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SelbstentzündungNasser Sommer sorgt für brennende Heustöcke

Innerhalb weniger Tage haben in der Ostschweiz zwei Heustöcke gebrannt. Das sei die Folge des nassen Sommers, sagen Experten.

von
qll

Am Sonntag brannte gegen 13.30 Uhr ein Heustock an der Kirchlistrasse in St. Gallen. Die Stadtpolizei St.Gallen musste sämtliche Kühe aus dem Stall evakuieren. Die Feuerwehr konnte den Brand nach rund einer Stunde unter Kontrolle bringen.

Der aktuelle Brand ist aber kein Einzelfall. Bereits vor rund einer Woche brach in Stein AR in einer von drei Heukammern ein Brand mit mehreren Glutnestern aus. Die Kammer musste wegen akuter Brandgefahr durch die Feuerwehrkräfte geräumt werden. Der Schaden ist in beiden Fällen enorm, allein in St.Gallen wird er auf 200'000 Franken geschätzt.

Heu konnte nicht richtig trocknen

Gemäss Experten ist der nasse Sommer für die vermehrt eintretenden Heustockbrände verantwortlich: «Heu kann sich leicht selbst entzünden, wenn es noch nicht richtig trocken ist», erklärt Lukas Kessler, Projektmitarbeiter beim St.Galler Bauernverband.

Laut Kessler entsteht bei feuchtem Gras während dem Gärungsprozess Wärme. Wenn diese Wärme nicht entweichen kann, steigert sie sich zu Hitze. Falls dann Sauerstoff dazu kommt, kann sich das Heu schlagartig entzünden und in Flammen aufgehen.

Das Risiko, dass solche Brände entstehen, sei dieses Jahr besonders hoch, denn «dieser Sommer war so nass, dass die Landwirte ab Juni ihr Gras nicht richtig trocknen konnten», sagt Konrad Höhener, Lehrer und Berater beim Landwirtschaftlichen Zentrum St.Gallen.

Weitere Brände sind möglich

Dass es noch zu weiteren Bränden in Scheunen kommt, sei nicht auszuschliessen. «Die beiden Fälle werden wohl nicht die letzten sein», sagt Höhener. «Dieses Jahr war für die Bauern besonders schlimm.»

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