Napoleon wurde doch nicht vergiftet
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Napoleon wurde doch nicht vergiftet

«Napoleon wurde auf St. Helena vergiftet» - das steht in vielen Geschichtsbüchern. Falsch! Das Mysterium um Napoleons Tod wurde von Forschern aus der Schweiz, den USA und Kanada geklärt: Napoleon starb an Magenkrebs.

Gemäss der Studie habe der am 5. Mai 1821 auf St. Helena im Südatlantik gestorbene Kaiser der Franzosen unter Magenkrebs im so genannten TNM-Stadium T3N1M0 gelitten. Magenkrebspatienten mit diesem TNM-Stadium hätten auch heute noch eine eher ungünstige Prognose, heisst es in der Mitteilung vom Freitag.

T steht dabei für Primärtumor, N für Lymphknotenbefall und M für Fernableger. Die in «Nature Clinical Practice Gastroenterology and Hepatology» veröffentlichen Studie habe zudem zwei weitere Streitpunkte geklärt. So habe sie zum sicheren Ausschluss einer Vergiftung mit Arsen geführt.

Keine Vergiftung

Weder Napoleons Beschwerden noch die Autopsiebefunde liessen sich mit der Vergiftungstheorie vereinen, heisst es dazu in der Mitteilung. Im weiteren war laut der Studie der Magenkrebs von Napoleon nicht wie bisher angenommen familiär bedingt, sondern von einer chronischen Infektion mit dem Bakterium Helicobacter pylori ausgelöst worden.

Napoleon war nach seinem Sturz auf die Insel St. Helena verbannt worden. Sein Leibarzt Francesco Antommarchi, der eine Autopsie durchführte, stellte schon damals als Todesursache einen Magentumor fest. 1961 zweifelten aber erstmals Forscher diese Diagnose an und schlossen auf eine Vergiftung. Grund waren Arsenrückstände im Haar Napoleons.

Eine Basler Studie war aber bereits 2005 zum Schluss gekommen, dass Napoleon an den Folgen eines bösartigen Tumors gestorben sein dürfte. Die von einem Pathologen des Basler Universitätsspitals und zwei Mitautoren durchgeführte Arbeit hatte die Veränderung von Napoleons Körpergewicht untersucht. (sda)

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