Katastrophe in Japan: Naoto Kan in Ishinomaki
Aktualisiert

Katastrophe in JapanNaoto Kan in Ishinomaki

Japans Ministerpräsident Naoto Kan hat einen verwüsteten Fischereihafen in der Katastrophenregion besucht. Ein AKW-Arbeiter wurde ins Spital eingeliefert.

Kan mit den Fischern von Ishinomaki im Gespräch.

Kan mit den Fischern von Ishinomaki im Gespräch.

Die Stadt Ishinomaki im Nordosten der japanischen Hauptinsel Honshu war bei dem Mega-Beben und dem Tsunami am 11. März schwer getroffen worden.

In einem Gespräch mit Fischern sicherte Kan Unterstützung der Regierung zu, wie die Nachrichtenagentur Kyodo berichtete. Ausgewählte Häfen sollen demnach besonders schnell wieder aufgebaut werden.

Kan kam ausserdem mit dem Bürgermeister von Ishinomaki, Hiroshi Kameyama, und dem Gouverneur der Präfektur Miyagi, Yoshihiro Murai, zusammen. Der Ministerpräsident versprach den Bau von 70 000 Notunterkünften für Flüchtlinge in der Region.

Fukushima-Arbeiter im Spital

Kan stoppte auf seiner Reise ins Krisengebiet auch bei den japanischen Streitkräften in Higashi-Matsushima und sprach ihnen Mut für die Rettungsaktionen zu. Dem US-Militär dankte Kan für dessen Hilfe bei den Aktionen nach der Katastrophe.

Ein Arbeiter aus der Atomruine Fukushima 1 musste derweil ins Spital gebracht worden. Der Mann habe über Übelkeit geklagt, berichtete Kyodo. Das Atomkraftwerk im Nordosten Japans war bei dem Erdbeben der Stärke 9,0 und dem Tsunami am 11. März schwer beschädigt worden. Die Stromversorgung fiel aus und das Kühlsystem versagte. Seitdem kämpfen Techniker des Betreibers Tepco mit verschiedenen Mitteln gegen einen möglichen Super-GAU.

Durch das Erdbeben und den Tsunami starben wahrscheinlich fast 28 000 Menschen. Knapp 15 000 davon gelten weiter als vermisst.

(sda)

Gouverneur trotz umstrittener Tsunami-Äusserung wiedergewählt

Trotz seiner umstrittenen Äusserung über den Tsunami als «Strafe Gottes» ist der Gouverneur von Tokio am Sonntag ersten Trends zufolge wiedergewählt worden.

Der 78-jährige Shintaro Ishihara lag laut Berichten des japanischen Fernsehsenders NHK in ersten Trendrechnungen in Führung. Die Wahlkommission teilte mit, das amtliche Endergebnis werde am Montag vorliegen.

Wenige Tage nach dem verheerenden Erdbeben und Tsunami vom 11. März hatte Ishihara mit seinen Äusserungen für Aufregung in Japan gesorgt. «Wir müssen mit diesen Tsunami unseren Egoismus wegwaschen», sagte er am 14. März. «Ich denke wirklich, dass dies eine Strafe Gottes ist.»

Nach einem öffentlichen Aufschrei zog er am nächsten Tag die Bemerkung zurück und entschuldigte sich. Die Behörden rechnen mit mehr als 25'000 Toten durch Erdbeben und Tsunami. (sda)

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