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Arosa GRNapa wird bis ans Lebensende Medikamente brauchen

Nach mehreren Zitteranfällen hat man beim Bären Napa Epilepsie festgestellt. Diese behandelt man nun mit Medikamenten. Die Winterruhe könnte eine Herausforderung werden.

von
Leo Butie

Napa leidet an epileptischen Anfällen. Der Bär wird nun mit Medikamenten behandelt.

Arosa Bärenland

Darum gehts

  • Bei Napa, einem der Bären im Arosa Bärenland, wurde Epilepsie festgestellt.
  • Anfang September hatte der Bär mehrere epileptische Anfälle.
  • Mit Medikamenten konnte man den Zustand des Bären stabilisieren.
  • Napa sei auf dem Weg der Besserung, aber eine vollständige Heilung ist wohl nicht möglich.

Napa, der erste Bär, der ins Arosa Bärenland einzog, leidet an Epilepsie. Die neurologische Krankheit wurde während des Sommers festgestellt, als Napa Krampf- und Zitteranfälle erlitt. Nach einer längeren ruhigen Phase kam es Anfang September wieder zu Anfällen.

Daraufhin wurde der Bär tierärztlich untersucht. Dabei wurde beim Bären Blut entnommen und analysiert. Mit dieser Blutuntersuchung erhofft man sich, Aufschlüsse über die Wirkung der Medikamente zu erhalten, die seit einigen Monaten an den Bären abgegeben werden, schreibt das Arosa Bärenland in einer Mitteilung. Um das Blut zu entnehmen und den Bären zu untersuchen, wurde Napa narkotisiert. Man konnte erfreulicherweise keine Organveränderungen feststellen, und auch die Blutwerte würden sich in einem normalen Bereich bewegen. «Zurzeit sprechen wir von einer idiopathischen Epilepsie, deren genaue Ursache unbekannt bleibt, was auch bei Menschen oft der Fall ist», heisst es seitens des Arosa Bärenlands. Man möchte nun die minimale Medikamentendosis ausloten, bei der Napa ein erfülltes Leben ohne Anfälle führen kann. Es handelt sich dabei um die gleichen Medikamente, die auch ein Mensch mit Epilepsie nimmt.

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Bei Napa wurde im Sommer Epilepsie festgestellt. 

Bei Napa wurde im Sommer Epilepsie festgestellt.

Arosa Bärenland
Nach einer ruhigen Phase wurde er Anfang September wieder von Anfällen heimgesucht.

Nach einer ruhigen Phase wurde er Anfang September wieder von Anfällen heimgesucht.

Keystone
Der Bär wurde untersucht, und es wurde Blut entnommen. 

Der Bär wurde untersucht, und es wurde Blut entnommen.

Keystone

Vollständige Heilung ist sehr unwahrscheinlich

Die Chance einer vollständigen Heilung von Epilepsie ist sehr klein. «Die deutlich wahrscheinlichere Prognose ist, dass wir Napa für den Rest seines Lebens mit Medikamenten so begleiten können, dass er ein gutes Leben führen kann», sagt Hans Schmid, wissenschaftlicher Leiter vom Arosa Bärenland, zur «Südostschweiz» (Bezahlartikel).

Nebst dem gesundheitlichen Zustand des Bären ist der soziale Aspekt der Krankheit ebenfalls ein Grund zur Sorge. «Napa ist der dominante Bär. Vom Freiland ist bekannt, dass, wenn ein dominanter Bär geschwächt ist, dies ein anderer Bär merkt und seine Chance eines Rangwechsels packt», sagt Schmid gegenüber 20 Minuten. Um Rangkämpfe zu vermeiden, habe man in den letzten Wochen die Männchen getrennt voneinander gehalten. «Napa hat sich jedoch zwischenzeitlich gut erholt und zeigte am Samstag keine offensichtlichen Schwächen mehr. Deshalb haben wir am Sonntag wieder allen Bären die gesamte Anlage offen gemacht.» Bei der Begegnung zwischen Napa und Meimo habe es keine Auseinandersetzung gegeben, Meimo sei gewichen.

Die nächste Herausforderung könnte die bevorstehende Winterruhe werden. Wenn Napa schläft, kann man ihm ja keine Medikamente verabreichen. Es sei noch unklar, wie sich die Epilepsie im Winter bemerkbar mache. «Für die Winterruhe stellen Bären ihre Physiologie um. Da wir die genaue Ursache der Epilepsie nicht kennen, wissen wir auch nicht, wie sich die Krankheit während der Winterruhe entwickelt», sagt Schmid. Da man Napa jedoch über Video 24 Stunden überwache, könne man in Abhängigkeit des Verhaltens des Tieres rasch reagieren und angepasst handeln. Mit der momentanen Situation sei man aber zufrieden. «Er geht gern baden und frisst wieder viel. Napa hat sogar wieder zugenommen, und wir sind eigentlich guten Mutes», so Schmid.

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25 Kommentare
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Tim

21.09.2020, 08:57

Total schöne Anlag. Ein gut geglücktes Tierschutzprojekt. Alles Gute dem Bären.

Metzg

21.09.2020, 08:50

Wieso nicht einfach essen?

Nixda

21.09.2020, 08:49

Vielen Dank an die nette Person die meinen Kommentar gelöscht hat. Dachte sowas geschieht nur in totalitären Länder