Nationalbank für schärfere Überwachung der Geldinstitute
Aktualisiert

Nationalbank für schärfere Überwachung der Geldinstitute

Angesichts der Erschütterungen durch die US- Hypothekenkrise fordert Nationalbank-Präsident Jean-Pierre Roth eine grössere Kapitalausstattung und eine Beschränkung der Verschuldung von UBS und Credit Suisse.

«Wir unterstützen mit Nachdruck die Initiativen der Eidg. Bankenkommission (EBK) für die Verstärkung der Kapitalisierung und der Limitierung der Verschuldung unserer beiden Grossbanken», sagte Roth am Freitag laut Redetext am Forum für internationale Politik in Genf.

Und man müsse aufpassen, nicht dem Sirenen-Gesang der internationalen Banken nachzugeben. Diese würden, kaum sei die Krise vorbei, jede neue Reglementierung ablehnen mit dem Argument, ihre Wettbewerbsfähigkeit sicherstellen zu müssen.

Finanzkrise

«Sie vergessen, dass seit Ende der neunziger Jahre circa alle fünf Jahre eine Finanzkrise der anderen folgte, wobei deren Kosten jedesmal anstiegen. Diese Dynamik muss jetzt gebremst werden», sagte Roth.

Die jetzige Krise habe klar gezeigt, dass der Bankensektor grosse Schwierigkeiten hatte, die Folgen einer plötzlichen und unerwarteten Veränderung der Bewertung von gewissen Aktiven zu absorbieren, sagte Roth. Denn die Ausstattung der Banken mit Eigenmitteln und Liquidität sei ungenügend gewesen.

Aber es gehe nicht darum, nur die traditionellen Kapitalanforderungen der grossen Institute zu erhöhen. Diese Anforderungen würden heute zum grossen Teil auf Grund der eingegangenen Risiken berechnet.

Fehler

In den letzten Jahren habe sich aber gezeigt, dass die üblichen Instrumente für die Bemessung der Risiken fehlerhaft seien. Ihre Wirksamkeit werde zweifelhaft, wenn die Finanzmärkte eine lange Periode von schwacher Volatilität erlebten.

Dann würden die Finanzintermediäre den effektiven Zustand ihrer Risiken unterschätzen und die Kapitaldecke vernachlässigen, sagte Roth. Dies trage zur Ausweitung von Finanzblasen bei.

Die Eingriffe der Zentralbanken zur Linderung der Krise in den letzten Monaten seien angemessen gewesen, sagte Roth: Die Gefahr sei aber, dass vor allem die grossen Finanzmarktteilnehmer denken würden, sie bekämen jedesmal öffentliche Hilfe, wenn sie in Schwierigkeiten steckten.

«Dies wird sie sicher nicht dazu bringen, sich vorsichtiger zu verhalten», sagte Roth: Warum sollten die grossen internationalen Banken auf mehr Rendite verzichten, die sie in der Hochkonjunktur durch hochriskante Anlagen erzielen können, wenn sie jedesmal darauf hoffen dürfen, ihre Risiken an die Zentralbanken oder den Staat übertragen zu können, sobald sich die Lage verschlechtere?

(sda)

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