Champions League: Napoli unter Druck - Bayern will Gruppensieg
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Champions LeagueNapoli unter Druck - Bayern will Gruppensieg

In der Champions League stehen am Dienstag vorentscheidende Spiele auf dem Programm. Vor allem die beiden Schweizer Gökhan Inler und Blerim Dzemaili sind mit Napoli zum Siegen verdammt.

Für Gökhan Inler sowie Thomas Müller und Mario Gomez stehen unterschiedliche Spiele auf dem Programm. (Bild: Keystone)

Für Gökhan Inler sowie Thomas Müller und Mario Gomez stehen unterschiedliche Spiele auf dem Programm. (Bild: Keystone)

Der FC Bayern strebt in der schweren Gruppe A den vorzeitigen Schritt in die Achtelfinals an. Mit einem Sieg gegen Villarreal ist der Bundesligist sogar mit anderthalb Beinen Gruppensieger. Im anderen Spiel muss Napoli gegen Manchester City gewinnen.

Drei Tage nach dem Fehltritt in der Bundesliga gegen Meister Borussia Dortmund sucht Bayern München auf internationalem Parkett sicheren Halt. Gegen das punktlose Villarreal scheint ein Erfolg Formsache. In der Champions League haben die Bayern bisher durchwegs überzeugt. Daran soll sich auch gegen den spanischen Aussenseiter nichts ändern. «Die Mannschaft wird sich anders präsentieren als gegen Dortmund», ist Trainer Jupp Heynckes sicher.

Verletzungssorgen beim Gegner

Personell wird der Coach wohl nur zwei Änderungen vornehmen. Anstelle des gesperrten Holger Badstuber rückt Daniel van Buyten in die Innenverteidigung und im defensiven Mittelfeld wird Anatoli Timoschtschuk den Brasilianer Luiz Gustavo verdrängen. Gewichtig sind die Absenzen bei Villarreal. Die Spanier müssen seit Wochen auf die Top-Stürmer Giuseppe Rossi und Nilmar verzichten, die nach Knieoperationen noch länger ausfallen.

Die Bayern streben den Gruppensieg an. Dieser ist ihnen schon vor der letzten Runde und dem Gang zu Manchester City nicht mehr zu nehmen, wenn sie am Dienstag mehr Punkte holen als der englische Leader in Neapel. «Wir wollen Gruppensieger werden, um dem einen oder anderen schweren Kaliber aus dem Weg zu gehen», so der Vorstandsvorsitzende Karl-Heinz Rummenigge.

Inler setzt Schweini ausser Gefecht

In dieser Saison müssen sich indes auch die Gruppensieger auf ein hartes Achtelfinal-Los einstellen. Ausser Real Madrid droht allen (Mit-)Favoriten der 2. Platz in ihrer Poule. In der Gruppe H ist sogar sicher, dass entweder Titelverteidiger FC Barcelona oder der siebenfache Champion Milan den Gruppensieg verpasst.

Napoli droht die Europa League

Akut gefährdet ist Napoli mit seinen Schweizern Gökhan Inler und Blerim Dzemaili. Nach beachtlichem Start in die Champions League wären die Italiener bei einer Heimniederlage gegen Manchester City, das in der Premier League elf von zwölf Spielen gewann, ausgeschieden. Die Squadra vom Vesuv kommt nicht mehr in die Gänge. In der Serie A gewann sie nur vier von zehn Partien, am Samstag gab es zuhause ein enttäuschendes 0:0 gegen Lazio Rom.

Dass Trainer Walter Mazzarri danach die Mannschaft aufgrund des Chancenplus für einen imaginären 4:0-Erfolg lobte, bringt Napoli ebenso wenig weiter wie die Darstellung der 2:3-Niederlage vor zwei Wochen bei Bayern München. «Nach 0:3 nur 2:3 zu verlieren, ist für uns wie ein Sieg», so Mazzarri damals.

Am Ende zählen aber die Resultate und nicht die subjektiven «Punktsiege». Und Napoli fehlen derzeit schlicht die positiven Ergebnisse. In der Serie A beträgt der Rückstand auf Platz 1 bereits sieben Punkte, und in der Champions League wäre der Traum von den Achtelfinals bei einer Heimniederlage gegen Manchester City frühzeitig zu Ende. Auch ein Remis würde bei zwei Punkten Rückstand auf die Engländer letztlich kaum reichen.

Lyons Serie steht auf dem Spiel

Mit dem Rücken zur Wand steht auch Olympique Lyon. Der siebenfache französische Meister überstand zwischen 2003 und 2010 achtmal in Folge die Vorrunde. Nun droht das Scheitern gegen Ajax Amsterdam. Verliert Lyon das Heimspiel gegen die Holländer, ist das negative Verdikt nicht mehr abzuwenden.

Trotz der günstigen Ausgangslage reist Ajax indes nicht als Favorit nach Frankreich. Der Klub macht eine Krise durch - auf dem Rasen und daneben. In der Champions League profitierten die «Ajaciden» bisher vom günstigen Spielplan. Sie haben schon zweimal gegen das punktlose Dinamo Zagreb gespielt und sechs von sieben Punkten gegen die Kroaten geholt. In der Meisterschaft aber ist Ajax bereits distanziert. Der Rückstand auf Leader Alkmaar beträgt zwölf Verlustpunkte.

Richtig negative Schlagzeilen liefert derzeit die Führungsriege von Ajax. Der Machtkampf um die selbst ernannten Vordenker Johan Cruyff und Louis van Gaal hat am Wochenende einen weiteren Tiefpunkt erreicht. Wie bekannt wurde, sieht sich Cruyff mit Rassismusvorwürfen konfrontiert. «Du sitzt nur hier, weil du schwarz bist», soll «König Johan» zum Aufsichtsratskollegen Edgar Davids, auch ein ehemaliger Spitzenspieler aus der Ajax-Schule, im August gesagt haben. (si)

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