Aktualisiert 27.11.2009 09:17

Gesuch abgelehnt

NASA-Hacker soll ausgeliefert werden

Dem britischen Hacker Gary McKinnon, der sich Zugang zu Computern des US-Militärs und der Raumfahrtbehörde NASA verschaffte, droht die Auslieferung an die USA. Er hatte nach Beweisen für die Existenz von Ufos gesucht.

Der britische Innenminister Alan Johnson lehnte am Donnerstag ein Gesuch des 43-Jährigen ab, in Grossbritannien vor Gericht gestellt zu werden. Eine Auslieferung verstosse nicht gegen die Menschenrechte, erklärte Johnson nach einer Prüfung neuer medizinischer Gutachten.

McKinnon leidet unter dem Asperger-Syndrom, einer Form des Autismus. Eine Auslieferung könnte ihn nach Ansicht seiner Familie und Anwälte schlimmstenfalls in den Selbstmord treiben.

Er habe Garantien von den US-Behörden erhalten, wonach McKinnon dort medizinisch versorgt werde, erklärte Johnson. McKinnons Anwältin Karen Todner kündigte in der BBC an, juristisch gegen den Entscheid des Innenministers vorzugehen.

Es drohen 70 Jahre Gefängnis

McKinnon war 2001 und 2002 in 97 Rechner der US-Armee und der Raumfahrtbehörde NASA eingedrungen. Er selbst beteuerte stets, er sei auf der Suche nach Beweisen für die Existenz von Ufos gewesen. In den Vereinigten Staaten drohen ihm wegen Sabotage bis zu 70 Jahre Gefängnis.

McKinnon ist laut den USA der gefährlichste Computerhacker aller Zeiten. Sein Fall wird seit 2002 verhandelt. Nach jahrelangen juristischen Auseinandersetzungen hatte sich die damalige Innenministerin Jacqui Smith im Oktober 2008 für die Auslieferung ausgesprochen. (sda)

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