18.09.2018 21:44

«Uranus Examiner»Name einer neuen Zeitung sorgt weltweit für Spott

Eine neue Zeitung in den USA spaltet die Gemüter, denn der Name kombiniert die Wörter «Anus» und «Untersucher». Das Erstaunliche daran: Es ist völlig ernst gemeint.

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In der Ortschaft Uranus im US-Staat Missouri erscheint ab Oktober 2018 eine neue Zeitung. Eigentlich ist das eine erfreuliche Nachricht – gäbe es da nicht etwas Ärger wegen des Namens.

In der Ortschaft Uranus im US-Staat Missouri erscheint ab Oktober 2018 eine neue Zeitung. Eigentlich ist das eine erfreuliche Nachricht – gäbe es da nicht etwas Ärger wegen des Namens.

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Das neue Blatt soll «Uranus Examiner» heissen –  was sich übersetzt etwa als «Untersucher deines Anus» liest.

Das neue Blatt soll «Uranus Examiner» heissen – was sich übersetzt etwa als «Untersucher deines Anus» liest.

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Wie es zu erwarten war, reagierten User auf sozialen Medien mit Spott und Sarkasmus darauf. Aber auch international sorgt der Name der Zeitung für lustige Schlagzeilen, wie etwa im «Guardian»: «Diese Zeitung wird ganz gross rauskommen», titelten die Briten.

Wie es zu erwarten war, reagierten User auf sozialen Medien mit Spott und Sarkasmus darauf. Aber auch international sorgt der Name der Zeitung für lustige Schlagzeilen, wie etwa im «Guardian»: «Diese Zeitung wird ganz gross rauskommen», titelten die Briten.

Screenshot The Guardian

Sie dürfen jetzt nicht lachen, das ist keine Satire! Die Bewohner von Uranus bekommen ab Oktober eine neue Wochenzeitung, die Lokalnachrichten aus der Gegend Pulaski County im US-Staat Missouri herausbringen soll. Die rund 54'000 Einwohner der Region freuen sich zwar schon darüber, doch mit dem Namen des Blattes sind viele äusserst unglücklich: Es soll «Uranus Examiner» heissen – was sich übersetzt etwa als «Untersucher deines Anus» liest.

Bürgermeisterin Luge Hardman vom benachbarten Waynesville ist von der Idee gar nicht begeistert. Sie will das Produkt sogar boykottieren. «Es tut mir leid, aber das Wortspiel im Titel macht uns zum Ziel öffentlichen Spotts», gab Hardman der örtlichen Handelskammer bekannt. Sie werde mit den Herausgebern der Zeitung nicht kooperieren, sagte sie vehement.

«Mit Latex-Handschuhen lesen»

Selbst Darrell Todd Maurina, Chef eines Konkurrenzblattes, liegt der Name wie ein Stein im Magen. Er wünsche dem «Uranus Examiner» viel Erfolg, «aber mit diesem Namen wirkt er nicht wie eine seriöse Zeitung», sagte er zum Sender CBS Philly.

Ausgerechnet die gewagte Wortkombination solle dazu führen, dass die Menschen das Produkt ernst nehmen, glaubt Chefredaktorin Natalie Sanders. Man habe viele andere Wortkombinationen geprüft – Mirror, Constitution oder Express – «aber die Menschen, die uns lieben, mochten ‹Examiner› am besten», sagt sie zum lokalen Sender KY3. Von der neuen Zeitung sollen in einer ersten Phase 15'000 Exemplare verteilt werden, wie das Portal «Thrillist» berichtet.

Die Aufmerksamkeit der Webgemeinde hat der «Uranus Examiner» bereits. «Eine Zeitung, die die Dinge gründlich untersuchen wird», kommentierte ein Nutzer auf Twitter. «Mit Latex-Handschuhen lesen», witzelte ein anderer.

Auch in den Medien wird mit Sarkasmus nicht gespart: «Diese Zeitung wird ganz gross rauskommen», titelte der sonst seriöse «Guardian» einen Artikel über die neue Zeitung. Das Portal River Frontline bebilderte einen Twitter-Post mit den beiden Comicfiguren Beavis und Butt-Head. Und selbst sowohl der Verein professioneller Journalisten (SPJ) der USA als auch die Nachrichtenagentur AP forderten die Leser in ihren Beiträgen auf: «Bitte nicht kichern!»

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