Gefährliche Himmelskörper: Nasa versagt beim Aufspüren von Asteroiden
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Gefährliche HimmelskörperNasa versagt beim Aufspüren von Asteroiden

Bis 2020 sollte die Nasa 90 Prozent der potenziell gefährlichen Asteroiden in Erdnähe erfassen. Doch trotz Millioneninvestitionen konnte sie erst 10 Prozent registrieren.

von
jcg

Seit 1998 sucht die US-Raumfahrtbehörde Nasa nach Gesteinsbrocken im All, die unserem Planeten gefährlich werden könnten. Es geht um Kometen, Asteroiden und andere Objekte von mindestens 140 Metern Durchmesser, die näher als 45 Millionen Kilometer an die Erde herankommen. Ziel ist es, den Planeten vor einem Einschlag zu schützen. Die meisten dieser Gesteinsbrocken zerfallen schon in einiger Entfernung von der Erde und erweisen sich als harmlos. Doch es gibt Ausnahmen. 2013 explodierte ein Meteor über Tscheljabinsk in Russland und richtete erhebliche Schäden an.

11'000 solcher Brocken hat die Nasa bisher erfasst. Das entspricht lediglich 10 Prozent der errechneten Gesamtmenge, wie aus einem Nasa-Prüfbericht hervorgeht. Dies obwohl das Budget in den letzten fünf Jahren verzehnfacht wurde - von 4 auf 40 Millionen Dollar. Ursprünglich wollte die US-Raumfahrtbehörde bis 2020 mindestens 90 Prozent der Gesteinsbrocken registriert haben. Die Frist sei kaum noch einzuhalten.

Deutliche Worte

Der zuständige Nasa-Prüfer Paul Martin geht mit dem Programm «Near Earth Objects» hart ins Gericht. Es müsse besser organisiert und gemanagt werden und brauche mehr Mitarbeiter, heisst es in seinem 44-seitigen Bericht. Die Aufsicht über das Programm reiche nicht aus und es gebe keinen Massstab für Fortschritte. Bislang arbeitet das Programm mit einem Chef im Nasa-Hauptquartier sowie jeweils sechs Mitarbeitern in Massachusetts und Kalifornien.

Der Chef der Nasa-Wissenschaftsprogramme, John Grunsfeld, versprach Besserung. Die Entdeckung gefährlicher Asteroiden habe für die Nasa hohe Priorität, um «unseren Heimatplaneten» vor ihnen zu schützen. Immerhin gelang es der Nasa, 95 Prozent der grössten und potentiell zerstörerischsten Asteroiden zu katalogisieren. Diejenigen also, die einen Durchmesser von einem Kilometer oder mehr haben.

(jcg/sda)

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