Nasa-Pläne: Atom-Triebwerke sollen Flüge zum Mars massiv verkürzen

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Nasa-PläneAtom-Triebwerke sollen Flüge zum Mars massiv verkürzen

Um die riesigen Distanzen bei Weltraumflügen zu verkürzen, will die Nasa Triebwerke bauen, die mit nuklearem Antrieb ausgestattet und wesentlich schneller sind. Bereits in vier Jahren sollen erste Tests steigen.

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Eine Projektzeichnung der Darpa zeigt, wie die Rakete aussehen könnte.

Eine Projektzeichnung der Darpa zeigt, wie die Rakete aussehen könnte.

Darpa
Bisherige Raketentriebwerke sind für die Reise zum Mars nur bedingt geeignet.

Bisherige Raketentriebwerke sind für die Reise zum Mars nur bedingt geeignet.

SOPA Images/LightRocket via Gett
Die neue Technologie würde bemannte Mars-Missionen massiv erleichtern.

Die neue Technologie würde bemannte Mars-Missionen massiv erleichtern.

Getty Images

Darum gehts

  • Um künftig bemannte Mars-Missionen zu ermöglichen, tüfteln die Nasa und der Rüstungsbetrieb Darpa an nuklearen Raketentriebwerken.

  • Diese würden drei- bis viermal so stark sein wie herkömmliche Antriebe und die Flugzeit zum Mars massiv verkürzen.

  • Bereits Mitte des vergangenen Jahrhunderts wurde daran geforscht, doch die Entwicklung später eingestellt.

Die US-Raumfahrtbehörde Nasa will gemeinsam mit dem US-Verteidigungsministerium Mars-Raketen mit Nuklear-Antrieb entwickeln. Bis etwa 2027 solle so eine Rakete gemeinsam mit einer Entwicklungsabteilung des Ministeriums konzipiert und getestet werden, teilte die Nasa am Dienstag mit. Sie könnte dann möglicherweise für zukünftige bemannte Missionen zum Mars genutzt werden und würde die Flugzeit deutlich verkürzen, hiess es. 

Beteiligt an der Entwicklung ist auch die Defense Advanced Research Projects Agency, kurz Darpa, eine Forschungsabteilung der US-Armee. «Die Darpa und die Nasa blicken auf eine lange und fruchtbare Zusammenarbeit bei der Entwicklung gemeinsamer Ziele zurück, die von der Saturn-V-Mondrakete bis zu Roboterarbeiten im All und dem Auftanken von Satelliten reicht», so Dr. Stefanie Tompkins, Direktorin der Darpa.

Drei- bis vierfache Leistung

Seit Mitte des 20. Jahrhunderts tüftelten die Army und die Nasa an dieser Technologie, diese wurde dann aber eingestellt. Nun erfuhr das Konzept nuklear angetriebener Raketen mit dem Projekt Demonstration Rocket for Agile Cislunar Operations (DARCO) neuen Auftrieb. Und mit dem Ziel, im Rahmen des Projekts Artemis Menschen zum Mars zu schicken, wird nun wieder intensiv am nuklearen Raketenantrieb getüftelt.

Dabei würde ein nuklearer Reaktor in die Rakete eingebaut, der mit Kernspaltung extrem hohe Temperaturen erzeugt, die dann in einen Treibstoff geleitet werden und diesen so massiv verstärken: Der Prozess erzeugt laut Nasa drei- bis viermal so viel Schub wie bei herkömmlichen Raketenantrieben. Damit könnte eine Rakete die 225 Millionen Kilometer lange Reise zum Mars wesentlich rascher absolvieren und die Zeit, in der die Astronauten schädlicher Weltraumstrahlung ausgesetzt sind, massiv verkürzen.

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(DPA/trx)

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