Über 10 Jahre für Basler Narco: «Ihre ganze Kleidung war mit Kokain kontaminiert»

Über 10 Jahre für Basler Narco«Ihre ganze Kleidung war mit Kokain kontaminiert»

Der 47-jährige Beschuldigte soll ein eigenes Kartell aufgebaut und mit neun Tonnen Kokain gedealt haben. Das konnte ihm nicht nachgewiesen werden. Dass er im grossen Stil mit der Droge handelte hingegen schon.

von
Jeanne Dutoit
Lukas Hausendorf
1 / 7
Der Beschuldigte wurde ohne besondere sichtbare Sicherheitsvorkehrungen ans Strafgericht gebracht.

Der Beschuldigte wurde ohne besondere sichtbare Sicherheitsvorkehrungen ans Strafgericht gebracht.

Tamedia/Nicole Pont
Ein heute 47-Jähriger soll sieben Jahre lang Kokain aus Kolumbien geschmuggelt haben. Ein Teil der Lieferungen war in Bananen und anderen Früchten versteckt, wie in der Anklage steht.

Ein heute 47-Jähriger soll sieben Jahre lang Kokain aus Kolumbien geschmuggelt haben. Ein Teil der Lieferungen war in Bananen und anderen Früchten versteckt, wie in der Anklage steht.

AFP/Jonas Roosens (Symbolbild)
Weltweit werden Tonnen von Kokain geschmuggelt. Viel davon stammt aus Südamerika, grösstenteils aus Kolumbien. Trotz des Kampfes gegen die Schmuggler (wie hier in Honduras) gelangt die Droge auf den Schwarzmarkt.

Weltweit werden Tonnen von Kokain geschmuggelt. Viel davon stammt aus Südamerika, grösstenteils aus Kolumbien. Trotz des Kampfes gegen die Schmuggler (wie hier in Honduras) gelangt die Droge auf den Schwarzmarkt.

Reuters/Fredy Rodriguez

Der spanisch-kolumbianische Doppelbürger muss sich ab Montag vor dem Strafgericht Basel-Stadt verantworten.

Deine Meinung

Zentrales Beweisstück nicht verwertbar

Obschon erstellt ist, dass der Beschuldigte mit einer grösseren Menge Kokain handelte und die Erlöse daraus nach Kolumbien und Spanien schickte, kann ihm aber nicht nachgewiesen werden, dass er die Droge im Tonnenbereich handelte.

Die Chats des verschlüsselten Messengers Sky ECC konnten ihm nicht angelastet werden. Er besass zwar ein Handy, auf dem zwei Pin-Codes für den verschlüsselten Messenger hinterlegt waren. Dass er es auch benutzt hatte, konnte ihm in den Augen des Gerichts nicht nachgewiesen werden. Obschon die Chats selbst in Bezug auf den internationalen Kokainhandel «von grösster Brisanz» sind, so das Gericht.

Die Chats belegen Lieferungen nach Madrid und auf die kanarischen Inseln. Es wird aber auch von Lieferungen nach China geredet.

Belegt ist hingegen, dass er berufsmässig mit Kokain handelte und sich in der Hierarchie nach oben arbeitete. Vom Verkauf an Konsumenten wurde er zum Händler, der Dealer von Süddeutschland bis nach Bern belieferte. Dabei handelte er mit grösseren Mengen im Kilobereich. Wobei sämtliche als belegt geltende Mengen «absolute Mindestmengen» seien, von denen das Gericht ausgeht.

Er sei weisungsbefugt gewesen und hatte Verfügungsgewalt über die Erlöse. Spätestens ab Ende 2019 hatte sein Handel eine internationale Komponente. In Chats mit einem Bandenmitglied geht es um Handel nach Süddeutschland und Amsterdam. Er sei nachweislich gut vernetzt mit Akteuren aus dem Drogenhandel.

In der Hierarchie sei er aber nicht ganz oben gewesen, sondern eine Stufe darunter. Er habe aber grosses Vertrauen genossen. Dafür sieht das Gericht eine Einsatzstrafe von zehn Jahren angemessen. Für die Geldwäscherei kommen neun Monate hinzu.

Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig. Sowohl Anklage auch die Verteidigung können in Berufung gehen.

Anhand von Chats liess sich der Verkauf von mehreren Kilo Kokain innert zwölf Tagen nachvollziehen, mit denen er mindestens 230'000 Franken umgesetzt haben soll. So hat er einer Hand voll Abnehmern grössere Mengen verkauft. «Die Chats sind allesamt kodiert. Das zeigt, dass es um Drogen ging», so die Gerichtspräsidentin Sarah Cruz. So sei etwa die Rede von «starkem Kaffee» oder «Schnee».

Die Chats belegen unter anderem mindestens 275 Einzelverkäufe an mehrere Konsumenten. Pro Einzelverkauf geht das Gericht von mindestens einem Gramm aus, das zu 40 Franken verkauft wurde. «Das ist das absolute Minimum», betont Cruz. Sprich: Es könnte auch deutlich mehr gewesen sein. Die Schätzung fällt im Zweifel also zugunsten den Beschuldigten aus.

Erdrückende Beweislast

Die objektiven Beweise gegen den Beschuldigten seien erdrückend, führt Gerichtspräsidentin Sarah Cruz aus. In seiner und auch der Nachbarswohnung, für die er teilweise Miete bezahlt habe, seien grössere Mengen Kokain und Streckmittel gefunden worden. Zudem auch Handys, deren Chats klaren Bezug zum Drogenhandel hatten. «Ihre ganze Kleidung war zudem mit Kokain kontaminiert», so Cruz.

Der Beschuldigte hatte zu Beginn des Verfahrens vehement bestritten Drogen verkauft zu haben. Die über 270 Gramm, die man bei der Hausdurchsuchung fand, seien zum Eigenkonsum. «Ihre Aussagen sind allesamt Schutzbehauptungen», so die Richterin.

Über 10 Jahre für Narco

Der 47-jährige Basler Narco wird vom Strafgericht schuldig im Sinne der Anklage gesprochen. Wegen Verbrechen gegen das Betäubungsmittelgesetz, Geldwäscherei und weiteren Anklagepunkten spricht das Gericht eine unbedingte Freiheitsstrafe von 10¾ Jahren aus. Zudem wird er für 12 Jahre des Landes verwiesen. Weiter ergeht für Konsum von Betäubungsmitteln eine bedingte Geldstrafe und Busse. Die Urteilsgebühr beträgt stattliche 30'000 Franken.

Der Beschuldigte hat das von der Gerichtsschreiberin verlesene Urteil regungslos entgegengenommen.

Montag, 16.01.2023

Zusammenfassung

Kartell-Boss oder glückloser und koksender Früchtehändler? Diese Frage muss das Basler Strafgericht beantworten, wo diese Woche einer der grössten Fälle von Drogenkriminalität der Schweizer Kriminalgeschichte verhandelt wird. Dem 47-jährigen Beschuldigten wird vorgeworfen in den Jahren 2014 bis 2021 am Schmuggel von neun Tonnen Kokain beteiligt gewesen zu sein. In dieser Zeit soll der kolumbianisch-spanische Doppelbürger in Basel ein eigenes Kartell aufgebaut haben.

Auswertungen eines verschlüsselten Messenger-Dienstes sollen belegen, dass er im internationalen Kokainhandel auf hoher Ebene agierte. Dazu betrieb er zwei Fruchthandelsfirmen in Kolumbien, die allerdings nur zur Tarnung dienten.

Vor Gericht bestritt der Beschuldigte am Montag die Vorwürfe. Den Fruchthandel gestand er ein. Auch internationale Transaktionen höherer Geldbeträge sollen im Zusammenhang mit Ananas und Beeren gestanden haben. Nicht jedoch mit Kokain. Belastendes Material in seiner Basler Wohnung gehöre einem Freund. Ebenso das Handy, auf dem der Zugang zur verschlüsselten Messenger-App Sky ECC war. Die jedoch von belgischen Ermittlern geknackt wurde, was zu mehreren Razzien und Verhaftungen führte.

Die Erklärungen mit dem angeblichen Freund seien absurd, befand Staatsanwältin Milena Jossen. Für sie stand ausser Frage, dass hier ein Grosser im internationalen Kokain-Handel auf der Anklagebank sitzt. «Es gibt nicht mehr viele Positionen über ihm», hielt sie in ihrem Plädoyer fest. Sie beantragte eine Haftstrafe von 17 Jahren und drei Monaten für den Kokainhandel und Geldwäsche, sowie eine Busse für den Kokainkonsum.

Der Konsum wurde auch von den beiden Verteidigern eingestanden. Damit hatte es sich aber. Amtsverteidiger Moritz Gall erachtete die zentralen Beweismittel als nicht verwertbar. Wahlverteidiger Daniel Wagner führte ins Feld, dass man von keinem einzigen Deal oder Transport wisse, den sein Mandant abgewickelt habe. Beide beantragten für den Beschuldigten eine bedingte Haftstrafe von 22 Monaten für den Besitz von Kokain sowie eine Busse für den Konsum.

Das Fünfergericht unter dem Vorsitz von Sarah Cruz-Wenger eröffnet das Urteil am Freitagmorgen.

«Seine Rolle ist völlig unklar»

«Wäre er ein Drogen-Baron, hätte er kein minderwertiges Kokain bei sich gehabt», sagt Wahlverteidiger Daniel Wagner in seinem Plädoyer. Man wisse von keinem einzigen Deal oder Transport, den sein Mandant abgewickelt haben soll. «Es ist vorne und hinten nicht klar, was seine Rolle war.»

Sein Mandant habe im Baugewerbe gearbeitet und sicher habe er auch schwarz gearbeitet. Und vielleicht sei er auch ein Klein-Dealer gewesen. Aber sicher kein grosses Tier. «Man kann nicht beides sein», folgert Wagner. Man habe «nur» 279 Gramm Kokain bei ihm gefunden. Dafür sei der Beschuldigte auch zu verurteilen. Und zwar zu 22 Monaten bedingter Freiheitsstrafe und einer Busse wegen Eigenkonsums.

«Sonst beantrage ich Freisprüche», so der Verteidiger. Für die ausgestandene Haft sei sein Mandant im Übrigen zu entschädigen.

Verwertbarkeit der Beweise bestritten

Jetzt ist der erste der beiden Verteidiger dran. Der amtliche Verteidiger Moritz Gall beantragt eine Freiheitsstrafe von 22 Monaten für den Beschuldigten wegen geringfügiger Betäubungsmitteldelikte. Sein Mandant habe den Konsum von Kokain zugegeben. Das Strafmass von 22 Monaten würde der Haftdauer entsprechen, die er schon abgesessen habe.

Für einen Schuldspruch im Sinne der Anklage müsse die Beweiskette «kugelsicher» sein, so Gall. Aber schon nur die Verwertbarkeit der Daten sei bestritten. Es sei schon nur unklar, wer die Daten erhoben habe. Die Staatsanwaltschaft spreche von einer Kooperation zwischen Holland, Belgien und Frankreich. «Waren es Strafverfolgungsbehörden oder Geheimdienste? Die SIM-Karte war holländisch, welches Recht wurde da geltend gemacht? Handelte es sich um Echtzeitüberwachung? Das wäre nämlich nicht legal.» Gall versucht mit einer Kaskade von Fragen, Zweifel zu streuen.

Narco soll über 17 Jahre ins Gefängnis

«Die Entschlüsselung des Messengerdienstes hat eine neue Ära eingeläutet», sagt Staatsanwältin Milena Jossen. Im Ausland habe dies bereits zu Verurteilungen geführt. In der Schweiz stehe man da noch ganz am Anfang. Das Kokain-Netzwerk kommunizierte über den verschlüsselten Dienst Sky ECC. Der belgischen Bundespolizei gelang es aber, den Dienst zu knacken. Dies führte zu zahlreichen Razzien und Verhaftungen. In der Schweiz sei dies der erste Fall dieser Art.

Wäre der Beschuldigte nicht auf höherer Ebene in den Drogenhandel involviert gewesen, hätte er keinen Zugang zu dieser App gehabt. «Nur ausgewählte Personen erhalten diesen», so die Staatsanwältin. Dass der Beschuldigte ein vordergründig bescheidenes Leben geführt habe, sei typisch. «Reichtum wird nicht zur Schau gestellt.»

Da der Beschuldigte im Tonnen-Bereich mit Kokain gehandelt habe, sei er eine feste Grösse in der Organisation. «Es gibt nicht mehr viele Positionen über ihm.»

Jossen beantragt eine Freiheitsstrafe von 17 Jahren und drei Monaten.

Absurde Erklärungen

Weiter geht es mit den Plädoyers. Als erstes ist Staatsanwältin Milena Jossen dran. «Dieser Fall sprengt den üblichen Rahmen», sagt sie. Wie sie ausführt, wurde der Beschuldigte festgenommen, nachdem Hinweise aus der Bevölkerung eingegangen seien, dass er Drogen verkauft. Seine Erklärungen seien allesamt hanebüchen. Dass die Bar-Erträge aus dem Handel mit Früchten stammen sollen, seien schlicht absurd. Ebenso, dass er das Kokain für den angeblichen Freund aufbewahrt haben soll. «Es gibt keinen Zweifel an seiner Schuld», so Jossen.

Nach wenig erhellenden Aussagen des Beschuldigten, der sämtliche Vorwürfe bestreitet, ist das Beweisverfahren abgeschlossen. Das Gericht schickt den glücklosen Früchtehändler und seine Anwälte in die Mittagspause. Am Nachmittag sollen bereits die Plädoyers folgen.

«Das Telefon gehört mir nicht»

Dass der Basler Narco im grossen Stil mit Kokain gehandelt haben soll, stützt die Anklage vor allem auf der Auswertung des iPhones. Darauf waren Chats, die dokumentieren sollen, wie der 47-Jährige in der Hierarchie des Kokain-Netzwerks immer höher aufgestiegen sein soll. «Dieses Telefon gehört mir nicht», entgegnet er wiederum. Das komme ebenfalls von seinem Freund. «Er hat gesagt, es funktioniert nicht.»

«Wieso haben Sie es nicht entsorgt?», fragt die Richterin. «Das weiss ich nicht», antwortet er. Auf dem Handy, das ihm nicht gehören soll, war der Pin für einen verschlüsselten Messengerdienst hinterlegt, mit dem Kartellmitglieder kommunizierten.

«Ich verkaufe kein Kokain»

Bei der Hausdurchsuchung wurde ein Rucksack mit Kokain gefunden. Der Beschuldigte sagte zunächst, dass der ihm gehöre. «Am Anfang habe ich das gesagt, wegen einer Vereinbarung», erklärt er. Das Kokain sollte er nun für seinen Freund lagern. Dieser habe ihm auch versprochen, ihn innerhalb von zwei Monaten aus dem Gefängnis zu holen. «Als das nicht passiert ist, habe ich beschossen, die Wahrheit zu sagen.»

Gerichtspräsidentin Sarah Cruz-Wenger kauft ihm das nicht ab. «Chats auf ihrem iPhone belegen, dass Sie im Kokain-Handel aktiv waren. Zeugen sagen, dass Sie und ihr Sohn im Kokain verkauft haben», hält sie ihm vor. «Das ist nicht wahr, ich verkaufe kein Kokain», entgegnet er.

Der ominöse Freund hatte auch eine Wohnung in der Nachbarliegenschaft im Kleinbasel, die als Drogendepot genutzt wurde. Der Beschuldigte hatte einen Schlüssel dafür und soll auch die Miete bezahlt haben. Eine klare Antwort darauf kann er nicht geben. Ebenso wenig kann er die Überweisung von einer halben Million Schweizer Franken an Familienmitglieder ins Ausland schlüssig erklären. Auch das Geld soll vom ominösen Freund kommen.

Und die Drogen? Das will er nicht gewesen sein. Dem Gericht tischt er eine Geschichte auf, wonach ein Freund, der «wie ein Bruder für ihn gewesen sei», ihn beschuldigt habe. «Bei mir zu Hause wurden 200 Gramm Kokain gefunden, das ihm gehört.» Er verstehe, dass er dafür bestraft werde, wolle aber seine Unschuld beweisen.

Jetzt redet der Beschuldigte

In der Befragung präsentiert sich der Narco als mittelloser, rechtschaffener Mann. Er sei 2001 aus Kolumbien nach Spanien emigriert, um zu arbeiten. Wegen der Wirtschaftskrise sei er 2012 in die Schweiz gekommen und habe immer wieder auf dem Bau gearbeitet. Daneben habe er einen Fruchthandel in Kolumbien aufziehen wollen. «Ich habe dafür sehr viel Schmuck verkauft», erklärt er.

Im Jahr vor der Festnahme habe er die erste Ananas-Ernte eingefahren und ein eigenes Lager in Betrieb genommen. Er habe eigentlich vorgehabt, nach Kolumbien zurückzukehren, um seine kranke Mutter zu pflegen. Während der Untersuchungshaft sei sie aber gestorben.

Erster Unterbruch

Die Verhandlung wurde bereits ein erstes Mal unterbrochen. Das Gericht muss besprechen, ob die Daten, die zur Verfügung stehen, verwertbar sind. Diese sind ein zentrales Beweismittel, weil sie die Kommunikation zwischen dem Beschuldigten und dem Drogennetzwerk belegen sollen.

Der Verteidiger des Beschuldigten kritisiert, dass ihm keine Rohdaten zur Verfügung gestellt wurden. Sprich: Sie wurden den Basler Behörden von der französischen Polizei übermittelt und die Staatsanwaltschaft hat diese dann übersetzt. Die Staatsanwältin akzeptiert den Vorwurf nicht. Die Anklage basiere nicht nur auf diesen Daten, zudem handle es sich um einen Service, dass sie dem Verteidiger bereits übersetzt zugestellt wurden.

Der Prozess hat erstaunlich unspektakulär angefangen. Der Beschuldigte wurde ohne sichtbar erkennbare besondere Sicherheitsvorkehrungen ans Basler Strafgericht gebracht und von zwei Polizisten in den Saal geführt. Der mutmassliche Narco erscheint in Jeans, schwarzer Windjacke und weissen Turnschuhen.

Für Verwirrung sorgt zunächst seine Verteidigungssituation. Neben dem amtlichen Verteidiger hat der Beschuldigte noch einen Privatverteidiger aufgeboten. Die beiden sind sich überhaupt nicht einig, wer den Lead haben soll. Der amtliche Verteidiger bleibt der Hauptvertreter, entscheidet das Gericht.

Sonntag, 15.01.2023

Schweizer Narco mit Kolumbien-Connection

In Basel wird diese Woche einer der wohl grössten Fälle von Drogenkriminalität der Schweizer Kriminalgeschichte verhandelt. Ein spanisch-kolumbianischer Doppelbürger (47) mit Wohnsitz in Basel soll über Jahre ein eigenes Kartell namens Medusa aufgebaut haben. Zwischen 2014 und 2021 soll er am Handel mit Kokain im Wert von über 600 Millionen Franken beteiligt gewesen sein. Alleine in Basel hat er gemäss Anklage mehr als 110 Kilo der Droge in Umlauf gebracht.

Der Basler Narco operierte auf internationalem Level und soll mit dem grössten kolumbianischen Kartell Clan del Golfo enge Kontakte gepflegt haben. Aufgeflogen ist er, nachdem es den belgischen Behörden gelungen war, eine verschlüsselte Messenger-App zu knacken, mit der die Narcos kommunizierten.

Die Anklage der Basler Staatsanwaltschaft liest sich wie ein Spielbuch: bestochene Behörden, in Früchten verstecktes Kokain und ein Sprengstoffanschlag. Der 47-jährige Beschuldigte wurde im April 2021 von der Basler Polizei festgenommen. Heute, Montag, beginnt der Prozess gegen ihn.