Zu hohe Kosten: Narren kämpfen gegen das Fasnachtssterben
Aktualisiert

Zu hohe KostenNarren kämpfen gegen das Fasnachtssterben

Zu teuer und zu wenige Helfer: Diese Probleme machen der Belper Fasnacht den Garaus. Die Rettungsidee kommt aus Gümligen und heisst «Après-Fasnachts-Party».

von
Christian Holzer
Bild aus besseren Zeiten: Belper Fasnachtsumzug 2013.

Bild aus besseren Zeiten: Belper Fasnachtsumzug 2013.

Konfetti, Kostüme und lautes Getöse gehören in Belp ab sofort der Vergangenheit an: Dort findet ab diesem Jahr keine Fasnacht mehr statt. Den Organisatoren fehlt es an Unterstützung: «Festen wollen zwar alle, anpacken oder gar organisieren hilft heute aber niemand mehr», sagt Thomas Wenger vom Verein Belper Fasnacht. Darum hängt der 40-Jährige das Fasnachtszepter nach 13 Jahren an den Nagel. Aber auch die Gemeinde habe es den Fasnachts-Narren nicht einfach gemacht. Die Kosten seien jährlich gestiegen, so Wenger: «Nachdem wir bereits den Sicherheitsdienst selber bezahlten, hätten wir auch noch für die Putzkolonne aufkommen sollen.»

Auch in Münsingen, wo am Wochenende die Berner Fasnachtssaison eröffnet wurde, kämpft man mit denselben Problemen – es wird deshalb nur noch zentral auf dem Schlossgut gefestet.

Kinder und Partys für mehr Besucher

Auch die Fasnachtsgesellschaft Muri-Gümligen feilte lange an einem funktionierenden Fasnachtskonzept: Unter dem Motto «Après-Fasnachts-Party» wird dort bewusst das letzte Fasnachtsfest der Region gefeiert. «Seither stossen immer mehr Fasnächtler bei uns auf das Saisonende an», freut sich Organisator Richard Müller. Für Guggen müssten sie gar eine Warteliste führen. Damit der Hype anhält bezieht man die Kinder stark ein: «Ein Teil der Einnahmen geht an die Kindergärten damit diese Kostüme basteln können». Mit DJ, Disco und feuchtfröhlicher Stimmung stünden am Abend dann die Erwachsenen im Mittelpunkt.

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