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Ältester MenschName: Carmelo Flores, Jahrgang: 1890

Der Mann auf dem Bild ist - wenn die Geburtsurkunde stimmt - 123 Jahre alt. Der Aymara-Indianer hält sich gesund dank einer speziellen Diät. Noch interessanter ist aber, wie er seine Augen pflegt.

von
jam

Keine Nudeln, kein Reis, kein Alkohol: Das ist das Geheimrezept des vermutlich ältesten Menschen der Welt. Wenn alle Angaben stimmen, dann hält diesen Titel nämlich der Aymara-Indianer Carmelo Flores. Der Bolivianer soll 123 Jahre alt sein.

Flores' Ausweis und Geburtsurkunde sind auf den 16. Juli 1890 ausgestellt. An diesem Tag soll Flores in Frasquia, rund 150 Kilometer nordwestlich von La Paz, geboren sein.

Der Mann lebe bis heute dort, berichtete die Zeitung «La Razón» am Donnerstag weiter. Er lebt in einer Strohhütte in einer winzigen Siedlung in der Nähe des Titicaca-Sees auf 4000 Metern Höhe. Er kann nicht lesen oder schreiben, spricht kein Spanisch und hat keine Zähne mehr. Der alte Herr sei etwas schwerhörig und habe einige Schwierigkeiten beim Gehen, sei aber sonst gesund. Er trägt weder Stock noch Hörgerät und auch keine Brille.

Ältester Mensch der Welt gestorben

Für die Augen gibt es nichts besseres als Eidechsenblut

Für die Augen hat «Don Carmelo» denn auch ein Geheimrezept, wie Hilario Callisaya, Regierungssekretär der Provinz La Paz, einem Reporter in den Notizblock diktierte: «Er behandelt seine Augen mit Eidechsenblut und kann einen Menschen auf 30 Meter Entfernung erkennen.» Gegenüber einem AP-Reporter sagte der alte Herr denn auch: «Ich sehe nicht besonders gut. Früher war es besser. Aber immerhin habe ich gesehen, wie Sie kamen.»

Callisaya kennt auch das Geheimrezept von Flores: «Don Carmelo hält sich stark. Er ernährt sich von Quinoa, Anden-Kartoffeln und gelegentlich Skunk-Schmalz, dem er nach seiner Meinung die Langlebigkeit verdankt.» Der Greis selber erklärt sich seine Langlebigkeit folgendermassen: «Ich laufe viel herum, das ist alles», sagt Flores, der lange als Hirte gearbeitet hat. «Ich esse keine Nudeln oder Reis, nur Gerste. Früher habe ich Kartoffeln angebaut, Bohnen, Sauerklee.» Alkohol hat er seit seiner Jugend aufgegeben. Nie sei er weiter von der Heimat entfernt gewesen als im 80 Kilometer entfernten La Paz. Und ernsthaft krank war er auch nie, wie er sagte.

Selber hat Flores an einer Rekordjagd kein Interesse und gibt sein eigenes Alter reichlich vage an: «Ich bin wohl so etwa 100 Jahre oder älter», sagte er. Sein Gedächtnis sei nicht mehr das beste.

Flores selber ist der Altersrekord relativ egal

Aber der Direktor des bolivianischen Einwohnermeldeamts, Eugenio Condori, zeigte der AP ein Verzeichnis, das Flores' Geburtsdatum mit dem 16. Juli 1890 angibt. Allerdings räumte Condori ein, dass es Geburtsurkunden in Bolivien erst seit 1940 gibt. Vorher wurden Taufregister der Katholischen Kirche genutzt. «Für den Staat gilt die Taufurkunde», sagte Condori. Zeigen wollte der Beamte das Dokument aber nicht. Dieses sei privat, betonte er.

Nach einer endgültigen Bestätigung der Echtheit seiner Dokumente sollte Carmelo Flores einen Eintrag im Guinness-Buch der Rekorde als ältester Mensch der Welt erhalten. Nach dem Guinness-Buch der Rekorde ist die älteste lebende Person, die ihr Alter auch mit einer Original-Geburtsurkunde nachweisen kann, die 115-jährige Japanerin Miso Okawa. Das höchste jemals offiziell registrierte Alter waren die 122 Jahre und 164 Tage der Französin Jeanne Calment, die 1997 starb. Guinness-Sprecherin Jamie Panas betont, ihr sei kein neuer Rekord eines Bolivianers geläufig.

Flores dürfte dies egal sein. Der Aymara, der weder lesen noch schreiben kann und keine Zähne mehr hat, spricht auch kein Spanisch. Dafür vermisst er seine Frau schmerzlich, die vor zehn Jahren gestorben ist. Und auch von ihren drei Kindern lebt nur noch der 67-jährige Cecilio. Immerhin gibt es Dutzende Enkel und Urenkel. Den Angaben der Zeitung «La Razón» zufolge sollen es insgesamt 39 Urenkel sein. (jam/sda)

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