Nahost: Verhandlungen über Abzug aus Jericho dauern an
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Nahost: Verhandlungen über Abzug aus Jericho dauern an

Der geplante Abzug israelischer Truppen aus Jericho hat sich am Dienstag weiter verzögert.

Streitpunkte waren die von den Palästinensern geforderte Räumung einer Strassensperre vor der im Westjordanland gelegenen Stadt und die Einbeziehung des Nachbardorfs Al Awdscha.

Zwar erklärte am Morgen der palästinensische Kabinettsminister Sajeb Erakat, Israel sei auch zur Räumung der Strassensperre und von Al Awdscha bereit, so dass der Abzug am Mittwoch beginnen könne. Der israelische Verteidigungsminister Schaul Mofas wies dies jedoch als voreilig zurück. Beide Seiten wollten den Abzug aus Jericho. Israel müsse sein damit verbundenes Sicherheitsrisiko aber so klein wie möglich halten, sagte Mofas.

Die Übergabe Jerichos war ursprünglich für Dienstag ins Auge gefasst worden. Beim israelisch-palästinensischen Gipfeltreffen in Scharm el Scheich war vor einer Woche vereinbart worden, dass die Palästinenser binnen maximal drei Wochen die Verantwortung für ber fünf Städte im Westjordanland zurückerhalten sollen. Neben Jericho sind dies Ramallah, Bethlehem, Tulkarem und Kalkilija.

Zu Beginn der Parlamentsdebatte über den geplanten Abzug Israels aus dem Gazastreifen sagte Ministerpräsident Ariel Scharon, er habe einen privaten Sicherheitsdienst mit der Bewachung des Grabes seiner Frau beauftragt, weil er eine Schändung durch Extremisten befürchte. Jüdische Siedler bekräftigten ihren Widerstand gegen den Plan der Regierung am Montag mit Strassenblockaden. Mehrere Teilnehmer wurden festgenommen. Die Abstimmung in der Knesset wird am Mittwoch erwartet, danach muss der Abzugsplan am Sonntag noch einmal formell im Kabinett gebilligt werden.

(dapd)

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