Aktualisiert 05.04.2007 10:52

Nati testet zweimal gegen Tschechien

Während noch der Playoff-Final läuft, läutet das Schweizer Eishockey-Nationalteam mit zwei Testspielen gegen Tschechien in Olomouc (am Donnerstag) und in Prostejov (am Karfreitag) den WM-Countdown ein. Bis am 21. April stehen noch vier weitere Vorbereitungspartien im Programm.

In der mährischen Provinz fördert und fordert Trainer Ralph Krueger mit seinem Assistenten Köbi Kölliker derzeit 24 Spieler und geniesst nach eigener Aussage «die Ruhe um das Team in dieser Phase». Seit dem Zusammenzug auf der Lenzerheide vor gut anderthalb Wochen sei auf internationalem Niveau trainiert worden, liess Krueger wissen. In intensiven Einheiten versucht(e) er mit seinen Helfern, die Mannschaft in WM-Form zu bringen.

Nicht zu kurz kommt dabei der Teamgeist. So verfolgte am Dienstagabend ein Teil der Mannschaft die Champions-League-Partie Milan - Bayern München per Beamer auf einer Leinwand, die «Regisseur» Adrian Wichser extra aus der Schweiz mitgenommen hatte. «Hier legen wir das Fundament für die WM - auf und neben dem Eis», sagte Krueger. «Die, die noch kommen, werden sich der Gruppe anpassen müssen, nicht umgekehrt.» Dies betrifft jene sieben bis neun Kandidaten, die derzeit noch im NLA-Playoff-Final engagiert sind.

Keine Zeit für Experimente

Von den mitgereisten Spielern wird zumindest im ersten Test im Stadion des bescheidenen Zweitligisten Olomouc jeder eine Einsatzgelegenheit erhalten. Im Tor beginnt der Basler Daniel Manzato zum fünften Mal in dieser Saison. Krueger plant, den in die NHL-Organisation der Carolina Hurricanes wechselnden Romand im Verlauf der Partie durch Ambris Goalie Thomas Bäumle zu ersetzen. Auch alle 22 Feldspieler dürfen mit Eiszeit rechnen.

Experimentieren wird Krueger dennoch nicht. «Diese Zeit ist vorbei, dafür sind die Turniere im November, Dezember oder Februar da. Jetzt beginnt die Konsolidierungsphase der Saison. Für uns gilt es, die stärksten Elemente der zehn bisherigen Länderspiele zusammenzufügen.» Krueger erwartet gegen die technisch beschlagenen Tschechen aufschlussreiche Tests. «Im ersten Drittel dürfte das Tempo wie schon im ersten Drittel am Vierländerturnier gegen die Slowakei sehr hoch sein, da bin ich mir sicher. Es wird interessant sein zu beobachten, wer das Tempo mitgehen kann und wer noch nicht.»

Die nicht zufriedenstellende Verhaltensweise eines Spielers könnte sich auf den weiteren Verlauf der WM-Vorbereitung auswirken. «Wir haben eine breitere Basis als noch vor wenigen Jahren», so Krueger. «Früher kämpften wir darum, vier oder fünf Verteidiger von internationalem Format für die Vorbereitungscamps aufzubieten. Jetzt haben wir deren neun, jeder kann es an die WM schaffen, und es fehlen noch vier, die im Playoff-Final spielen...»

Ähnliche Ausgangslage

Alois Hadamczik, der Trainer von Gastgeber Tschechien, hat für die Testspiele gegen die Schweiz ebenfalls nicht seine stärkstmögliche Formation nominieren können. Diverse Akteure sind in den Playoffs europäischer Spitzenligen (u.a. Russland, Schweizer NLA) oder in der Entscheidung der heimischen Meisterschaft engagiert. Erst gestern (Mittwoch) begann der Playoff-Final zwischen Sparta Prag und Pardubice. Spiel 2 wird - wie die fünfte Begegnung zwischen Davos und Bern - heute (Donnerstag) Abend ausgetragen und den ersten der beiden Ländervergleiche wohl selbst im eishockey-verrückten Tschechien in den Hintergrund drängen.

Die ersten Kräftemessen im Rahmen einer WM-Vorbereitung seit Mitte April 2003 (1:1 in Lausanne) werden für die Tschechen die erste Gelegenheit sein, die Olympia-Schmach von Turin vergessen zu machen - wenn auch mit einem völlig anderen Team. Von der hochkarätigen Mannschaft, die im Februar 2006 in Turin gegen die Schweiz sensationell 2:3 verloren hatte, ist kein einziger Spieler dabei. Es ist zu erwarten, dass der fünffache Weltmeister ohnehin erst an den Titelkämpfen in Russland in Bestbesetzung, also mit diversen Verstärkungen aus Nordamerika, wird antreten können. Hadamczik hat die Wahl aus rund 65 NHL-Profis.

Länderspiele Tschechien - Schweiz

Donnerstag, 5. April in Olomouc (18.00 Uhr)

Karfreitag, 6. April in Prostejov (17.00 Uhr).

(si)

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