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Namensforschung: Fickers vom Aussterben bedroht

Mit einem anzüglichen Namen durchs Leben zu schreiten kommt für viele nicht mehr in Frage. Einige Namen wie Fick oder Rescheisse sind gar vom Aussterben bedroht, warnt ein Namensforscher.

Der deutsche Sprachforscher Jürgen Udolph teilte besorgt mit, dass anzügliche oder peinliche Namen am Verschwinden seien. Während es 1998 im Telefonbuch noch 1345 Ficks gab, sind heute nur mehr 1150 Anschlüsse auf diesen Namen gemeldet - ein Rückgang von 14 Prozent.

Einen ähnlichen Schwund verzeichnete Rudolph beim Familiennamen «Ficker», der aus dem «vicke», dem Beutelmacher entstanden war. Auch Nothdurfts gibt es immer weniger. Einige ohnehin schon bedrohte Namen wie Rescheisse, der sich auf das von Schmieden benutzte «Rösch-Eisen» bezieht, ist gar nur noch drei Mal zu finden.

Ob der Rückgang tatsächlich so dramatisch ist, ist nicht ganz klar. Dies, weil gemäss Namensforscher Udolph vor allem jüngere Leute mit Handys auf einen Eintrag im Telefonbuch verzichten und so die Statistik verfälschten.

Dennoch sind die Namen der alten Geschlechter vom Aussterben bedroht: Die Geburtenrate in den westlichen Ländern zeigt steil nach unten. Anders bei den Einwanderern, die fortpflanzungsfreudiger sind und so für die Verbreitung von neuen Familiennamen sorgen.

Einige von diesen werden im Verlauf der Zeit aber wieder eingedeutscht. Als Beispiel nannte der Professor für Namensforschung die polnischen Grzescystas, bei denen heute an der Türklingel Gerstner zu lesen ist.

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