Nahost: Scharon lobt Abbas
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Nahost: Scharon lobt Abbas

Der israelische Ministerpräsident Ariel Scharon hat sich sehr zufrieden über die Bemühungen der neuen palästinensischen Regierung geäussert, Angriffe auf Israel zu stoppen.

In einem Interview der Zeitung «Jediot Ahronot» (Donnerstagausgabe) bekräftigte er seinen Wunsch, so bald wie möglich mit dem palästinensischen Präsidenten Mahmud Abbas zusammenzutreffen. Er habe die Absicht, die Chance auf ein Abkommen mit den Palästinensern zu fördern.

«Es gibt keinen Zweifel, dass Abu Masen mit der Arbeit angefangen hat», sagte Scharon, den Kommandonamen von Abbas benutzend. «Ich bin sehr zufrieden mit dem, was ich davon höre, was auf der palästinensischen Seite geschieht und ich bin sehr daran interessiert, Vorgänge mit ihm zu beschleunigen.» Er wolle Abbas gegenüber Gesten machen, werde zugleich aber seine Augen offen halten und die Situation bei den Palästinensern prüfen, fügte er hinzu. Die Militäreinsätze in den Autonomiegebieten werde er zunächst nicht aussetzen.

Am Mittwoch hatten beide Seiten die seit Wochen unterbrochenen diplomatischen Kontakte wieder aufgenommen. Der palästinensische Kabinettsminister Sajeb Erakat und Scharons Berater Dov Weissglass sondierten die Möglichkeit eines Gipfeltreffens Abbas-Scharon, das einen Durchbruch in den beiderseitigen Beziehungen bedeuten würde. Sie vereinbarten die Fortsetzung des Gesprächs in der kommenden Woche. In der Sache wurden keine konkreten Fortschritte erzielt, Abbas sprach aber von «vielversprechenden Gesprächen in allen Aspekten».

Abbas forderte Israel zur Einstellung seiner Militäraktionen auf, da sie seine Bemühungen störten, auf palästinensischer Seite die Gemüter zu beruhigen. In Gaza sagten vermummte Palästinenser, die sich als Mitglieder der Al-Aksa-Brigaden bezeichneten, sie würden die Angriffe auf Israel wieder aufnehmen, wenn Israel seine Militäraktionen nicht beende.

Die für Donnerstag geplante zweite Stufe der Stationierung von palästinensischen Polizeikräften an der Grenze zu Israel wurde auf Freitag verschoben worden. Es gebe noch Meinungsverschiedenheiten mit Israel, welche Positionen im Süden des Gazastreifens eingenommen werden sollten, verlautete aus palästinensischen Sicherheitskreisen. Im Norden des Gazastreifens wurden die Polizeikräfte bereits in der vergangenen Woche stationiert. Seitdem ist es dort kaum noch zu Raketenangriffen auf Israel gekommen.

Einwohner von zehn Gemeinden im Gazastreifen wählten am Donnerstag neue Bürgermeister und Ratsvertreter. Es war die erste Kommunalwahl in dem Gebiet seit 1976. Im Westjordanland war am 23. Dezember in 26 Gemeinden gewählt worden. Die meisten Stimmen erhielt dort die Fatah-Bewegung, gefolgt von der radikalislamischen Hamas.

(dapd)

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