Meilenstein – Nasa bestätigt die Entdeckung des 5000. Planeten ausserhalb unseres Sonnensystems
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MeilensteinNasa bestätigt die Entdeckung des 5000. Planeten ausserhalb unseres Sonnensystems

Kürzlich hat die Nasa 65 neue Planeten in ihr Planetenarchiv aufgenommen. Damit haben Forscherinnen und Forscher die magische Grenze von 5000 entdeckten Exoplaneten überschritten. Doch es gibt noch Milliarden weitere Planeten, allein schon in unserer Galaxie.

von
Reto Bollmann
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Wir befinden uns in einem goldenen Zeitalter der Planetenentdeckung. (künstlerische Darstellungen)

Wir befinden uns in einem goldenen Zeitalter der Planetenentdeckung. (künstlerische Darstellungen)

imago images/ZUMA Wire
Nun hat die Nasa die Entdeckung des 5000. sogenannten Exoplaneten verkündet.

Nun hat die Nasa die Entdeckung des 5000. sogenannten Exoplaneten verkündet.

PantherMedia / Irina Dmitrienko
Die Vielfalt der Exoplaneten ist dabei riesig.

Die Vielfalt der Exoplaneten ist dabei riesig.

imago images/Cover-Images

Darum gehts

Die jüngste Aufnahme von 65 sogenannten Exoplaneten – Planeten, die sich ausserhalb unseres Sonnensystems befinden – in das Nasa-Exoplanetenarchiv trug zum wissenschaftlichen Meilenstein bei, der am Montag erreicht wurde: Mehr als 5000 Exoplaneten wurden mittlerweile entdeckt, wie CNN berichtet.

«Es ist nicht nur eine Zahl», sagt Jessie Christiansen, wissenschaftliche Leiterin des Planetenarchivs und Forscherin am Nasa Exoplanet Science Institute in Kalifornien, in einer Erklärung. «Jeder einzelne von ihnen ist eine neue Welt, ein brandneuer Planet. Ich bin von jedem einzelnen begeistert, weil wir noch nichts über sie wissen.»

Goldenes Zeitalter der Planetenforschung

Wir leben derzeit in einem goldenen Zeitalter der Entdeckung von Exoplaneten. Obwohl die Existenz von Planeten ausserhalb unseres Sonnensystems schon früher bekannt war und in der Science-Fiction durchaus dargestellt wurde, wurden die ersten dieser Welten erst in den 1990er Jahren entdeckt.

Die Vielfalt der Exoplaneten ist dabei riesig. Dazu gehören etwa felsige Welten, die grösser als die Erde sind und Supererden genannt werden, Mini-Neptune, die grösser als die Erde, aber kleiner als der Neptun sind, und glühend heisse Jupiter, die den grössten Planeten unseres Sonnensystems in den Schatten stellen und ihre Wirtssterne eng umkreisen, und sogar einige, die um die Überreste toter Sterne, sogenannte Weisse Zwerge, kreisen.

Kaum bewohnbare Planeten unter den entdeckten

Von den bisher bestätigten Exoplaneten sind 30 Prozent Gasriesen, 31 Prozent Supererden und 35 Prozent neptunähnliche. Nur vier Prozent sind terrestrische oder felsige Planeten wie Erde oder Mars. Unter den 65 neu entdeckten Planeten befinden sich viele Supererden und Mini-Neptune sowie einige heisse Planeten von der Grösse des Jupiters. Es gibt auch zwei erdgrosse Planeten, aber sie haben eine Temperatur von etwa 327 Grad Celsius, sind also eher «heisse Felsen» als bewohnbare Planeten, so Christiansen.

Neue Teleskope werden das Potenzial für die Entdeckung von Exoplaneten stark erhöhen. Das im Dezember gestartete James-Webb-Weltraumteleskop wird in der Lage sein, die Atmosphären von Exoplaneten zu erforschen. Obwohl Wissenschaftler und Wissenschaftlerinnen mehr als 5000 Exoplaneten bestätigt haben, gibt es wahrscheinlich Hunderte von Milliarden davon schon nur in unserer Galaxie, der Milchstrasse.

100 bis 200 Milliarden Planeten in der Milchstrasse

«Von den 5000 uns bekannten Exoplaneten befinden sich 4900 in einem Umkreis von wenigen tausend Lichtjahren von uns», betont Christiansen. «Und wenn man bedenkt, dass wir 30’000 Lichtjahre vom Zentrum der Galaxie entfernt sind, dann bedeutet das, dass es noch viel mehr Planeten in unserer Galaxie gibt, die wir noch nicht gefunden haben, nämlich 100 bis 200 Milliarden. Das ist atemberaubend.»

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