Nahost: Fünf Tote bei Selbstmordanschlag
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Nahost: Fünf Tote bei Selbstmordanschlag

Fünf Menschen sind bei einem Selbstmordanschlag an der Grenze zum Gazastreifen ums Leben gekommen. Es ist der erste Selbstmordanschlag seit drei Wochen.

Fünf Menschen sind am Mittwoch bei einem Selbstmordanschlag an der Grenze Zu dem Attentat bekannten sich zwei militante Palästinenserorganisationen.

Die bewaffneten Flügel der radikalislamischen Hamas-Organisation und die Al-Aksa-Brigaden der Fatah-Bewegung von Palästinenserpräsident Jassir Arafat erklärten in einem Flugblatt, sie hätten die Tat gemeinsam geplant.

Der Anschlag ereignete sich am Grenzübergang Eres zwischen Israel und dem Gazastreifen. Die 21-jährige palästinensische Attentäterin riss vier Israelis mit in den Tod. Mindestens zwölf Menschen wurden verletzt, wie israelische Sicherheitskreise mitteilten. Darunter seien auch Palästinenser.

An dem Kontrollpunkt überwachen israelische Soldaten den Personenverkehr. Den Übergang nutzen morgens Tausende palästinensische Arbeiter und Händler, die eine Arbeitserlaubnis für Israel haben.

Laut Zeugen hatte die Attentäterin den Metalldetektor am Eingang des Gebäudes ausgelöst. Die Frau habe den Soldaten aber erklärt, dass der Alarm wegen einer Metallprothese am Bein losgegangen sei. Kurz darauf habe sie den unter ihrem Mantel verborgenen Sprengstoff aktiviert.

«Überall war Glas und schwarzer Rauch», berichtete ein Palästinenser. «Araber schrien, Juden schrien, niemand wusste, was passierte.»

Frau aus dem Gazastreifen

Nach Angaben der militanten Organisationen stammt die Attentäterin aus dem Norden des Gazastreifens. Damit hat erstmals eine Frau aus dem Gazastreifen einen Selbstmordanschlag verübt.

Es war der erste palästinensische Selbstmordanschlag seit dem 25. Dezember, als in der Nähe von Tel Aviv vier Israelis getötet wurden. Das Attentat hatte die massiven Zweifel an der Umsetzung des internationalen Friedensplanes für den Nahen Osten genährt.

(sda)

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