Erstflug - Nasa will mit Mini-Helikopter auf dem Mars abheben
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ErstflugNasa will mit Mini-Helikopter auf dem Mars abheben

Es ist nur ein kurzes Schweben, doch über der Mars-Oberfläche wird es zu einem historischen Flug: Die Nasa will ihren Helikopter «Ingenuity» erstmals über dem Roten Planeten steigen lassen. Eine schwierige Mission.

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Dieses Foto zeigt «Ingenuity» hinter dem Perseverance Rover der Nasa.

Dieses Foto zeigt «Ingenuity» hinter dem Perseverance Rover der Nasa.

AFP/JPL-CALTECH
«Ingenuity» setzte Ende Februar im Bauch des Rovers «Perseverance» nach 203 Flugtagen in dem ausgetrockneten See «Jezero Crater» auf dem Mars auf.

«Ingenuity» setzte Ende Februar im Bauch des Rovers «Perseverance» nach 203 Flugtagen in dem ausgetrockneten See «Jezero Crater» auf dem Mars auf.

AFP/JPL-CALTECH
Ein weiteres Foto von «Ingenuity».

Ein weiteres Foto von «Ingenuity».

AFP/JPL-CALTECH

Darum gehts

  • Die Nasa plant den weltweit ersten Helikopter-Flug auf dem Mars.

  • Der 1,8 Kilogramm leichte Mini-Helikopter soll frühestens am 11. April abheben.

  • Eine Herausforderung dabei ist die Kälte: Bei minus 90 Grad könnte die Elektronik kaputt gehen.

Die Nasa plant, den Mini-Helikopter «Ingenuity» («Einfallsreichtum») etwa 30 Sekunden in der dünnen Atmosphäre des Roten Planeten schweben zu lassen. Ab frühestens 11. April soll der Heli zum ersten solchen Flug auf einem anderen Planeten starten. Die US-Raumfahrtbehörde vergleicht den Flug mit dem 17. Dezember 1903. Damals hoben die Brüder Wright in North Carolina zum ersten Mal in der Menschheitsgeschichte mit einem motorisierten Flugzeug ab. Zwölf Sekunden war die Maschine in der Luft – 36 Meter, die in die Geschichte eingingen. Nun steht der Erstflug auf dem Mars bevor.

Langjährige Entwicklung

Zum Hintergrund: «Ingenuity» war Ende Februar im Bauch des Rovers «Perseverance» nach 203 Flugtagen in dem ausgetrockneten See «Jezero Crater» auf dem Mars aufgesetzt. Diesen See soll «Perseverance» in den kommenden zwei Jahren untersuchen. Entwicklung und Bau haben acht Jahre gedauert, die Gesamtkosten für die Mission betragen rund 2,7 Milliarden Dollar (etwa 2,52 Milliarden Franken). Das Fahrzeug soll auf dem Mars nach Spuren früheren mikrobiellen Lebens fahnden sowie das Klima und die Geologie des Planeten erforschen. Dem ersten Flug für den 1,8 Kilogramm leichten Mini-Helikopter an Bord gehen ebenfalls Jahre akribischer Arbeit voraus. Der Erfolg der Mission lässt dabei kaum Platz für Fehler.

Die Herausforderungen, die «Ingenuity» meistern muss:

Die Kälte

Bislang wurde «Ingenuity» durch den Rover «Perseverance» auf dem Mars geschützt. Eingebaute Heizungen verhindern bei Nächten mit Minus 90 Grad, dass Elektronik an Bord zerstört wird. «Während es eine grosse Herausforderung sein wird, auf der Marsoberfläche ausgesetzt zu werden, wird es eine noch grössere Herausforderung sein, die erste Nacht auf dem Mars allein zu überleben, ohne dass der Rover ihn schützt und mit Strom versorgt», sagte Chefingenieur Bob Balaram. Diese Hürde hat die kleine Maschine bereits gemeistert, doch es warten noch weitere bitterkalte Nächte.

Die richtige Position

Weil der nächste Mensch, der «Ingenuity» in der Mitte seines zehn mal zehn Meter Startplatzes aufstellen könnte, mehr als 250 Millionen Kilometer weg ist, muss der Mini-Helikopter sich aufwendig selbst in Stellung bringen. Nachdem er vom Rover abgesetzt wurde, beginnt ein Prozess über mehrere Tage, bei dem «Ingenuity» vom Fahrzeug abgedockt und mit dessen Greifarm auf seine vier Beine gestellt wird.

Die dünne Atmosphäre

Wenn die Wetterbedingungen gut sind, wird das Nasa-Team danach die Erlaubnis zum Start geben. Die Rotoren beschleunigen dann auf 2537 Umdrehungen die Minute und «Ingenuity» hebt planmässig zu seinem historischen Jungfernflug ab: Er steigt dabei drei Meter in die Höhe, bleibt dort für 30 Sekunden in der Luft stehen und landet wieder. Weitere Flüge, bei denen unter anderem Luftaufnahmen von der Mars-Oberfläche gemacht werden, sollen folgen.

Die Rotorblätter müssen bei Mars-Flügen um ein Vielfaches schneller kreisen als auf der Erde. Denn obwohl die Anziehungskraft des Mars nur etwa ein Drittel so stark ist wie die der Erde, beträgt die Dichte der Atmosphäre auf der Oberfläche im Vergleich nur ein Prozent. Die Energie für diese Kraftanstrengung zieht «Ingenuity» aus seiner über Solarzellen gefütterten Batterie.

Unter diesen Solarzellen haben die Ingenieure noch etwas Besonderes versteckt: An einem Kabel ist ein kleines Stück Stoff aus dem Flugzeug der Brüder Wright befestigt. Die Beiden waren also nicht nur am ersten motorisierten Flug auf der Erde beteiligt. Sie werden auch indirekt am Jungfernflug auf dem Mars dabei sein.

(DPA/mur)

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