Aktualisiert 09.08.2015 11:32

Kindstötung von Flaach

Natalie K. begeht im Gefängnis Selbstmord

Die Mutter, die ihre Kinder getötet haben soll, wurde im Gefängnis tot aufgefunden. Als Todesursache steht ein Suizid im Vordergrund.

von
kko/dia
1 / 18
Nicolas (5) und Alessia (2) wurden am 1. Januar 2015 tot im Haus ihrer Eltern in Flaach ZH gefunden.

Nicolas (5) und Alessia (2) wurden am 1. Januar 2015 tot im Haus ihrer Eltern in Flaach ZH gefunden.

Facebook
Ihre Mutter Natalie K. (27) wurde unter dringendem Tatverdacht festgenommen. Sie hatte sich selber Verletzungen zugefügt.

Ihre Mutter Natalie K. (27) wurde unter dringendem Tatverdacht festgenommen. Sie hatte sich selber Verletzungen zugefügt.

Facebook
Im hinteren Hausteil (links) in Flaach lebte die Familie. Am 6. Januar gab die Rechtsmedizin bekannt, dass die beiden Kinder offenbar von ihrer Mutter erstickt wurden.

Im hinteren Hausteil (links) in Flaach lebte die Familie. Am 6. Januar gab die Rechtsmedizin bekannt, dass die beiden Kinder offenbar von ihrer Mutter erstickt wurden.

Keystone/Walter Bieri

Natalie K. die beschuldigt wird, am Neujahrstag 2015 in Flaach ZH ihre beiden Kinder getötet zu haben, ist tot. Sie wurde im Gefängnis Zürich aufgefunden, wie die Direktion der Justiz und des Innern mitteilte.

Als Todesursache steht Suizid im Vordergrund, wie es in der Mitteilung hiess. Die Tote wurde am Mittag entdeckt. Die Staatsanwaltschaft Zürich Limmat leitete eine Untersuchung ein und veranlasste eine Obduktion. Das sei bei aussergewöhnlichen Todesfällen üblich, hiess es in der Mitteilung. Weitere Angaben könnten mit Rücksicht auf das laufende Verfahren nicht gemacht werden.

Kesb platzierte Kinder im Heim

Am 1. Januar 2015 soll Natalie K. ihre beiden Kinder Alessia (2) und Nicolas (5) erstickt haben. Die Frau war geständig. Sie alarmierte nach der Tat selbst die Polizei, bevor sie sich im Wald mit einem Messer selbst töten wollte. Die Beamten konnten sie verletzt ins Spital bringen.

Das zweifache Tötungsdelikt war trauriger Höhepunkt eines Konflikts der Familie mit der zuständigen Kindes- und Erwachsenenschutzbehörde (KESB). Diese hatte die vorübergehende Unterbringung der Kinder in einem Heim verfügt, nachdem die Eltern wegen Betrugsverdachts Anfang November verhaftet worden und ausserdem Gefährdungsmeldungen bezüglich der Kinder eingegangen waren.

Pressekonferenz angekündigt

Auch nach der Entlassung der Mutter aus der Haft einige Tage nach der Festnahme sollten die Kinder im Heim bleiben, bis alle nötigen Abklärungen getätigt sein würden. Über die Feiertage durften sie zwei Wochen bei der Mutter verbringen, hätten aber Anfang Jahr wieder zurückgebracht werden sollen.

Das tragische Ereignis stiess eine öffentliche Aggressionslawine gegen die KESB los - bis hin zu Morddrohungen gegen Mitarbeitende. Die professionelle Behörde hatte Anfang 2013 die vorher zuständigen Vormundschaftsbehörden abgelöst, in denen Laien tätig waren.

Die Staatsanwaltschaft will am Samstag bei einer Medienkonferenz zum Fall Stellung nehmen. (kko/dia/sda)

Deine Meinung

Fehler gefunden?Jetzt melden.