WM 2022: Nati gegen Kamerun sorgt für tiefe TV-Quoten

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Katar 2022Nati-Sieg gegen Kamerun sorgt für tiefe TV-Quoten und neuen SRF-Rekord

Die Einschaltquoten des SRF zeigen: Das erste WM-Spiel der Nati schauten wesentlich weniger Leute als noch 2018. Dafür verzeichnet man im Leutschenbach einen neuen Rekord betreffend Online-Streams.

von
Florian Gnägi

Bis zu 777’000 Personen sahen den Schweizer WM-Startsieg auf SRF zwei.

SRF

Darum gehts

  • Das SRF hat die Zuschauerzahlen der ersten WM-Spiele veröffentlicht.

  • Dabei wird klar: Das erste Nati-Spiel sahen 2022 weitaus weniger Leute als bei der WM 2018.

  • Dies hat aber nicht nur mit TV-Boykotten zu tun.

  • Unter anderem sind auch die verschiedenen Anspielzeiten und die unterschiedlichen Gegner der Schweiz verantwortlich dafür.

Die WM in Katar ist ohne Zweifel die umstrittenste Endrunde aller Zeiten. Schon vor Beginn des Turnieres verkündeten zahlreiche Gruppierungen und Einzelpersonen, dass sie die WM boykottieren werden. Die Einschaltquoten zeigen nun, dass durchschnittlich 527’000  Zuschauende den ersten WM-Auftritt der Schweiz gegen Kamerun auf SRF mitverfolgten, was einem Marktanteil von 79,2 Prozent entspricht. In der Spitze schalteten sogar 777’000 Personen aus der Deutschschweiz SRF zwei ein (Marktwert 84,5 Prozent).

Zum Vergleich: 2018 schalteten im Schnitt 1’613’000 Menschen den TV ein (bei einem Spitzenwert von 1’901’000), als das WM-Abenteuer der Nati in Russland gegen Brasilien los ging. Bei der WM 2014 waren es beim Spiel Schweiz gegen Ecuador mit 1’440’000 (Spitzenwert 1’747’000) ebenfalls weitaus mehr als heuer. 

Schlechte Vergleichbarkeit zu Vorjahren

Die massiv tieferen Einschaltquoten für die Nati-Spiele sind aber nicht nur mit TV-Boykotten zu begründen. Gegenüber 20 Minuten erklärt SRF, dass die unterschiedliche sportliche Attraktivität der Gegner, die von Turnier zu Turnier verschiedenen Anspiel- bzw. Ausstrahlungszeitpunkte (Wochentag und Uhrzeit), sowie das unterschiedliche Angebot an Konkurrenzsendungen Vergleiche zwischen den jeweiligen Nati-Partien erschwere. 

«Vergleiche zwischen Sportübertragungen mit abweichenden Rahmenbedingungen liefern generell keine zuverlässige Aussage über das zugrundeliegende Publikumsinteresse», heisst es aus dem Leutschenbach. Für Rekordzahlen sorgte der Nati-Sieg gegen Kamerun dafür auf den Online-Kanälen. Das SRF verzeichnete total 980’000 Livestream-Starts, was einem neuen Rekord für einen einzelnen Livestream von SRF Sport entspricht. 

Höhere Einschaltquoten beim Eröffnungsspiel als 2018

Das Eröffnungsspiel lockte in der Schweiz trotz aller Umstände mehr Zuschauende vor den Fernseher als noch vor vier Jahren bei der WM in Russland. Die Partie zwischen Gastgeber Katar und Ecuador übertraf einen Spitzenwert von 537'000 Zuschauenden. Diese Zahl übertrifft die Zahl von 2018 deutlich, als 380'000 Zuschauende Russland gegen Saudiarabien sahen. Im Vergleich zur WM 2014 liegen die Zahlen der aktuellen Endrunde aber deutlich darunter. Brasilien gegen Kroatien sahen damals in der Spitze 925'000 Zuschauende.

Nicht nur in der Schweiz, sondern auch im Nachbarland Deutschland sorgt die WM für keine Gassenfeger. Die Niederlage des DFB-Teams gegen Japan schauten sich auf der ARD im Schnitt 9,2 Millionen Menschen an. Dies sind massiv tiefere Einschaltquoten als bei der Endrunde in Russland, als kein Deutschland-Spiel weniger als 25 Millionen Zuschauer verzeichnete. Die Anspielzeit am frühen Mittwochnachmittag kann dabei nicht alleine als Begründung für den Quoten-Sturz herhalten. Denn: Auch 2010, 2006 und 2002 schauten in Deutschland bei ähnlich frühen Anspielzeiten immer mindestens 15 Millionen Leute die Spiele des vierfachen Weltmeisters.

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