Geldpolitik: Nationalbank schreibt Milliarden-Verlust
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GeldpolitikNationalbank schreibt Milliarden-Verlust

Der starke Franken sorgt für rote Zahlen bei der Schweizerischen Nationalbank. Im ersten Halbjahr 2008 schrieb sie einen Verlust von 3,36 Milliarden Franken.

Letztes Jahr wies die Schweizerische Nationalbank (SNB) noch einen Halbjahresgewinn von 2,23 Mrd. Franken aus. Durch die Abwertung des Dollars und des britischen Pfunds gegenüber dem Franken resultierte im ersten Halbjahr 2008 nun jedoch ein Bewertungsverlust von 3,63 Mrd. Franken auf ihren Fremdwährungsanlagen. Das negative Ergebnis ist hauptsächlich auf die Wechselkursentwicklungen der letzten Monate zurückzuführen, wie die SNB am Freitag mitteilte.

Doch nicht nur der Dollar und das Pfund büssten je rund 10 Prozent an Wert ein. Auch der Euro und der Yen gaben im Vergleich zum Franken um 3 respektive 5 Prozent nach, was den Bewertungsverlust auf den SNB-Anlagen noch verstärkte.

Im Gegensatz zu den Vorperioden sorgten aber auch die Goldbestände nicht mehr für Gewinne bei der SNB. Da der Goldpreis, der sich die letzten sechs Monate zeitweise volatil verhielt, seit Januar ingesamt nur leicht angestiegen ist, konnte die Nationalbank nur noch 162 Mio. Franken an Golderträgen verbuchen.

In der Vergleichsperiode des Vorjahres waren es mit 884 Mio. Franken deutlich mehr. Von den 250 Tonnen Gold, deren Verkauf die SNB vor knapp einem Jahr angekündigt hatte, wurden in der ersten Hälfte des Jahres weitere 68 Tonnen veräussert.

Ein positives Ergebnis erzielte die SNB aus ihren Anlagen in Schweizer Franken. Hauptsächlich in Form von Zinsen aus dem Repo- Geschäft ergab sich ein Plus von 219 Mio. Franken. Im ersten Halbjahr 2007 betrug der Ertrag aus den Frankenanlagen nur 98 Mio. Franken.

Ausschüttungsreserven sinken

Da die Nationalbank von Gesetzes wegen ihre Währungsreserven im Gleichschritt mit dem Wachstum der Schweizer Wirtschaft erhöhen muss, erhöht sich der Halbjahresverlust der SNB nochmals um rund 500 Mio. Franken. Die Ausschüttungsreserven würden sich entsprechend um 3,86 Mrd. Fr. verringern.

Ausschlaggebend für die definitive Berechnung der Ausschüttungsreserven sei allerdings das Geschäftsergebnis des ganzen Jahres, schrieb die SNB. (sda)

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