«Wir haben keine Zeit mehr»: Natalie Rickli fordert die Schliessung von Restaurants
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«Wir haben keine Zeit mehr»Natalie Rickli fordert die Schliessung von Restaurants

Die Zürcher Gesundheitsdirektorin fordert den Bundesrat auf, diesen Freitag die Massnahmen zu verschärfen. Die Spitäler hätten keine Kapazitäten mehr, die rote Linie sei überschritten.

von
Reto Heimann
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Die Zürcher Gesundheitsdirektorin Natalie Rickli fordert den Bundesrat auf,  am Freitag strengere Massnahmen zu verabschieden.

Die Zürcher Gesundheitsdirektorin Natalie Rickli fordert den Bundesrat auf, am Freitag strengere Massnahmen zu verabschieden.

REUTERS
Konkret möchte Rickli die Restaurants, Kultur- und Freizeiteinrichtungen schliessen.

Konkret möchte Rickli die Restaurants, Kultur- und Freizeiteinrichtungen schliessen.

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«Es wird schwieriger, Patienten mit schwereren Verletzungen problemlos in einem Spital unterzubringen», sagte Rudolf Hauri, Präsident der Vereinigung der Kantonsärzte und Kantonsärztinnen der Schweiz (VKS). schon am Dienstag.

«Es wird schwieriger, Patienten mit schwereren Verletzungen problemlos in einem Spital unterzubringen», sagte Rudolf Hauri, Präsident der Vereinigung der Kantonsärzte und Kantonsärztinnen der Schweiz (VKS). schon am Dienstag.

Darum gehts

  • Die Zürcher Gesundheitsdirektorin Natalie Rickli fordert den Bundesrat auf, am Freitag die Massnahmen zu verschärfen.

  • Konkret fordert Rickli die Schliessung von Restaurants, Kultur, Freizeit und Unterhaltung – noch vor Weihnachten.

  • Das Gesundheitssystem sei überlastet, so Rickli. Deshalb könne der Kanton Zürich auch keine Ski-Verunfallten aufnehmen.

«Wir haben keine Zeit mehr.» Das sagt die Zürcher Gesundheitsdirektorin Natalie Rickli (SVP) im Interview mit den Zeitungen von Tamedia (Bezahlartikel). Sie fordert den Bundesrat auf, die Massnahmen am Freitag nochmals zu verschärfen. Für einen Aufschub bis nach den Feiertagen bleibe keine Zeit.

Denn: Die Zürcher Spitäler seien an der Belastungsgrenze. Rickli weist im Interview darauf hin, dass schon am Dienstag die Zürcher Spitaldirektoren Alarm geschlagen haben. Am Montag befanden sich in Zürich 535 Personen mit einer Coronaerkrankung im Spital, davon 99 auf der Intensivstation am Sonntag.

Im Universitätsspital Zürich waren gerade noch drei Betten frei. Erstmals mussten Behandlungen von Patienten mit anderen lebensbedrohlichen Krankheiten verschoben werden. «Unser Gesundheitswesen darf nicht überlastet werden. Das war die rote Linie, die nicht überschritten werden sollte. Darum muss man jetzt handeln. Mit dem Skalpell muss Schluss sein», so Rickli.

Kommt nun der Lockdown?

Bedeutet das nun, dass der Lockdown kommt? Für Rickli nicht unbedingt: «Das muss nicht zwingend einen totalen Lockdown zur Folge haben, aber gewisse Branchen wie Gastronomie, Kultur, Freizeit und der Unterhaltungsbereich müssen sicher geschlossen werden.»

Für Gesundheitsdirektorin Rickli ist klar, dass der Bundesrat jetzt handeln muss. «Ich bitte den Bundesrat, am Freitag verbindlich zu entscheiden.» Zugleich erteilt die Gesundheitsdirektorin dem Kanton Graubünden eine Absage. Dieser hatte nahegelegt, dass Zürcher Skitouristen, die auf der Piste in Graubünden verunfallen, in Zürcher Spitäler behandelt werden.

«Die Zürcher Spitäler werden in nächster Zeit nicht in der Lage sein, sich um Skiunfälle zu kümmern», stellt Rickli dazu klar. Damit ist für sie auch gesagt: Es ist im Moment nicht der passende Zeitpunkt, um in die Berge Skifahren zu gehen.

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