormonhaushalt stören und auch nachhaltig verändern können.

Forscher der Duke University und der Environmental Working Group (EWG) haben entdeckt, dass viele – zum Teil auch in der Schweiz erhältliche – Produkte Triphenylphosphat (TPHP) enthalten. Ein Stoff, der hauptsächlich als Weichmacher und Feuerschutzmittel in Autobauteilen verwendet wird.

Besorgniserregende Werte

Konkret stellte das Team um Heather Stapleton fest, dass Frauen, die sich mit den betroffenen Lacken die Nägel lackiert haben, zehn bis vierzehn Stunden nach dem Auftragen einen siebenfach erhöhten DPHP-Wert im Urin hatten. Diese Substanz bildet der Stoffwechsel als Reaktion auf TPHP.

Dass die Chemikalien in den Körper gelangen, bezeichnen die Forscher als beunruhigend. «Noch besorgniserregender ist, dass der Körper sie so schnell aufnimmt», zitiert die EWG Co-Autorin Johanna Congleton.

Folgen für den Körper noch unbekannt

Was genau TPHP im menschlichen Körper anstellt, ist aber noch offen. Denn die bisher zu dem Weichmacher existierenden Studien untersuchten deren Wirkungsweise in tierischen Organismen. Deshalb raten die Forscher allen Nagellacknutzern, vorerst auf die betroffenen Marken (siehe Bildstrecke) zu verzichten. Die Studie wurde im Fachjournal «Environmental International» veröffentlicht.

Bereits in der vergangenen Woche hatte das Warenhaus Manor (unabhängig von der aktuellen Studie) einen Nagellack für Kinder zurückgerufen. Es war eine Grenzwertüberschreitung und mangelhafte Deklaration von Inhaltsstoffen entdeckt worden.

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