WM-Testspiel: Nati siegt gegen Finnland im Penaltyschiessen

Aktualisiert

WM-TestspielNati siegt gegen Finnland im Penaltyschiessen

Einen Tag nach der 1:2-Niederlage hat das Schweizer Nationalmannschaft das zweite Testspiel gegen Finnland mit 5:4 nach Penaltyschiessen gewonnen. Den entscheidenden Penalty in Hämeenlinna verwertete Victor Stancescu.

von
fox

Stancescu traf mit dem achten Penalty; zuvor waren sämtliche Schützen gescheitert. In der regulären Spielzeit hatten den Schweizern 80 Sekunden zum Sieg gefehlt, nachdem sie zuvor im letzten Drittel ein 2:3 (44.) in ein 4:3 (58.) gewendet hatten. Das 4:3 erzielte Reto Suri, der sich hinter dem Tor den Puck erkämpfte und den am Boden liegenden finnischen Goalie Mika Järvinen sicher bezwang. In der Verlängerung wäre Suri in der 64. Minute beinahe noch das 5:4 gelungen. Für den Ausgleich zum 3:3 hatte in der 51. Minute Matthias Bieber verantwortlich gezeichnet. Der Klotener Stürmer erwischte Järvinen bei seinem vierten Tor in der unmittelbaren WM-Vorbereitung aus spitzem Winkel. Es war das zweite Überzahl-Tor der Schweizer an diesem Abend, nachdem bereits Luca Cunti in der 19. Minute im ersten Powerplay der SIH-Auswahl zum 1:1 getroffen hatte. Der Center der ZSC Lions unterstrich seine überragenden technischen Fähigkeiten und liess Järvinen aus kurzer Distanz keine Chance.

Dass die Schweizer mit dem 2:3 zum zweiten Mal in Rückstand geraten waren, war die Folge eines Blackouts des Zuger Verteidiger Alessandro Chiesa gewesen. Ohne dessen Passivität wäre Marko Anttila nicht zum Abschluss gekommen und hätte Jere Sallinen den Abpraller nicht verwerten können. Danach musste die SIH-Auswahl beinahe während vier Minuten in Unterzahl spielen, dennoch waren es die Gäste, welche die beste Chance hatten: Morris Trachsler lenkte den Puck in der 48. Minute an die Latte.

Eine ausgeglichene Partie

Die ersten beiden Drittel hatten jeweils 1:1 geendet. Nachdem die Finnen in der 3. Minute durch einen nicht unhaltbar scheinenden Schuss von Antti Pihlström in Führung gegangen waren, drehten die Schweizer die Partie bis zur 29. Minute. Das 2:1 erzielte Simon Bodenmann, der bereits am Vortag in Pori getroffen hatte und nun bereits fünf Tore in der finalen Vorbereitungsphase auf die WM geschossen hat. In der 26. Minute war der Klotener Stürmer noch alleine vor Järvinen gescheitert. Dass Cunti und Bodenmann reüssierten, war nichts als logisch, bildete doch dieses Duo zusammen mit Denis Hollenstein die offensiv gefährlichste Sturmlinie, die auch an der WM in Stockholm (3. bis 19. Mai) gesetzt sein dürfte.

Nach der Führung verloren die Schweizer allerdings die Konzentration. Nur 40 Sekunden später liess Pekka Jormakka den Schweizer Keeper Tobias Stephan herrlich aussteigen, nachdem Dominik Schlumpf den Puck nicht weggebracht hatte - kurz zuvor hatte bereits Sakari Salminen den Ausgleich auf dem Stock gehabt. Danach fing sich die SIH-Auswahl wieder auf. Der Sieg war verdient. Das Team von Sean Simpson verzeichnete wie bereits am Vortag in Pori mehr Schüsse.

Zwei Heimspiele gegen Deutschland

Nach dem Spiel reisten die Schweizer nach Helsinki, wo sie in der Nähe des Flughafens übernachteten. Denn der Rückflug stand früh am Samstagmorgen auf dem Programm. In der nächsten Woche treffen die Schweizer am Freitag in Langenthal und am Samstag in Rapperswil noch zweimal auf Deutschland.

Finnland - Schweiz 4:5 (1:1, 1:1, 2:2, 0:0) n.P.

Ritarihalli, Hämeenlinna. - 4618 Zuschauer. - SR Aicher/Levonen, Pesonen/Riikonen.

Tore: 3. Pihlström 1:0. 19. Cunti (Hollenstein/Ausschlüsse Melart, Laakso; Chiesa) 1:1. 29. (28:13) Bodenmann (Hollenstein, von Gunten) 1:2. 29. (28:53) Jormakka (Salminen) 2:2. 44. Sallinen (Anttila) 3:2. 51. Bieber (Blindenbacher/Ausschluss Osala) 3:3. 58. Suri 3:4. 59. (58:40) Aaltonen (Pesonen) 4:4 (ohne Goalie).

Penaltyschiessen: Bürgler -, Salminen -; Hollenstein -, Jormakka -; Bodenmann -, Aaltonen -; Pesonen -, Stancescu 0:1.

Strafen: 9mal 2 Minuten gegen Finnland, 10mal 2 Minuten gegen die Schweiz.

Finnland: Järvinen; Hietanen, Mäenpää; Lajunen, Melart; Laakso, Väänänen; Kousa, Kukkonen; Jormakka, Viitaluoma, Salminen; Aaltonen, Hytönen, Pesonen; Osala, Wirtanen, Sallinen; Anttila, Lahti, Pihlström.

Schweiz: Stephan; Helbling, Seger; Blindenbacher, von Gunten; Schlumpf, Ramholt; Chiesa, Grossmann; Sciaroni, Walker, Rüfenacht; Bodenmann, Cunti, Hollenstein; Suri, Ambühl, Simek; Bürgler, Trachsler, Stancescu, Bieber.

Bemerkungen: Schweiz ohne Gerber (Ersatztorhüter), Monnet, Blum und Vauclair (alle überzählig). Lattenschuss Trachsler (48.). - Schüsse: Finnland 34 (15/7/10/2); Schweiz 37 (12/11/10/4). - Powerplay-Ausbeute: Finnland 0/6; Schweiz 2/5. (fox/si)

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