Arzt warnt: Nasenhaare ausreissen kann tödlich enden

Publiziert

Arzt warntNasenhaare ausreissen kann tödlich enden

Haare entfernen liegt im Trend. Bei den Stoppeln in der Nase sollte man aber vorsichtig sein. Zupft man sie, kann das schlimme Folgen haben.

von
Fee Riebeling
1 / 6
Das Rausreissen von Nasenhaaren ist nicht nur eine ziemlich schmerzhafte Angelegenheit, sondern auch eine potenziell gefährliche.

Das Rausreissen von Nasenhaaren ist nicht nur eine ziemlich schmerzhafte Angelegenheit, sondern auch eine potenziell gefährliche.

Colourbox.com/Sergey Tryapitsyn
Im schlimmsten Fall kann das Ganze tödlich enden, warnt ein Mediziner der New York University. Denn werden die Nasenhaare ausgerissen ...

Im schlimmsten Fall kann das Ganze tödlich enden, warnt ein Mediziner der New York University. Denn werden die Nasenhaare ausgerissen ...

Flickr.com/Jamie Sanford/CC BY 2.0
... können Bakterien, die an den Haarfollikeln festsitzen, in den Körper eindringen und Infektionen hervorrufen: «Die Venen, die von der Nase wegführen, führen zu den Venen, die aus dem Gehirn kommen. Bakterien können sich so ausbreiten und Meningitis oder Hirnabszesse hervorrufen.»

... können Bakterien, die an den Haarfollikeln festsitzen, in den Körper eindringen und Infektionen hervorrufen: «Die Venen, die von der Nase wegführen, führen zu den Venen, die aus dem Gehirn kommen. Bakterien können sich so ausbreiten und Meningitis oder Hirnabszesse hervorrufen.»

PD

Das aktuelle Schönheitsideal hat es nicht so mit Körperbehaarung. Nicht nur Frauen, auch Männer entfernen regelmässig Haare und Härchen am ganzen Körper. Bei Männern besonders unbeliebt: die Nasenhaare.

Mit diesen sollte man sorgsam umgehen. Denn wer diese regelmässig zupft oder ausreisst, riskiert laut Erich Voigt von der New York University gesundheitliche Schäden: «Die Härchen filtern unsere Atemluft, bevor sie in die Lunge gelangt. Werden sie aber ausgerissen, können Bakterien, die an den Haarfollikeln festsitzen, in den Körper eindringen und Infektionen hervorrufen.»

Diese können im schlimmsten Fall sogar tödlich enden. «Die Venen, die von der Nase wegführen, führen zu den Venen, die aus dem Gehirn kommen. Bakterien können sich so ausbreiten und Meningitis oder Hirnabszesse hervorrufen», warnt Voigt im «Business Insider».

Stutzen, nicht entfernen

Dem stimmt Ruth Köppl, stellvertretende Chefärztin der HNO-Klinik am Universitätsspital Basel, zu: «Infektionen, die am Naseneingang bestehen, können tatsächlich über kleine Verletzungen, die beim Ausreissen oder Zupfen von Nasenhaaren entstehen, in den Körper gelangen und über die Vena angularis ins Gehirn wandern.» Allerdings können solche Infektionen auch ohne Eingreifen entstehen.

Zwar seien derartige Infektionen mit geschätzt fünf bis zehn Fällen pro Jahr, die im Unispital Basel behandelt werden müssen, sehr selten, «dennoch muss man die Gefahr ernst nehmen – wegen der Nähe zum Gehirn», sagt Köppl. Allerdings habe diese Zahl in den letzten Jahren mit zunehmendem Trend zur Entfernung der Nasenhaare auch nicht zugenommen.

Dennoch hat man im Unispital aufgehört, die Härchen vor Operationen komplett zu rasieren, nicht nur im Bereich der Nase. «Wir kürzen sie nur noch», so die Spezialistin für Nasenkrankheiten.

Kurzes Nasenhaar, mehr Hygiene

Köppl rät, auch privat vom Kahlschlag in der Nase abzusehen: «Man sollte nur das stutzen, was aus dem Nasenloch herausschaut.» Dies etwa mit einer Nagelschere oder einem Nasenhaarschneider. «Moderne Rasierer mähen nicht alle Haare ab, sondern lassen immer noch einen Rest stehen.»

Dass man überhaupt Hand ans Nasenhaar legt, hält die Expertin für sinnvoll – sowohl aus ästhetischen als auch aus hygienischen Gründen. Denn in den feinen Härchen bleibe immer auch etwas Nasenschleim hängen. Und dieser beginne irgendwann zu stinken.

Deine Meinung