04.05.2018 19:18

Grosser Umbruch

Nati will mit 12 WM-Neulingen Erfolg haben

25 Spieler umfasst das WM-Team. 12 davon sind Neulinge. Eine bemerkenswert hohe Zahl. 20 Minuten stellt die WM-Rookies in der Nati vor.

von
Marcel Allemann, Kopenhagen
1 / 25
Torhüter: 20 Reto Berra (Anaheim Ducks).

Torhüter: 20 Reto Berra (Anaheim Ducks).

Keystone/Christian Beutler
Torhüter: 63 Leonardo Genoni (Bern).

Torhüter: 63 Leonardo Genoni (Bern).

Keystone/Peter Schneider
Torhüter: 62 Gilles Senn (Davos).

Torhüter: 62 Gilles Senn (Davos).

Keystone/Alexandra wey

1. Gilles Senn (22, Torhüter, Davos): Der dritte Goalie. Einsätze sind für den Walliser grundsätzlich nicht geplant, er ist primär in Kopenhagen, um WM-Luft zu schnuppern. Doch man weiss ja nie. Vor einem Jahr in Paris stand der dritte Goalie Niklas Schlegel auch plötzlich zwischen den Pfosten und führte die Nati sogar zu einem 3:1-Sieg gegen Tschechien.

2. Michael Fora (22, Verteidiger, Ambri): Robust, gross, überragend in den Zweikämpfen, starker Passeur und auch ein guter Schuss. Ein Verteidiger der modernen Art. Der junge Ambri-Captain hat riesige Fortschritte gemacht, ist einer der grossen Hoffnungsträger in der Schweizer Defensive. Einziges Fragezeichen: Ist er auf diesem Niveau mobil genug?

3. Lukas Frick (23, Verteidiger, Lausanne): Als aussergewöhnliches Talent galt er schon länger. Doch der Ostschweizer war auch immer wieder gut für Blackouts. In der WM-Vorbereitung hat er diese bleiben lassen und sich mit überzeugenden Auftritten den Platz im Team verdient. Sehr beweglich, im Idealfall kann er der neue Eric Blum sein.

4. Mirco Müller (23, Verteidiger, New Jersey Devils): Sein erstes WM-Spiel am Samstag gegen Österreich wird zugleich auch sein allererstes Länderspiel sein. «Das ist schon eine spezielle Konstellation, aber ich freue mich extrem», sagt der Winterthurer. Die grossen Stärken des grossgewachsenen Verteidigers liegen im Zweikampfverhalten und im guten Gespür für den öffnenden Pass.

5. Jonas Siegenthaler (20, Verteidiger, Hershey Bears): Der Jüngste ist erstaunlicherweise der schwerste Spieler im Schweizer Team. Er bringt stolze 99 Kilogramm auf die Wage und lässt sich dadurch vor dem Tor nicht herumschubsen. Doch hat der Zürcher mit Schweizer Vater und thailändischer Mutter auch die Tempofestigkeit für ein WM-Turnier? Sein Entwicklungsprozess noch lange nicht abgeschlossen, vor allem im Offensivspiel liegt noch viel Potenzial brach.

6. Dave Sutter (26, Verteidiger, ZSC Lions): Dürfte vorerst überzählig sein und sollte es noch Verstärkung aus der NHL geben, droht ihm die vorzeitige Heimreise. Der aus Kamerun stammende Riese (194 cm) ist enorm lernwillig und hat sich bei den ZSC Lions in der zweiten Saisonhälfte gut weiter entwickelt. Doch er muss daran arbeiten, seine Masse und seine Muskeln auch einschüchternd zur Geltung zu bringen. Noch ist er zu lieb.

7. Chris Baltisberger (26, Stürmer, ZSC Lions): War ein wichtiges Element im aktuellen Meisterteam der ZSC Lions. Geht dorthin, wo es weh tut und versteht es optimal, seine Gegenspieler bis aufs Blut zu reizen. Mit diesen Tugenden soll er nun auch für das Nationalteam an der WM eine grosse Hilfe sein. Gewisse Zweifel bestehen, ob er über das Tempo verfügt, um auf diesem Level mithalten zu können.

8. Enzo Corvi (25, Stürmer, Davos): Nach den ersten Olympischen Spielen nun auch die erste WM. Ist der eleganteste, kreativste und talentierteste Schweizer Center in der Liga. Erschwert sich das Leben jedoch teilweise selbst, indem er sich zu sehr unter Druck setzt und zu viel will. An der Seite seines Churer Kumpels Nino Niederreiter soll er nun jedoch zur nötigen Gelassenheit finden und auch erstmals internationale Glanzlichter setzen.

9. Damien Riat (21, Stürmer, Servette): Spielte sich mit einer starken Vorbereitung ins WM-Team. Technisch versiert, raffiniert, unerschrocken, torgefährlich, aber noch längst nicht ausgereift. Der Genfer wechselt auf die nächste Saison zu Biel, ein Königstransfer für die Seeländer.

10. Noah Rod (21, Stürmer, Servette): Ein unnachgibiger und ekliger Spieler, der keinerlei Angst kennt. Dass er eines Tages für die Schweiz an einer WM spielen wird, war klar und letztlich nur eine Frage der Zeit. Muss noch lernen seine Aggressivität besser zu kanalisieren, ist ein Kandidat für dumme Strafen zur Unzeit.

11. Tristan Scherwey (26, Stürmer, Bern): Wie Corvi an Olympia dabei, aber hat noch nie an einer WM gespielt. War zwar 2015 in Prag Teil des WM-Teams, kam aber nie zum Einsatz und wurde deshalb auch statistisch nicht erfasst. Hat diese Saison nochmals grosse Fortschritte gemacht. Schnell, unerschrocken, torgefährlich und durch die Routine auch viel cleverer agierend als noch vor zwei, drei Jahren.

12. Joel Vermin (25, Stürmer, Lausanne): Ein oft etwas unscheinbar wirkender, aber sehr cleverer Center mit guter Spielübersicht. Nach Startschwierigkeiten, verbunden mit Verletzungbpech, nach seiner Rückkehr aus Nordamerika hat er sich enorm gesteigert und zeigte vor allem in der Endphase der WM-Vorbereitung überzeugende Auftritte.

Deine Meinung

Fehler gefunden?Jetzt melden.