Aktualisiert 28.05.2016 19:33

EM-TestNati erhält Applaus für 1:2 gegen Weltnummer 2

Das Nationalteam unterliegt Belgien im vorletzten EM-Test. Zu reden gibt neben der guten Leistung in Genf die Rote Karte wegen Reklamierens gegen Haris Seferovic.

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Samstag, 28. Mai 2016Und am Ende jubelt Belgien: Die Schweizer Nati verliert den vorletzten EM-Test gegen die Weltnummer 2 mit 1:2.

Samstag, 28. Mai 2016Und am Ende jubelt Belgien: Die Schweizer Nati verliert den vorletzten EM-Test gegen die Weltnummer 2 mit 1:2.

Keystone/Salvatore di Nolfi
Für die Entscheidung sorgt Kevin De Bruyne (2.v.r.). Der Spielmacher von Manchester City bezwingt Yann Sommer mit einem Kunstschuss aus der zweiten Reihe.

Für die Entscheidung sorgt Kevin De Bruyne (2.v.r.). Der Spielmacher von Manchester City bezwingt Yann Sommer mit einem Kunstschuss aus der zweiten Reihe.

Keystone/Jean-christophe Bott
Zuvor sind die Schweizer ebenbürtig. Sie sind von Anfang an sichtlich gewillt, die Gunst der Fans zurückzugewinnen, und legen sich voll ins Zeug.

Zuvor sind die Schweizer ebenbürtig. Sie sind von Anfang an sichtlich gewillt, die Gunst der Fans zurückzugewinnen, und legen sich voll ins Zeug.

AFP/Philippe Desmazes

Es hätte durchaus ein netter Abend werden können für die Schweizer. Sie waren auf dem besten Weg, gegen den EM-Mitfavoriten Belgien ungeschlagen zu bleiben. Sie zeigten eine ansprechende Leistung, viel besser jedenfalls als in den Spielen zuvor in Irland und gegen Bosnien-Herzegowina. Das Genfer Publikum beklatschte jede gute Schweizer Aktion mit lautem Beifall.

Doch es blieb beim Konjunktiv, denn es kam die Schlussphase. In der 82. Minute sah Stürmer Haris Seferovic wegen Reklamierens die Rote Karte. Das könnte sogar Konsequenzen für die EM-Endrunde haben. Es war eine direkte Rote Karte, und je nach Rapport des Schiedsrichters könnte dies eine Sperre zur Folge haben. Keine zwei Minuten später traf Kevin De Bruyne für die nach der Pause doch noch besseren Belgier mit einem nicht unhaltbaren Schuss zum 2:1 (82.).

Shaqiri und Lang harmonieren

So waren in wenigen Minuten viele gute Eindrücke von diesem dritten EM-Testspiel zwar nicht weggewischt, aber eben doch in den Hintergrund gedrängt worden. Denn eigentlich spielte die Schweiz durchaus gut mit. Sie war am Anfang sogar das bessere Team und führte durch Blerim Dzemailis sechstes Länderspieltor nach 31 Minuten 1:0. Sie hielt die Belgier auch dann weitgehend in Schach, als diese nach der Pause das Tempo erhöhten.

Vor allem aber waren die Schweizer wirklich bemüht, diesmal keinen blutleeren Auftritt hinzulegen. Sie wollten Zuversicht schüren, bei sich und den Zuschauern. Das sah dann lange auch gut aus. Etwa so: Blerim Dzemaili störte konsequent die Angriffsauslösung der Belgier. Granit Xhaka nahm eine dominante Rolle im Mittelfeld ein. Die rechte Seite mit Aussenverteidiger Michael Lang und Xherdan Shaqiri lancierte einige gefährliche Angriffe.

Senderos steht schlecht

Einen ersten Rückschlag gab es für die Schweizer kurz nach dem Führungstor. Philippe Senderos kam nach einem Zuspiel von Dries Mertens gegen Romelu Lukaku einen Schritt zu spät. Es war kein Zufall, dass der Fehler Senderos unterlief. Der Westschweizer war schon bei seinem Comeback im März gegen Bosnien ungenügend gewesen. Es erstaunte, dass Trainer Vladimir Petkovic ihm nochmals vertraute. Aber der Coach wollte dem Routinier vor der Bekanntgabe des definitiven Kaders wohl eine letzte Chance geben; Senderos hat sie nicht genützt, und es würde überraschen, würde er zu den 23 Schweizern gehören, die letztlich zur EM-Endrunde reisen.

Auch Eren Derdiyok konnte nicht punkten. Der Stürmer hatte keine einzige Szene. Allerdings war er dafür nicht alleine verantwortlich. Die Schweizer gefielen zwar offensiv phasenweise durchaus, doch der letzte Pass wollte partout nicht gelingen. So blieben Abschlussversuche auch nach der verletzungsbedingten Auswechslung von Derdiyok (41./Schlag gegen den Kopf) selten.

Klasse setzt sich durch

Die Schweizer hielten die Belgier letztlich erstaunlich gut in Schach. Die Gäste offenbarten dem Genfer Publikum ihre Qualitäten, die sie zu einem EM-Favoriten machen, aber auch nur in Ansätzen. Acht Akteure der belgischen Startformation sind Stammspieler in der Premier League. Die Liste ihrer Arbeitgeber umfasst Namen wie den FC Barcelona, Manchester City oder Chelsea. Diese Klasse setzte sich am Ende dann aber eben doch noch durch und führte zur vierten Schweizer Niederlage aus den letzten fünf (Test-)Spielen

Schweiz - Belgien 1:2 (1:1)

Stade de Genève. - 20'000 Zuschauer. - SR Mazzoleni.

Tore: 31. Dzemaili (Lang) 1:0. 33. Lukaku (Mertens) 1:1. 83. De Bruyne 1:2.

Schweiz: Sommer; Lang (63. Widmer), Senderos (63. Elvedi), Djourou (84. Fernandes), Rodriguez; Behrami, Xhaka; Shaqiri, Dzemaili (79. Zakaria), Mehmedi (63. Tarashaj); Derdiyok (41. Seferovic).

Belgien: Courtois; Witsel, Alderweireld, Vermaelen (67. Jordan Lukaku), Vertonghen; Fellaini (84. Benteke), Dembélé (55. Ciman); Mertens (67. Origi), De Bruyne, Hazard; Romelu Lukaku (58. Batshuayi).

Bemerkungen: Schweiz ohne Schär und Embolo (beide verletzt), Belgien ohne Nainggolan (verletzt) und Carrasco (Champions-League-Final mit Atletico Madrid). Nationalmannschafts-Debüt von Elvedi und Zakaria. 82. Rote Karte gegen Seferovic wegen Reklamierens. 89. Elvedi lenkt Schuss von Benteke an den Pfosten.

(sda)

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