Winterthurer Stadtrat: Natalie Rickli will nicht kandidieren
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Winterthurer StadtratNatalie Rickli will nicht kandidieren

SVP-Nationalrätin Natalie Rickli wird sich nicht um das Amt der Winterthurer Stadtpräsidentin bewerben. Ein Doppelmandat aus National- und Stadtrat sei nicht zu stemmen.

Ist die Entscheidung nicht leicht gefallen: SVP-Nationalrätin Natalie Rickli will nicht in den Winterthurer Stadtrat einziehen.

Ist die Entscheidung nicht leicht gefallen: SVP-Nationalrätin Natalie Rickli will nicht in den Winterthurer Stadtrat einziehen.

SVP-Nationalrätin Natalie Rickli will nicht ins Rennen um einen Sitz in der Winterthurer Stadtregierung steigen. Nach reiflicher Überlegung sei sie zum Schluss gekommen, nicht zu kandidieren, teilte sie am Freitag über Twitter mit.

Die Entscheidung sei ihr nicht leichtgefallen. Ihre Geburtsstadt liege ihr am Herzen. Die Lokalpolitik habe ihr während ihrer fünf Jahre im Gemeinderat grosse Freude bereitet.

Ein Stadtratsmandat in Winterthur erfordere jedoch volles Engagement. Dieses kann die 35-jährige Nationalrätin derzeit nicht bieten. «Ein Doppelmandat ist aus meiner Sicht problematisch.» Ein Rücktritt auf Bundesebene wäre für Rickli deshalb unumgänglich.

Rickli will Nationalrätin bleiben

Dies kommt für sie aber nicht in Frage. Sie wolle weiter auf nationaler Ebene politisieren. Zudem habe sie sich erst im Januar als Vizepräsidentin der SVP-Fraktion zur Verfügung gestellt. Auch ihren Beruf als Werbevermarkterin will sie derzeit nicht aufgeben.

Zu einem späteren Zeitpunkt könne sie sich eine Kandidatur aber durchaus vorstellen, schreibt sie weiter. Rickli hatte vor einigen Monaten in einem Interview angekündigt, reif für ein Exekutivamt zu sein und sich eine Kandidatur ernsthaft zu überlegen.

Da es nun nicht dazu kommt, verweist Rickli auf ihre Parteikollegen, den Kantonsrat René Isler und Gemeinderat Josef Lisibach, die als mögliche Kandidaten im Gespräch sind. Beide sind bei der Polizei tätig.

«SVP wird Sitz zurückerobern»

Sobald die beiden offiziell nominiert seien, werde sie Isler und Lisibach bei ihrer Kandidatur voll unterstützen, kündigte Rickli an. «Ich bin überzeugt, dass die SVP den Sitz im Stadtrat zurückerobern kann.» Seit dem Rücktritt von Leo Iten im Jahr 2002 ist die Partei nicht mehr in der Stadtregierung vertreten.

Abgewinkt haben für die Stadtrats- und Stadtpräsidiumswahlen schon mehrere prominente Kandidaten, so etwa SP-Nationalrätin Jacqueline Fehr und SP-Stadtrat Nicolas Galladé. Ambitionen haben hingegen die FDP-Gemeinderätin Barbara Günthard-Maier und GLP- Kantonsrat Michael Zeugin. Beide wollen für den freien Stadtratssitz kandidieren.

Auch die Grünen wollen einen Kandidaten oder eine Kandidatin aufstellen, um neben dem bestehenden Sitz von Stadtrat Matthias Gfeller einen zweiten Sitz zu erobern. Bis Ende März will die EVP zudem entscheiden, ob und mit wem sie allenfalls antreten will.

Präsidium: SP gegen CVP

Einziger Kandidat für das Amt des Stadtpräsidenten ist bis jetzt CVP-Polizeivorstand Michael Künzle. Die SP will am 20. März entscheiden, mit wem sie den frei werdenden Sitz des SP- Stadtpräsidenten Ernst Wohlwend verteidigen will. Alle anderen Parteien verzichten auf einen Angriff aufs Präsidium.

Die Wahlen finden am 17. Juni statt. Sofern ein zweiter Wahlgang nötig wird, ist dieser für den 26. August vorgesehen. Stadtpräsident Ernst Wohlwend und Finanzvorsteherin Verena Gick (FDP) treten auf Ende September zurück.

(sda)

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