WM-Qualifikation: Nati schlägt Slowenien – und kommt in Topf 1

Aktualisiert

WM-QualifikationNati schlägt Slowenien – und kommt in Topf 1

Die Schweizer Nati gewinnt auch das letzte Spiel der WM-Quali gegen Slowenien 1:0. Dank Schützenhilfe aus Armenien wird die Schweiz sogar aus Topf 1 zugelost.

Die Schweiz beendet eine nahezu perfekte WM-Qualifikations-Kampagne wunschgemäss. In Bern besiegt sie Slowenien 1:0. Das Traumtor des Abends markierte Granit Xhaka (74.). Weil Italien gegen Armenien nur Unentschieden spielte, landet die Schweiz nun für die Auslosung der Gruppen an der WM in Brasilien sogar in Topf eins – neben namhaften Fussballnationen der ganzen Welt.

Selbst die Slowenen, zuvor mit vier Siegen in Serie in Fahrt gekommen, waren nicht mehr in der Lage, das weit über eineinhalbjährige Hoch des WM-Teilnehmers einzudämmen. Der Vollzugsmeldung in Tirana folgte im Stade de Suisse vor 22'000 Zuschauern die nächste Demonstration der aktuellen Stärke. Xhakas Traumschuss in die hohe Ecke war die geniale Schlusspointe eines Abends, welcher den Favorit vor allem in der zweiten Hälfte ohne Diskussionen geprägt hatte.

Unaufhaltbare Schweizer

Obschon Hitzfeld praktisch eine neue zusammengestellte Equipe auf den Rasen schickte, änderte sich nichts: Die Schweizer sind derzeit nicht aufzuhalten. Ihre Serie der Ungeschlagenheit umfasst inzwischen 14 Partien. Eine Topsetzung an der WM ist nach wie vor realistisch. Wer hätte eine derart brillante Konstellation zwei Jahre nach dem Umbruch im Nationalteam ernsthaft für möglich gehalten?

Am Ende ihrer ersten (WM-)Kür drehten die Spieler auf dem Rasen in gelben Shirts nicht nur eine Ehrenrunde. Sie zelebrierten in der passenden Farbe des nächsten WM-Gastgebers ihre perfekte Kampagne. Nur Hitzfeld, der Stratege, verfolgte die Jubelszene ohne Spezial-Bekleidung. Der Maestro an der Linie genoss den Erfolg still. Der Mann der Rekordmarken - mit 1,79 Punkten nach 53 Länderspielen ist er zurzeit der statistisch erfolgreichste Coach der SFV-Geschichte - wahrte wie immer die Fassung.

Herbe Enttäuschung für Slowenien

Die Slowenen hingegen verliessen das Feld schwer geschlagen. Sie waren mit grossen Ambitionen nach Bern gereist. Sie glaubten, Island (1:1 in Norwegen) noch abfangen zu können, scheiterten aber zu oft am brillanten Schweizer Keeper Sommer - oder an der Latte. Ihre Aufholjagd endete beim Leader nun definitiv.

Zumindest in der Startphase war spürbar, dass Hitzfeld im Vergleich zum Erfolg in Albanien (2:1) sieben personelle Änderungen vorgenommen hatte. Die erheblich umformierte Equipe gestand dem Kontrahenten einige gefährliche Vorstösse zu und kam in der offensiven Zone während der ersten halben Stunde praktisch nicht zum Zug. Die Gastgeber beanspruchten gar das Glück, dass der holländische Referee ein Handspiel Zieglers im Strafraum übersah. In der 28. Minute hatte die SFV-Auswahl eine nächste heikle Szene zu überstehen - Pecnik war nicht zu stoppen, setzte den Ball aber neben das Tor von Keeper Yann Sommer.

Seferovic leitet den Sieg ein

Mit einer einzigen Szene verschafften sich die Schweizer nach erheblicher Anlaufzeit doch noch den Zugang zur Partie. Haris Seferovic, der aufstrebende Stürmer aus San Sebastian, auf den der Selektionär seit Monaten bedingungslos setzt, düpierte die Slowenen mit seinem Antritt. In der Not griff Kurtic zu und verschuldete jenen Freistoss Zieglers, den Inter-Goalie Handanovic nur mit grösster Mühe behändigte.

Tief in der ersten Hälfte drehte der souveräne Leader der Gruppe E auf. Die unübersichtlichen Situationen in der Zone der Slowenen häuften sich. Admir Mehmedi sorgte mit Schüssen und einem Solo mehrfach für Unruhe - ebenso wie Seferovic, der mit seiner verblüffenden Ballsicherheit und seiner Wucht im Sturm diverse Aktionen inszenierte. Nur wussten seine Mitspieler mit den perfekten Vorlagen des ehemaligen U17-Weltmeisters ausnahmslos nichts anzufangen. Barnetta rutschte an einem Querpass vorbei (53.), Xhaka reagierte einmal zu überhastet (60.), und Dzemaili glitt nach einem von Seferovic perfekt gespielten Konter zur Unzeit aus (63.).

B-Elf mit Schwierigkeiten

Stilsicher und stabil wie in bestmöglicher Besetzung verhielt sich die «zweite» Garnitur selbstredend nicht immer. Djourou, der erstmals seit dem 0:1 gegen Rumänien vor bald 17 Monaten mit Senderos den Innenblock der Defensive bildete, leistete sich nicht nur einen Fehler. Die Abstimmungsprobleme endeten für die Schweiz glimpflich. In der positiven Endabrechnung waren sie schlicht zu vernachlässigen.

Hinter der Schweiz sicherten sich die Isländer dank einem 1:1 in Norwegen den zweiten Rang und damit den Platz in der Barrage.

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Schweiz - Slowenien 1:0 (0:0)

Stade de Suisse. - 22'014 Zuschauer. - SR Kuipers (Ho).

Tor: 74. Xhaka 1:0.

Schweiz: Sommer; Lang, Senderos, Djourou, Ziegler; Dzemaili, Inler; Barnetta (71. Kasami), Xhaka, Mehmedi (87. Fernandes); Seferovic (71. Derdiyok).

Slowenien: Handanovic; Brecko, Ilic, Cesar, Struna; Pecnik (43. Matavz), Mertelj (79. Ljubijankic), Kurtic, Kirm; Kampl (86. Lazarevic); Novakovic.

Bemerkungen: Schweiz ohne Von Bergen (gesperrt), Lichtsteiner, Shaqiri, Schwegler (alle verletzt), Slowenien ohne Birsa, Jokic, Ilicic (alle verletzt). 80. Kopfball von Ljubijankic gegen die Latte.

Verwarnungen: 33. Kurtic, 37. Pecnik, 40. Xhaka, 42. Struna, 57. Mertelj, 90. Cesar (alle Foul). (si)

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