Aktualisiert 11.10.2017 06:28

RekordNati so gut wie nie – aber nicht direkt an die WM

Das gibt es doch gar nicht: Noch nie hat die Schweiz eine so starke WM-Qualifikation gespielt. Trotzdem muss die Nati einen Umweg machen.

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10. Oktober 2017Nach 90 Minuten musste sich die Schweiz Portugal mit 0:2 geschlagen geben. Es ist das einzige Gruppenspiel, welches die Nati nicht für sich entscheiden konnte.

10. Oktober 2017Nach 90 Minuten musste sich die Schweiz Portugal mit 0:2 geschlagen geben. Es ist das einzige Gruppenspiel, welches die Nati nicht für sich entscheiden konnte.

Keystone/Laurent Gillieron
Portugal gab gleich zu Beginn der Partie den Ton an und machte Druck auf das Tor von Sommer.

Portugal gab gleich zu Beginn der Partie den Ton an und machte Druck auf das Tor von Sommer.

AFP/Francisco Leong
Die Schweiz tat alles, um dagegenzuhalten. Dies gelang auch – bis kurz vor der Pause.

Die Schweiz tat alles, um dagegenzuhalten. Dies gelang auch – bis kurz vor der Pause.

Keystone/Laurent Gillieron

Wegen der 0:2-Niederlage in Lissabon muss die Schweizer Nationalmannschaft in der WM-Qualifikation in die Barrage. Das, obwohl sie die Gruppenspiele mit 27 von 30 möglichen Punkten abgeschlossen hat. Noch nie war eine Nation mit einem derart guten Durchschnitt (2,7 Punkte pro Spiel) nicht direkt für eine Endrunde qualifiziert respektive direkt ausgeschieden.

Alle Quali-Goals im Überblick

Alle Quali-Tore der Schweiz. (Video: Tamedia)

Seit der WM 1994 und der Aufnahme verschiedener neuer Uefa-Mitgliedsländer wird die europäische Qualifikation in Gruppen von fünf oder mehr Mannschaften ausgetragen. Seither wurde nur eine Nation mit einem ähnlich guten Punktedurchschnitt nicht Gruppensieger: Griechenland bilanzierte in der Qualifikation für die WM 2014 acht Siege, ein Unentschieden und eine Niederlage, was 2,5 Punkten pro Partie entsprach. Dies reichte nur zum 2. Platz hinter Bosnien-Herzegowina. In der darauffolgenden Barrage setzte sich Griechenland gegen Rumänien durch.

Auch in EM-Quali kein vergleichbares Team

Bedingt vergleichbar ist ein Fall aus der WM-Ausscheidung 1978, die allerdings noch in Vierergruppen und weitgehend ohne kleine Nationen ausgetragen wurde. England holte damals – auf die heutige Drei-Punkte-Regel umgerechnet – aus den 6 Partien 15 Punkte. Italien und England gewannen gegeneinander je ihr Heimspiel, worauf die Engländer wegen des schlechteren Torverhältnisses Zweite wurden. Sie schieden aus, weil damals nur der Gruppensieger an die WM gelangte.

Auch in den verschiedenen Qualifikationen für die EM-Endrunden wurde noch jede Mannschaft mit einem derart guten Punktedurchschnitt, wie ihn die Schweiz vorweist, Gruppensieger.

Nur 3 Teams mit mehr Punkten als die Schweiz

Eine bessere aktuelle WM-Qualifikation als die Schweizer haben nur 3 Teams absolviert. Deutschland gewann alle zehn Partien. Eine Zehn-Siege-Quali hatten bislang nur die Spanier auf dem Weg zum WM-Titel 2010 geschafft – allerdings mit deutlich schlechterem Torverhältnis als die Deutschen dieses Mal.

Mit 28 Punkten waren auch Belgien und Spanien noch einen Zähler besser als die Nati. Belgien hatte sich bereits zwei Runden vor Ende für die WM qualifiziert, Spanien in der zweitletzten Runde. (20 Minuten/sda)

Als Favorit in die Barrage:

Die Schweiz kennt ihre vier möglichen Gegner für die WM-Playoffs. Als gesetztes Team bekommt sie es in November mit Schweden, Irland, Nordirland oder Griechenland zu tun. Die Auslosung der Playoffs findet am Dienstag, 17. Oktober, um 14.00 Uhr in Zürich statt. Dann wird auch bestimmt, welches Team zuerst Heimrecht geniesst. Das Hinspiel der Schweiz findet zwischen dem 9. und 11. November statt, das Rückspiel drei Tage später. (sda)

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