Premiere im Weltall – Nasa-Sonde «Lucy» fliegt zu den Jupiter-Asteroiden
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Premiere im WeltallNasa-Sonde «Lucy» fliegt zu den Jupiter-Asteroiden

Die sogenannten Jupiter-Trojaner sind Asteroiden, die die Sonne auf der gleichen Bahn umkreisen wie der Planet. Nun soll mit «Lucy» erstmals eine Nasa-Sonde dorthin aufbrechen – und es gibt noch weitere Premieren.

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Diese künstlerische Darstellung zeigt Jupiter-Trojaner, basierend auf Daten einer Studie des Wide-field Infrared Explorer (WISE) der Nasa aus dem Jahr 2012. Die sogenannten Jupiter-Trojaner sind Asteroiden, die die Sonne auf der gleichen Bahn umqueren wie der Jupiter - und sie sind «Fossile der Formierung der Planeten». 

Diese künstlerische Darstellung zeigt Jupiter-Trojaner, basierend auf Daten einer Studie des Wide-field Infrared Explorer (WISE) der Nasa aus dem Jahr 2012. Die sogenannten Jupiter-Trojaner sind Asteroiden, die die Sonne auf der gleichen Bahn umqueren wie der Jupiter - und sie sind «Fossile der Formierung der Planeten».

NASA/JPL-Caltech/dpa
Ein Teil der Trägerrakete der United Launch Alliance (ULA) für die «Lucy»-Mission der Nasa wird mit einem Kran in die Vertical Integration Facility in der Nähe des Space Launch Complex 41 auf der Cape Canaveral Space Force Station in Florida gehoben. 

Ein Teil der Trägerrakete der United Launch Alliance (ULA) für die «Lucy»-Mission der Nasa wird mit einem Kran in die Vertical Integration Facility in der Nähe des Space Launch Complex 41 auf der Cape Canaveral Space Force Station in Florida gehoben.

Kim Shiflett/NASA/dpa

Darum gehts

  • Mit «Lucy» fliegt erstmals eine Nasa-Sonde zu den Jupiter-Asteroiden.

  • «Lucy» soll während ihrer auf zwölf Jahre angelegten Mission an sieben Jupiter-Trojaner eng vorbeifliegen.

  • Zum Start vom Weltraumbahnhof Cape Canaveral wird die Sonde in eine Art Kapsel gepackt, die sie wie eine Muschelschale umschliessen soll.

Der Name stammt aus einem Song der Beatles und die neue Raumsonde teilt ihn sich mit einem weltberühmten Fossil. 1974 stiess das Team des US-Paläoanthropologen Donald Johanson im äthiopischen Afar-Dreieck auf Teile des Skeletts eines weiblichen Vormenschen und nannte es «Lucy». Mit dem Fund wurde erstmals bewiesen, dass die Vorläufer des heutigen Menschen bereits vor rund drei Millionen Jahren aufrecht gehen konnten. Weil angeblich gerade der Beatles-Song «Lucy in the Sky with Diamonds» aus einem Kassettenrekorder dröhnte, als die Forscher die Knochen fanden, bekam das Fossil seinen Spitznamen – und nun wurde auch eine Sonde der US-Raumfahrtagentur Nasa so benannt, die am Samstag (16. Oktober) erstmals zu den Asteroiden des Jupiter aufbrechen soll.

«Genau wie das «Lucy»-Fossil einzigartige Einblicke in die Entwicklung des Menschen lieferte, verspricht die «Lucy»-Mission unser Wissen über die Entstehung der Planeten und des Sonnensystems zu revolutionieren», heisst es von der Nasa. Die Asteroiden des Jupiter, die sogenannten Jupiter-Trojaner, die «Lucy» besuchen soll, seien «die Fossile der Formierung der Planeten», sagte Nasa-Wissenschaftler Hal Levison.

«Lucy» ist zwölf Jahre lang unterwegs

Die vor mehreren Jahrzehnten entdeckten Jupiter-Trojaner umkreisen die Sonne auf der gleichen Bahn wie der Planet – ein Schwarm eilt ihm voraus, einer folgt ihm hinterher. Ursprünglich dachten Wissenschaftler und Wissenschaftlerinnen, dass nur der Jupiter Trojaner habe, inzwischen sind sie aber auch bei anderen Himmelskörpern entdeckt worden. Wie viele Trojaner der Jupiter insgesamt hat, ist bislang unklar – entdeckt wurden bereits mehrere Tausend.

An sieben davon soll «Lucy» während ihrer auf zwölf Jahre angelegten Mission als erste Sonde in der Geschichte der Raumfahrt eng vorbeifliegen: Eurybates, Queta, Polymele, Leucus, Orus, Patroclus und Menoetius – alle benannt nach Protagonisten aus der Antikensage «Ilias» von Homer. Dazu soll «Lucy» auch noch nah an einem Asteroid im Hauptgürtel des Jupiter vorbeifliegen und – ebenfalls als erste Sonde in der Geschichte der Raumfahrt – auch noch dreimal in die Nähe der Erde zurückkehren, um sich Unterstützung der Schwerkraft zu holen. Der erste Asteroiden-Vorbeiflug ist für 2025 geplant, die anderen sollen zwischen 2027 und 2033 stattfinden. Insgesamt soll «Lucy» rund 6,5 Milliarden Kilometer zurücklegen.

«Wie ein Kind aufs College zu schicken»

«Mit «Lucy» fliegen wir mit einem einzigen Raumschiff zu acht noch nie zuvor untersuchten Asteroiden in zwölf Jahren», sagte Nasa-Wissenschaftler Tom Statler. «Das bietet uns eine fantastische Möglichkeit zu Entdeckungen, während wir in die tiefe Vergangenheit unseres Sonnensystems blicken.»

Die Sonde ist mehr als 14 Meter lang – vor allem wegen ihrer riesigen Solarzellen, mit denen die Batterien aufgeladen werden sollen. Daneben hat «Lucy» aber auch rund 725 Kilogramm Treibstoff an Bord. Zum Start vom Weltraumbahnhof Cape Canaveral wird die Sonde in eine Art Kapsel gepackt, die sie wie eine Muschelschale umschliessen soll. «Ein Raumschiff zu starten ist fast so, wie ein Kind aufs College zu schicken», sagte Nasa-Forscher Levison. «Man hat getan, was man konnte, um es bereit zu machen für den nächsten grossen Schritt, den es alleine gehen muss.»

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(DPA/kle)

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