02.10.2017 03:49

Dichtestress im Wald

Nagerplage hält Mäusejägerin auf Trab

Flinke Gelbhalsmäuse, die sonst in den Wäldern leben, werden in Wohngegenden im Berner Oberland zur Plage. Für Kammerjägerin Kathrin Hirsbrunner bedeutet dies viel Arbeit.

von
miw
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Gelbhalsmäuse finden sich derzeit besonders häufig in Häusern im Berner Oberland.

Gelbhalsmäuse finden sich derzeit besonders häufig in Häusern im Berner Oberland.

James Lindsey / Wikimedia
Die professionelle Feldmauserin Kathrin Hirsbrunner spricht von einer regelrechten «Mäuseplage».

Die professionelle Feldmauserin Kathrin Hirsbrunner spricht von einer regelrechten «Mäuseplage».

zvg
Für die Bernerin sind die Gelbhalsmäuse schwieriger zu erwischen. Mit ihren langen Schwänzen verfügen sie über eine imposante Sprungkraft.

Für die Bernerin sind die Gelbhalsmäuse schwieriger zu erwischen. Mit ihren langen Schwänzen verfügen sie über eine imposante Sprungkraft.

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Kathrin Hirsbrunner aus dem oberländischen Merligen ist professionelle Feldmauserin – mit bis zu 150 tödlichen Fallen ist Hirsbrunner jeweils auf Wiesen, Obstanlagen und in Gemüsegärten aktiv, um den störenden Wühlmäusen den Garaus zu machen.

Doch dieses Jahr wird Hirsbrunner besonders oft auch von verzweifelten Liegenschaftsbesitzern kontaktiert: «In den Häusern im Berner Oberland wimmelt es in diesem Herbst von kleinen Nagern», sagt die Mausejägerin gegenüber 20 Minuten.

Aus Hohlräumen in den Wänden sei ein stetiges Rascheln zu vernehmen, in den Kellerecken würde sich Mäusedreck anhäufen. «Sie sind überall: Auf Balkonen, Terrassen, in der Küche, beim Kehricht – einfach fast überall». Erst kürzlich musste sie eine Maus aus einem Duvet entfernen. Ihr Fazit: «Es herrscht eine regelrechte Mäuseplage. Momentan fange ich täglich bis zu 20 Mäuse ein.»

Jagd auf sprungkräftige Mäuse schwierig

Nicht nur auf besonders viele, sondern auch auf völlig andere Mäuse macht Hirsbrunner derzeit Jagd: Bei den unerwünschten Eindringlingen handelt es sich vorwiegend um Gelbhalsmäuse, die sonst nur im Wald und in baumreichen Lebensräumen anzutreffen sind. «Was diese Waldmäuse in den Wohngegenden verloren haben, ist mir ein Rätsel», sagt die Mäusefängerin.

Stefan Hertwig vom Naturhistorischen Museum in Bern hat eine Vermutung: «Das letzte Jahr war ein Mastjahr. Dank der reichen Ernte konnten sich die Gelbhalsmäuse schnell vermehren.» Nun sei die Population in den Wäldern so gross, dass die Mäuse nun auch in von den Nagern weniger bevölkerten Wohngebieten auf Nahrungssuche gehen.

Mausefallen zur schnellen Bekämpfung

Hirsbrunner wären die gewöhnlichen Feld- und Wühlmäuse zum Erjagen aber lieber: «Die Gelbhalsmäuse sind zähe Tierchen.» Mit ihren langen Schwänzen, die eine Verlängerung der Wirbelsäule sind, verfügen sie über eine imposante Sprungkraft – «sie sind für mich viel schwerer zu erwischen.»

Eine der einfachsten Methoden eine Maus zu fangen, bleibt wohl die altbekannte Mausefalle. Auch Hirsbrunner verwendet die effizienten Geräte zur Bekämpfung der Nagerplage; «Meist halten sich die Tiere in der nähe von Esswaren auf – rund um den Kehricht, oder bei Tüten voller Altbrot», sagt sie. Moderne Fallen erinnern an kleine Höhleneingänge und locken die Mäuse somit automatisch hinein. Bis zu zwei Tiere können damit gleichzeitig geschnappt werden.

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