Nationalbank mit 5 Milliarden Franken Gewinn

Aktualisiert

Nationalbank mit 5 Milliarden Franken Gewinn

Nach dem Goldrausch des Vorjahres hat die Schweizerische Nationalbank (SNB) 2006 einen massiven Gewinnrückgang hinnehmen müssen. Zwar stieg das gelbe Metall weiter, aber die Erträge bei den Fremdwährungsanlagen brachen ein.

Unter dem Strich fiel der Gewinn 2006 um mehr als die Hälfte auf 5 Mrd. Franken, wie die SNB am Freitag in einem Communiqué mitteilte. Im Vorjahr hatte die Nationalbank mit 12,8 Mrd. Fr. dank dem Anstieg des Goldpreises noch den zweithöchsten Gewinn aller Zeiten erzielt.

Auch 2006 kletterte der Goldpreis weiter, aber nicht mehr so stark wie im Vorjahr. Ende Jahr kostete mit 24 900 Fr. ein Kilo 15 Prozent mehr als zwölf Monate zuvor. 2005 hatte der Kilobarrenpreis noch um 36 Prozent zugelegt.

Die Bewertungsgewinne auf dem Goldbestand schrumpften im vergangenen Jahr von 7,4 Mrd. auf 4,2 Mrd. Franken. Knapp ein Drittel der Nationalbankaktiven sind in Gold angelegt.

Taucher bei Fremdwährungsanlagen

Für den grössten Rückschlag sorgten die Fremdwährungsanlagen, die rund 40 Prozent der Aktiven der SNB ausmachen. Deren Gewinn sackte von 5,3 Mrd. auf 0,8 Mrd. Fr. ab. Zinsen, Dividenden und Kurserfolge auf Wertschriften halbierten sich auf 1,4 Mrd. Franken.

Schuld sind die höheren Zinsen, die bei den festverzinslichen Anlagen zu Kapitalverlusten geführt hätten. Die Anleihen machen den grössten Teil der Fremdwährungsanlagen aus. Zudem fielen die Kursgewinne auf den Aktien etwas geringer aus als im Vorjahr.

Zusätzlich sorgten die Wechselkurse für Bewertungsverluste von 0,5 Mrd. Franken, nachdem im Vorjahr noch 2,5 Mrd. Fr. Gewinn angefallen waren. Die Abschwächung von Dollar und Yen konnten auch durch die höheren Kurse der europäischen Währungen nicht wettgemacht werden.

2,5 Mrd. Fr. ausgeschüttet

Von den 5 Mrd. Fr. Gewinn der Nationalbank werden 0,9 Mrd. Fr. den Rückstellungen zugewiesen. Somit verbleiben 4,1 Mrd. Fr. als ausschüttbarer Gewinn. Davon fliessen vereinbarungsgemäss 2,5 Mrd. Fr. an Bund und Kantone. Die restlichen 1,6 Mrd. Fr. wandern in die Ausschüttungsreserve. Damit hat die SNB nun 18,1 (Vorjahr: 16,5) Mrd. Fr. auf der hohen Kante.

Da die Ergebnisse der Nationalbank wegen der Marktbewegungen sehr stark schwnken, sind die Gewinnausschüttungen an Bund und Kantone im Voraus festgelegt worden. Die im Jahre 2002 abgeschlossene Vereinbarung zwischen Bund und SNB sieht bis auf weiteres eine jährliche Ausschüttung von 2,5 Mrd. Fr. vor.

Im vergangenen Herbst war die so genannten KOSA-Initiative der Linken an der Urne abgelehnt worden, die die Gewinne der Nationalbank künftig bis auf eine fix für die Kantone reservierte Milliarde in die AHV hätte leiten wollen. (sda)

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