Neue Mission: Nasa sucht mit Drohne Leben auf Saturnmond
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Neue MissionNasa sucht mit Drohne Leben auf Saturnmond

Mit der Mission Dragonfly will die Nasa auf Titan, dem grössten Saturnmond, nach Spuren von Leben suchen. Die Reise dorthin wird acht Jahre dauern.

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jcg

So soll die Drohne dereinst auf dem Saturnmond Titan landen. (Video: Nasa)

Die US-Weltraumbehörde Nasa will den Saturnmond Titan mit einer Drohne erkunden. Die Mission Dragonfly soll im Jahr 2026 starten und den grössten Trabanten des Saturn im Jahr 2034 erreichen, wie die US-Raumfahrtbehörde Nasa am Donnerstag (Ortszeit) mitteilte.

Demnach will die Nasa eine atomgetriebene Drohne mit vier Rotoren zu dem Himmelskörper schicken. Sie soll dort mehr als 175 Kilometer weit an verschiedene Orte fliegen und Untersuchungen vornehmen. «Titan ist anders als alle anderen Orte in unserem Sonnensystem und am ehesten vergleichbar mit der frühen Erde», sagte Nasa-Leiter Jim Bridenstine weiter.

Die Aufgabe von Dragonfly werde es etwa zwei Jahre lang sein, die chemische Beschaffenheit von organischen Stoffen zu analysieren, die mögliche Bewohnbarkeit des Saturnmonds zu erforschen und nach Spuren von Leben zu suchen.

Der Himmelskörper ist zehnmal weiter von der Sonne entfernt als die Erde und deshalb auch sehr kalt. Auf seiner Oberfläche herrschten Temperaturen von etwa minus 179 Grad. Titan ist grösser als der Planet Merkur. Es ist der einzige Mond im Sonnensystem, von dem man weiss, dass er eine Atmosphäre hat.

Europäische Vorarbeit

Die Mission baut laut Nasa auf dem Wissen der amerikanisch-europäischen Weltraummission Cassini-Huygens auf, die von 2004 an jahrelang um den Saturn kreiste. Ein Jahr später landete die Sonde Huygens von der Europäischen Weltraumorganisation ESA nach der Trennung vom Mutterschiff auf Titan und erforschte die Atmosphäre und Oberfläche des Trabanten.

Bilder der Mission zeigten Seen aus Methan und Ethan auf dem Mond, die mit den Jahreszeiten grösser und kleiner wurden. In ausgetrockneten Seen vermuten Wissenschaftler eine Vielzahl organischer Verbindungen. Auch hat Titan eine dicke Eisschicht, unter deren Oberfläche sich ein Ozean befindet, der vornehmlich aus Wasser besteht.

«Diese mysteriöse Ozeanwelt zu besuchen könnte unser Wissen über Leben im Universum revolutionieren», sagte Bridenstine. Die geplante Mission wäre noch vor wenigen Jahren undenkbar gewesen. «Aber jetzt sind wir bereit für den unglaublichen Flug von Dragonfly.»

(jcg/sda/afp)

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